Skip to main content
main-content

10.10.2019 | Bank-IT | Im Fokus | Onlineartikel

Metadatenmanagement hilft Banken bei der Systemmigration

Autor:
Carsten Lux

Systemmigration ist ein Thema, das bei Banken ganz oben auf der Agenda steht. Allerdings können bei der Umsetzung Kosten und Aufwand schnell aus dem Ruder laufen. Warum Metadatenmanagement eine Lösung ist, erläutert IT-Experte Carsten Lux. 

Angesichts der Niedrigzinsen und sinkender Erträge ringen Banken um jede Form von Kostensenkung und Effizienzgewinn. In der Folge stehen Fusionen an der Tagesordnung, nicht nur bei großen Konzernen, sondern auch bei Sparkassen und Volksbanken. Ausgebremst werden die Institute nicht selten durch ihre IT-Landschaft, die diesen Anforderungen nicht gewachsen ist. Die Legacy-Systeme sind schlichtweg zu kostenintensiv, komplex und unflexibel. Um am dynamischen Finanzmarkt weiter bestehen zu können, müssen die Altsysteme durch eine moderne konzernübergreifende IT-Plattform abgelöst und sämtliche Daten in das neue System übertragen werden. 

Empfehlung der Redaktion

2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Der Weg zu datengetriebenen Geschäftsprozessen

Strategische, technische und organisatorische Herausforderungen für Unternehmen

Die Digitalisierung industrieller Prozesse stellt Unternehmen heute vor große und vielfältige Herausforderungen. Neben den vielen technischen Fragestellungen der Datenerfassung, Datenübertragung, Datenspeicherung, Datenanalyse und Prozessintegration müssen auch organisatorische und strategische Fragestellungen gelöst werden.

Automatisierte Verwaltung wichtiger Informationen

Eine mögliche Lösung: ein umfassendes Metadatenmanagementsystem (MDS). Das erfasst und verwaltet automatisiert wichtige Informationen wie Datendefinitionen, Wertebereiche, Prüfpunkte und Abhängigkeiten zwischen den Datenelementen. Zudem sorgt es für ein übergreifendes Verständnis der Metadaten und verhindert Inkonsistenten bei der Migration.

Ein Knackpunkt bei einer Migration sind die Metadaten, also alle Informationen über die Daten aus technischer und inhaltlicher Sicht. Werden die Informationen nicht ausreichend berücksichtigt, führt das nämlich automatisch zu Problemen und Inkonsistenten bei der Übertragung in das neue System. Allerdings sind die Metadatenbestände der Banken oftmals nur unzureichend gepflegt, sodass Projektteams diese zeitintensiv aufarbeiten müssen. 

Outsourcing verantwortlich für Datenlücken

Verursacht wurde die Situation durch Outsourcing-Initiativen in der Vergangenheit. Die Daten wurden damals aufwändig von Hand migriert, was zahlreiche Datenqualitätsprobleme verursachte. Die Korrekturen beschränkten sich aus Kostengründen nur auf das Nötigste. Metadaten wurden dabei zum großen Teil vernachlässigt: Wichtige Informationen zu Datendefinitionen, Wertebereichen und Prüfpunkten sind nicht mehr vorhanden. Ebenso fehlen die Abhängigkeiten zwischen den Datenelementen. Management Reports und Monatsabschlüsse können so nur noch mit aufwändigen Abstimmungsprozessen angefertigt werden. Gleiches gilt für die Beantwortung von Anfragen seitens der Aufsichtsbehörden.

Noch problematischer sind lückenhaft dokumentierte Metadaten bei Fusionen: Welche Schnittstellen liefern welche Daten an welches System? Eine Impact-Analyse, die die Auswirkungen der Fusion auf die gesamte IT-Landschaft überprüft, ist dann kaum noch möglich. Das erhöht die Projektrisiken maßgeblich.

Metadatenmanagement sorgt für Vollständigkeit

Eine einfache Möglichkeit diesen Problemen vorzubeugen, ist der Einsatz eines umfangreichen MDS. Dieses erfasst und verwaltet Metadaten zentral, sorgt für ein permanentes Datenmonitoring und überprüft das System auf Inkonsistenten. Das Tool visualisiert Prozessschnittstellen und deckt Abhängigkeiten der Daten und Applikationen auf. In einem Business Glossar lassen sich fachliche Definitionen, Begrifflichkeiten und Transformationen technischen Objekten zuordnen. Das verhindert, dass identische Produkte in unterschiedlichen Systemen verschieden bewertet werden. Damit können Anwender Kosten, Aufwand und Risiken sowohl im laufenden Bankbetrieb als auch bei Änderungsszenarien senken. Ein MDS, das alle relevanten Bereiche abdeckt, sollte folgende Punkte umfassen:

  • Data Inventory
  • Data Lineage
  • Impact Analyse
  • Referenzdatenmanagement
  • Business Glossar
  • Datenkatalog

MDS beschleunigt Prozesse und Reaktionszeiten

Auch Aufsichtsbehörden fordern immer häufiger direkt die zugrundeliegenden Daten ein und nicht mehr Berichte. Solche Compliance-Prozesse werden durch den Einsatz der Data Intelligence Lösung um bis zu vier Wochen verkürzt. Ein MDS macht die Banken insgesamt agiler und anpassungsfähiger. Das ist ein großer Vorteil im Hinblick auf die Innovationsgeschwindigkeit der Finanzbranche, die gewaltig an Tempo zugelegt hat - wie Fintechs, Künstliche Intelligenz und Instant Payment zeigen. Wer diesen Wettkampf nicht verlieren will, muss schnell agieren. 

Banken profitieren also in vielerlei Hinsicht vom Einsatz einer Metadatenmanagementlösung. Eine gute Datenqualität bildet die Grundlage, um sowohl für aktuelle als auch zukünftige Anforderungen gewappnet zu sein. 
 

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

23.09.2019 | Bank-IT | Im Fokus | Onlineartikel

Innovative Banken setzen sich beim Kunden durch

28.02.2019 | CRM | Infografik | Onlineartikel

Kundendatenmanagement ist oft veraltet

26.06.2018 | Datenmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Kundendaten besser machen

Premium Partner

    Bildnachweise