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23.04.2021 | Bank-IT | Nachricht | Onlineartikel

Finanzdienstleister nehmen Fahrt auf

Autor:
Christian Kemper
3 Min. Lesedauer

Agile Methoden und Cloud-Technologien verändern die Finanzbranche nachhaltig. Wie innovative Lösungen eingesetzt werden und welche Erfahrungen die Institute damit machen, erläuterten namhafte Referentinnen und Referenten auf der 6. Konferenz für Finanztechnologie.

In der Cloud stellen sich Banken und Versicherer zukunfts- und wettbewerbsfähig auf. Sie müssen sich auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren und geben daher immer mehr IT-Prozesse an Dienstleister ab. Dabei sollten sie insbesondere auf den Datenschutz und eine transparente sowie regelkonforme Vertragsgestaltung achten. Das betonte Sibel Kocatepe, Referentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), zum Auftakt der Digital Revolution, der 6. Konferenz für Finanztechnologie, die am 22. April virtuell stattfand.

"Die Cloud ist nicht nur technisch eine Revolution, sondern auch bei uns in der Finanzaufsicht", sagte Kocatepe, die bei der Bafin in der Gruppe IT-Aufsicht mit Schwerpunkt Auslagerung an Cloud-Anbieter tätig ist. Kocatepe wirkt unter anderem an den Abstimmungen mit Cloud-Anbietern zu vertraglichen Zusatzvereinbarungen für Finanzdienstleistungsinstitute mit. Insbesondere bei der Kommunikation mit den führenden US-amerikanischen Anbietern Amazon Web Services (AWS), Google und Microsoft sieht die Bafin-Referentin noch Unterstützungsbedarf bei hiesigen Instituten. 

Cloud-Services eröffnen neue Potenziale

Sicherheit kombiniert mit einer einfachen Anwendung sowie der Offenheit für Systemintegration und Kollaboration verspricht Carmen Große, Enterprise Account Executive DACH bei Box Deutschland, den Geldhäusern und Versicherungsunternehmen hierzulande. Ihr Unternehmen, ein an der New York Stock Exchange notierter Anbieter für Cloud Content Management, betreut namhafte Kunden aus der Finanzbranche und darüber hinaus bei der Auslagerung von Daten und Geschäftsprozessen. 

Was es heißt, ein vollständig agiles Geldhaus zu sein, erläuterte Flavio Passaro, Leiter Human Resources (HR) Business Partner Organisation der COO/CIO-Domains bei ING Deutschland. Sein Werkstattbericht zeigte die Herausforderungen im Arbeitsalltag und insbesondere seit Ausbruch der Corona-Krise. Nicht nur das Kundenverhalten habe sich verändert, sondern auch "Working from Home" zur Eindämmung der Pandemie. "Veränderung tut weh", resümierte Passaro, daher müssten Mitarbeiter im Transformationsprozess nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional abgeholt werden.

Alle Prozesse kommen aus einer Hand

Wie Finanzdienstleister überzeugende Kundenerlebnisse schaffen und ihren Datenschatz im Private Banking heben können, erläuterte Marco Richter, Co-Founder von Wealthpilot. Sein Unternehmen schaffe eine optimierte Wertschöpfungskette für Kunden und Berater. "Alle Prozesse für eine ganzheitliche Finanzberatung und -planung kommen bei uns aus einer Hand", warb Richter.

Die Keynote der Konferenz hielt Hans-Jürgen Plewan, Chief Information Officer (CIO) und als Bereichsleiter verantwortlich für die IT der Dekabank. Plewan zeichnete den Wandel der Digitalisierung in der Organisation, den Prozessen und der Infrastruktur seines Hauses nach. "Die Rolle der IT verändert sich vom Business Enabler zum Treiber", konstatierte der CIO. Dadurch komme es zu mehr Geschwindigkeit und Agilität. Doch auch die IT selbst verändere sich, indem auch deren Prozesse vollständig digitalisiert werden.  

Mit zwei Praxisberichten aus der Versicherungsbranche endete die 6. Konferenz für Finanztechnologie. Thomas Wolf, Vorstand von Die Bayerische Digital, zeigte sein neues Bestands- und Schadensystem. "Hin zum Kunden statt nur weg vom Mainframe", lautete der Arbeitsauftrag. Das großangelegte IT-Projekt soll Automatisierung und Kostenreduktion sowie Integration und strategische Vision des Versicherers vorantreiben. Dis Ende 2021 werde das Projekt fertiggestellt und bis Ende 2020 vollständig migriert sein, kündigte Wolf an. Die Ergo Group wiederum hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 digital führend in der Versicherungsbranche zu werden. Dafür verantwortlich ist Chief Digital Officer (CDO) Mark Klein. Er implementiert mit seinem Team zeitgemäße Technologien in die Praxis des Versicherungsgeschäfts. Dazu zählt Klein insbesondere Robotic Process Automation (RPA), Künstliche Intelligenz (KI), Spracherkennung und -steuerung (Voice) sowie virtuelle Realität (VR).

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