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11.06.2014 | Bank-IT | Im Fokus | Onlineartikel

Was Banken über Clouds denken

Autor:
Eva-Susanne Krah

Die Cloud-Welt bei Banken kommt im Schwung. Viele Institute vertrauen auf die Cloud-Umgebung von etablierten IT-Dienstleistern oder Rechenzentren. Argumente für und gegen die Cloud von Bankenseite. Teil 1 unserer Umfrage.

IT-Experten deutscher Geldhäuser und Berater aus dem Bankenumfeld sind sich ob der Sicherheits- und Serviceaspekte der verschiedenen Cloudvarianten einig: Die Private Cloud, bei der hauseigene Filesysteme der Banken entweder komplett in eigenen Rechenzentren betrieben oder an verbundinterne Bank-IT-Dienstleister ausgelagert werden, hat Priorität bei der Nutzung und Speicherung von Daten aus Bankprozessen in virtuellen Cloud-Umgebungen. Eher selten nutzen Finanzdienstleister bisher Storage-Dienste wie die Public Cloud oder die Hybrid Cloud, eine Mischform zwischen beiden Modellen, da sie als weniger sicher gelten. Bei der Hybrid Cloud werden kritische Daten in eine oder mehrere Private Clouds gelagert, der unkritische Datenaneil wird über eine Public Cloud realisiert.

Statements zu Cloud-Modellen

Auch die Nutzung von Cloud-Sourcing-Plattformen, auch als eigener Anbieter von Cloud-Services, können sich einige Kreditinstitute künftig vorstellen. Was IT-Verantwortliche der Geldhäuser und Berater aus dem Bankenumfeld zum Status quo der Clouds sagen:

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  • Heiko Fischer, Bereichsleiter Information Technology & Project Management Cloud, zur Cloud-Nutzung und zu Cloud Sourcing:

"Die ING-Diba setzt in Sachen Cloud schon seit einiger Zeit ausschließlich auf die Nutzung von Private-Cloud-Lösungen in eigenen Rechenzentren. Das gibt uns die Möglichkeit die Vorteile der Virtualisierungs-Technologie mit unserem extrem hohen Anspruch an Sicherheit zu kombinieren. Wir prüfen aktuell den Einsatz eines Hybrid-Cloud-Modelles, allerdings nur für Services die Daten mit sehr geringem Schutzniveau verwenden. Die Public-Cloud ist nach wie vor für uns kein Thema. "Es ist denkbar, dass künftig auch Banken Cloud-basierte IT-Lösungen anbieten. Die technischen Möglichkeiten sind da und die Vorteile liegen auf der Hand. Allerdings ist das für uns als ING-DiBa derzeit sicher kein Geschäftsmodell. Wir konzentrieren uns weiter voll und ganz auf den Service für unsere Kunden. Aber wir werden den Cloud-Markt sicher weiter intensiv beobachten.“

  • Thomas Huxol, Leiter Organisation Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold eG, zur Datensicherheit:

"Die GAD hat jahrzehntelange Erfahrung im Rechenzentrumsbetrieb. Insbesondere die juristischen Datenbestände der angeschlossenen Banken werden seit jeher in der GAD gespeichert, so dass durch die neue Cloud-Infrastruktur keine neuen datenschutzrechtlichen Aspekte zu berücksichtigen sind."

  • Hartmut Jaeger, Berater HDP Management Consulting, zu Cloud-Sicherheit und anbieterneutralen Cloud-Plattformen:

"Die Nutzung von „shared solutions“ hat immer einen Vorteil in Bezug auf Kosten und Effizienz – meist werden höhere Sicherheitsstandards etabliert als in Inhouse-Lösungen. Negative Auswirkungen sehe ich weniger – nur wenn Banken und Sparkassen weiter eigene Kompetenzen im Bereich der Informationsverarbeitung auslagern, geraten sie in eine Abhängigkeit von Zulieferern, die so sicher nicht gewollt ist. Die Cloud liefert im Prinzip die Möglichkeit, Services von einer Vielzahl von Anbietern zu beziehen. Banken und Sparkassen sind gefordert, die Integration solcher Lösungen im eigenen Haus zu bewerkstelligen. Dafür ist eine eigene Kompetenz bei Integration und bei der Architektur zwingend notwendig. Wir haben gerade wieder gelernt, dass selbst die NSA vor Hacker-Angriffen nicht gefeit ist. Es gibt also auf technischer Ebene keinen absoluten Schutz vor unberechtigten Zugriffen auf Daten – weder in Public Clouds bei Amazon noch in Private Clouds hosted in Germany.

Mehr zum Thema Clouds bei Banken lesen Sie in der Juni-Ausgabe von Bankmagazin.

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