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29.11.2018 | Bank-IT | Infografik | Onlineartikel

Banken müssen ihre IT-Infrastruktur verbessern

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Bei der Gesamtbanksteuerung geht es nicht nur um die Umsetzung langfristiger wirtschaftlicher Strategien, sondern auch um die Anpassung der IT. Welche Aufgaben die Banken dabei meistern müssen, zeigt eine aktuelle Analyse. 

"Mehr noch als der Aufbau der Organisation sind die Tätigkeiten der handelnden Personen, deren Abfolge und Ineinandergreifen ausschlaggebend für Effizienz und Qualität der IT einer Bank", sagt Joachim Dorschel im Buchkapitel "Organisation und Prozesse der Bank-IT in der Digitalisierung". Damit beschreibt er die Situation der Banken im Hinblick auf ihr technisches Fundament (Seite 112). Dabei unterteilt der Springer-Autor die Aufgaben der Bank-IT in zwei Gruppen: 

  • Solche, die dem Betrieb der IT einschließlich der Vorbeugung und Beseitigung von Störungen dienen ("Run") 
  • und solche, die auf Veränderungen der IT, meist in Form von Projekten, gerichtet sind ("Change"). 

Für beide Gruppen gelte, dass die etablierten Vorgehensmodelle und Methoden durch die Digitalisierung "signifikante Veränderungen erfahren, eine erfolgreiche digitale Transformation selbst aber gut funktionierende und effiziente Prozesse voraussetzt".

Mängel bei der Datenqualität

Doch gerade hier beklagen Banken und Finanzdienstleister häufig Probleme, wie die Studie "Banking Insight 2018" von MSG Gillardon und der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" zeigt. Demnach ist fast die Hälfte der befragten Institute mit den Qualitätsprozessen im Zusammenhang mit Daten nicht zufrieden. Dabei sei der Blick der Geldhäuser möglicherweise auch von den Anforderungen der Bankenaufsicht geprägt, meinen die Studienexperten. Ein Drittel der befragten Banken will perspektivisch weg von individueller Datenverarbeitung. Jeweils etwa ein Viertel hat demnach vor, ein durchgängiges IT-Infrastrukturzielbild zu erstellen, die eigene IT umfassend zu renovieren oder ein, gegebenenfalls
neues, Datawarehouse aufzubauen. 

"Dies bedeutet, dass eine adäquate IT-Unterstützung der Gesamtbanksteuerung immer mehr an Bedeutung gewinnt", meint auch Helmut Kutschera im Buchkapitel "Gesamtbanksteuerung in der Digitalisierung" auf Seite 212. Auch der Big-Data-Gedanke könne gerade für die zentrale Banksteuerung größerer Häuser von großer Bedeutung sein. "Zum einen sind hier große Datenmengen zu managen, die über längere Zeiträume vorzuhalten sind, wobei eine Sicht auf die historischen Einzelgeschäfte erforderlich ist. Zum anderen sind für die Ableitung von Steuerungsimpulsen neben Standardreports zunehmend flexible Auswertungsmöglichkeiten, auch ad-hoc, gefordert", schreibt der Springer-Autor.

IT-Infrastruktur und Gesamtbanksteuerung hängen zusammen

Auch die Resonanz der für die Studie Befragten bestätigt eine zunehmende technische Abhängigkeit der Gesamtbanksteuerung von der IT-Infrastruktur. Institute, die die neuen Möglichkeiten zur Kundensegmentierung, zur verbesserten Marktansprache und zur margenerhöhenden Preispolitik nicht nutzten, fallen im Wettbewerb und in der Ertragserzielung zurück. So lautet das Resümee der Studienexperten. "Die Gesamtbanksteuerung muss daher künftig sehr viel präziser, schneller und verlässlicher als bisher analysieren Handlungsempfehlungen ableiten und Ad-hoc-Simulationen konsistent über alle Bankbereiche ermöglichen."

Banken könnten zum Beispiel für eine zielgerichtete Kundenansprache oder individualisiertere Preispolitik verstärkt auf digitale Technologien wie etwa die Künstliche Intelligenz (KI) setzen. "Um die Potenziale, die sich daraus ergeben, zu nutzen, sind erhebliche Investitionen in die technische Infrastruktur erforderlich – die im Gegenzug aber auch die Steuerungsmöglichkeiten stark verbessert", heißt es in der Studie. Features wie Simulationen per Mausklick, automatisiertes Reporting und automatisierte Erzeugung intelligenter Handlungsvorschläge, die mehrere, bisweilen auch konfliktionäre Zielgrößen berücksichtigen können, so möglich ermöglicht.

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