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27.08.2020 | Bank-IT | Nachricht | Onlineartikel

Vertrauen der Finanzdienstleister in die Cloud wächst

Autor:
Swantje Francke
2 Min. Lesedauer

Die digitale Transformation treibt Finanzdienstleister in eine Richtung: Cloud-Systeme sollen Prozesse optimieren und eine leistungsfähigere Infrastuktur für neue Geschäftsfelder bieten. Doch laut einer Studie überwiegen noch die Cloud Kritiker in den Führungsetagen.

Jeder vierte Entscheider bei Banken und Versicherern sieht Datensicherheit inzwischen als einen zentralen Vorteil der Cloud-Nutzung. Wie eine Studie von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut belegt, erwarten Finanzdienstleister mehr Sicherheit vor allem durch die einhergehende Transparenz und Ordnung auf den IT- und Prozesslandkarten. Die Studie stützt sich auf die Befragung von 204 Entscheiderinnen und Entscheider sowie Führungskräften aus den Branchen Finanzdienstleistungen, verarbeitendes Gewerbe, öffentliche Verwaltung und Versorgung sowie Telekommunikation und Medien zwischen Mai und Juni.

Mehrheit bleibt Cloud-skeptisch

Die Befragten bei Banken und Versicherern gaben an, die Cloud-Migration habe in der eigenen Organisation mehr Ordnung in die Abläufe und in die IT-Anwendungslandschaft gebracht. So reduziere mehr Übersicht etwaige Risiken beim Identitäts- und Zugriffsmanagement sowie beim Einhalten von Datenschutzstandards.

Auch, wenn sich die Reihen der Befürworter nach und nach füllen, bleiben 60 Prozent der Manager von Finanzdienstleistern Cloud-Systemen gegenüber skeptisch. Als bedenklich empfinden sie so genannte Public Clouds: Daten lagern dann unter anderem bei großen US-Konzernen oder Cloud-Anbietern aus Asien. Für besser kontrollierbar halten Finanzdienstleister die eigenen Mainframe-Rechner für einen wesentlichen Teil ihres Kerngeschäfts. Banken beispielsweise verarbeiteten den Angaben zufolge knapp 90 Prozent aller Kreditkartenoperationen und 29 Milliarden Geldautomatenabhebungen weltweit über diese IT.

Innovationsdruck beschleunigt den Wandel

Die Cloud-Skepsis gerade bei Banken und Versicherern rührt daher, dass sie die Daten ihrer Kunden immer maximal vor unbefugtem Zugriff zu schützen haben. Deshalb ist 58 Prozent der Befragten bei Verhandlungen mit Cloud-Anbietern eine transparente Sicherheitsarchitektur ein vorrangiges Anliegen. Entscheidend ist 67 Prozent der Finanzentscheider zudem eine Datenschutzkonformität nach EU-DSGVO-Standard.

Dass sich die Front gegen Cloud-Systeme in den Führungsetagen peu à peu aufweicht, liegt unter anderem am zunehmenden Innovationsdruck, dem sich Finanzdienstleister stellen müssen, sowie am Entgegenkommen der großen Cloud-Anbieter beim Thema Datenschutz. Unter diesen Umständen entstehen mittlerweile Kooperationen zwischen Großbanken und IT-Dienstleistern der Finanzbranche mit großen US-Cloud-Anbietern. Ein weiterer Pfeiler des Wandels besteht neben dem Austausch der technischen Infrastruktur darin, die bisherigen Mainframe-Teams der Unternehmen in Cloud-Teams zu verwandeln – ein Kulturwandel, den Finanzdienstleister nicht von heute auf morgen werden vollbringen können.

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