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07.03.2018 | Bank-IT | Nachricht | Onlineartikel

Sparkassen setzen 2018 vor allem auf digitale Innovationen

Autor:
Barbara Bocks

Nach guten Geschäftsergebnissen im Bilanzjahr 2017 wollen sich die Sparkassen 2018 vor allem um ihre neuen digitalen Produktangebote kümmern. 

Die deutschen Sparkassen konzentrieren sich 2018 vor allem auf Innovationen rund um das Girokonto. Das gilt insbesondere für den Bereich des Zahlungsdienstleistungen, denn "die Menschen sollen den Zahlungsverkehr nicht als Hürde empfinden", sagte Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), bei der Bilanz-Pressekonferenz der Sparkassen-Finanzgruppe am 7. März 2018 in Frankfurt. So soll beispielsweise "Kwitt", der P2P-Dienst für das Geldsenden von Handy zu Handy mit derzeit über 766.000 Nutzern, künftig auch für Kunden anderer Kreditinstitute geöffnet werden. Auch das mobile Bezahlen mit dem Smartphone an der Ladenkasse soll für Sparkassen-Kunden zur Jahresmitte möglich sein.

Parallel dazu ist laut Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) geplant, Instant Payments in der Gruppe einzuführen. Damit sind unter anderem Überweisungen in Echtzeit möglich. Ab Sommer 2018 soll auch die Sparkassen-Internet-Filiale multibankenfähig werden. Außerdem kommt im Jahr 2018 für Sparkassenkunden der Service "Yes" hinzu, mit dem diese sich auf Händlerseiten mit den Daten, die bei den Sparkassen gespeichert sind, identifizieren können. Kunden können künftig auch den elektronischen Safe nutzen, um private elektronische Dokumente in den IT-Systemen der Sparkassen zu verwahren.

Sparkassen erzielen Ergebnis von 2,2 Milliarden Euro

Die Sparkassen blicken mit einem Jahresergebnis in Höhe von 2,2 Milliarden Euro nach Steuern auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück. Damit haben sie ihr Vorjahresergebnis um 7,4 Prozent beziehungsweise 149 Millionen Euro gesteigert. Die Sparkassen hatten laut Schleweis zum Jahresende 2017 Kredite an Kunden in Höhe von insgesamt 793,6 Milliarden Euro in den Büchern; ein Plus in Höhe von 3,2 Prozent zum Jahr 2016. Auch die Kundeneinlagen sind 2017 um 2,4 Prozent auf insgesamt 911,1 Milliarden Euro gestiegen. "Die Cost-Income-Ratio vor Bewertung verbesserte sich leicht um 0,4 Prozentpunkte auf 64,6 Prozent", teilte Schleweis per Twitter-Dienst mit. Die Kernkapitalquote der Sparkassen stieg 2017 somit auf 15,9 Prozent.

"Den Sparkassen ist es, entgegen aller Prognosen Dritter, gelungen, den Provisionsüberschuss deutlich zu steigern und damit Einbußen im Zinsüberschuss wettzumachen. Er stieg deutlich um 603 Millionen Euro auf insgesamt 7,8 Milliarden Euro", so Schleweis weiter. Mit einem Plus von 16,5 Prozent hätten im Wertpapiergeschäft die Provisionserlöse laut Angaben des Verbands die höchsten relativen Zuwächse erreicht. Der Gesamtumsatz im Wertpapiergeschäft belief sich 2017 auf 119,9 Milliarden Euro. Das ist ein Zuwachs von 17,5 Prozent zum Vorjahr. Der Umsatz ist dabei laut Angaben des DSGV in allen Kategorien gestiegen: Aktien legten um 17,6 Prozent zu, festverzinsliche Wertpapiere um 16,3 Prozent und Investmentfonds um 18,4 Prozent. Unter Berücksichtigung der Wertpapierverkäufe legten die Kunden ihre zusätzlichen Finanzmittel aber ausschließlich in Investmentfonds an, heißt es seitens des DSGV.

Schleweis gegen Wertpapierberatung auf Provisionsbasis

Für DSGV-Präsident Schleweis ist diese Entwicklung keine Überraschung. "Die Geldpolitik der EZB hat zur Folge, dass Spareinlagen als langfristige Vermögensvorsorge nicht mehr belohnt werden. Wertpapiersparen bleibt heute fast die einzige Möglichkeit noch angemessene Vermögenszuwächse zu erzielen", kommentierte er. Er spricht sich auf Twitter klar "gegen Überlegungen aus, die Wertpapierberatung in Deutschland von einer Finanzierung durch Provisionen auf Honorare umzustellen". Denn die Sparkassen gehen aus seiner Sicht mit der provisionsorientierten Beratung sehr verantwortungsvoll um, und gerade in Zeiten niedrigster Zinsen müsse gelten: "jeder Kunde hat ein Recht auf Wertpapierberatung."

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