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16.01.2018 | Bank-IT | Schwerpunkt | Online-Artikel

IT-Strategie hilft Banken im Umgang mit Fintechs

4 Min. Lesedauer

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Autor: Tobias Weidemann

Sind Fintechs eine Bedrohung für Banken oder eher die Partner, die das fehlende Puzzlestück zur digitalen Transformation der jahrhundertealten Branche beisteuern können? Eine klare IT-Strategie kann den Banken helfen, mit Fintechs das Beste aus der Digitalisierung herauszuholen.

Die Berater von KPMG sind sich sicher, dass eine klare IT-Strategie den Banken im Umgang mit Fintechs helfen kann. Das ist nämlich das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie, in der Führungskräfte und Entscheider von mehr als 160 Finanzunternehmen aus 36 Ländern befragt wurden; darunter Banken, Versicherer und Vermögensverwalter. 57 Prozent aller Befragten sehen in Fintechs die Hauptursache von Disruption in der Finanzwelt, noch vor den weltweit wachsenden regulatorischen Unsicherheiten (51 Prozent) und neuen Geschäftsmodellen (46 Prozent).

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2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Digitalisierung und Fintechs – das traditionelle Bankgeschäft im Wandel

Das Thema Digitalisierung ist in der deutschen Kreditwirtschaft hoch priorisiert. Doch statt revolutionärer Strategien stehen meist Kostensenkungsmaßnahmen, flankiert durch die Optimierung des Online- und Mobile-Banking-Angebotes, im Fokus. Hinzu kommt das Thema Daten- und IT-Sicherheit. Das Buchkapitel wirft einen Blick auf das Geschäftsmodell der klassischen Kreditinstitute ihre Bedrohung durch Fintechs. 


Während sich die meisten Unternehmen der Veränderungen durch disruptive Technologien wohl bewusst sind, verfolgt nicht einmal die Hälfte aller Finanzunternehmen eine klare und effektive Strategie, um diese immense Herausforderung direkt anzugehen. So sind nur 46 Prozent der Befragten überzeugt davon, dass ihr Unternehmen eine strikte Fintech-Strategie verfolgt. Davon wiederum glaubt nur knapp die Hälfte, dass ihr Unternehmen tatsächlich gut gewappnet ist, um mit den Herausforderungen durch Innovationen im Finanzsektor Schritt halten zu können. Zehn Prozent haben offenbar gar keine Strategie zur Einbindung innovativer Technologien in ihr Unternehmen. Bei 42 Prozent aller Finanzunternehmen zeichnet sich die Entwicklung einer solchen Strategie zumindest ab.

Oft fehlt eine klare Fintech-Strategie

"Viele Unternehmen im Finanzbereich tun sich schwer damit, eine effiziente und klare Fintech-Strategie in ihrem Unternehmen aufzubauen, um der Disruption in diesem Sektor adäquat entgegentreten zu können“, weiß Sven Korschinowski, Partner im Bereich Financial Services bei KPMG. Oft seien die Innovationen auf einzelne Abteilungen oder Funktionsbereiche beschränkt, die übergreifende Strategie fehle vielen Unternehmen jedoch.

72 Prozent aller Befragten sind der Meinung, dass Fintech-Start-ups in den nächsten drei Jahren die größte Quelle für Innovationen darstellen. So wundert es nicht, dass 81 Prozent bereits eine Kooperation mit Start-ups haben oder für die nächsten zwölf Monate planen.

Kundenfokus als primäres Ziel der Digitalisierung

Dort, wo Strategien zur Einbindung von Innovationen in den Finanzsektor Anwendung finden, wird der Fokus zumeist auf den Ausbau des Kundenservices gelegt, Themen wie Automatisierung von Workflows oder Verbesserung der IT-Sicherheit folgen dahinter. Klar ist: Der Kunde ist in den vergangenen Jahren im Banking- und Versicherungswesen anspruchsvoller geworden. Er vergleicht mehr, ist weniger loyal gegenüber seinem Bankberater oder Versicherungsvertreter. Und er ist weniger bereit, ein Produkt von der Stange zu kaufen, was sowohl für Produktmanager als auch für IT-Verantwortliche Herausforderungen mit sich bringt. "In den letzten Jahren lässt sich vermehrt beobachten, dass Kunden von Finanzinstituten maßgeschneiderte Produkte erwarten, die direkt auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind", bestätigt Korschinowski.

Alte und neue Wirtschaft: Unternehmenskulturen prallen aufeinander

Doch der Umgang mit den Unternehmen, die im Fintech- und Insurtech-Bereich tätig sind, ist gerade aus Sicht vieler Großunternehmen nicht ganz einfach. Zu unterschiedlich sind die Workflows und Unternehmenskulturen – und selbst innerhalb dieser vergleichsweise homogenen Gruppe ist die Herangehensweise an Themen und Herausforderungen nicht immer vergleichbar. Auch befürchten Banken in Hinblick auf die Einhaltung von Compliance-Richtlinien Probleme in der Zusammenarbeit mit Start-ups. Doch diese Befürchtungen dürften weitgehend unbegründet sein, schließlich hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bereits in der Vergangenheit mehrfach klar gemacht, dass an Fintech- und Insurtech-Start-ups dieselben strengen Regeln angelegt werden, wie an etablierte Finanzdienstleister und Geldinstitute.

Jürgen Wannhoff, Vizepräsident und Mitglied des Vorstandes Sparkassenverband Westfalen-Lippe, führt dazu im Springer-Buch "Neue Erlösquellen oder Konsolidierung? – Geschäftsmodelle der Banken und Sparkassen auf dem Prüfstand", das zum Duisburger Banken-Symposium erschienen ist aus, wie sich beispielsweise die Sparkassenwelt durch das Hinzukommen neuer Partner seitens der Fintech-Szene wandelt. Er skizziert im Beitrag "Digitalisierung und fintechs – das traditionelle Bankgeschäft im Wandel" mit den vier Trends im Rahmen der Digitalisierung der Prozesswelt – Mobility, Social, Cloud und Big Data – einen tiefgreifenden Wandel, den die Sparkassen als Herausforderung verstehen. Gleichzeitig habe sich der Anspruch der Kunden an die Kommunikation mit der Sparkasse ebenfalls verändert. Neue Elemente wie videogestützte Beratung und Avatare seien hinzugekommen. Wannhoff fasst die Herausforderungen folgendermaßen zusammen: "Unter dem Strich beinhaltet die Digitalisierung des Bankgeschäftes für Kunden und Sparkassen große Chancen. Beispielsweise lassen sich Effizienz und Komfort erheblich steigern." Es würde daher alles digitalisiert werden, "was digitalisiert werden kann."

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