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02.08.2017 | Bank-IT | Im Fokus | Onlineartikel

Mit Robotic Process Automation Bankprozesse effizienter gestalten

Autor:
André Burger
2:30 Min. Lesedauer

 

Die Integration von Robotic Process Automation ermöglicht Banken, repetitiv-sequenzielle Tätigkeiten an eine Software auszulagern und so die Effizienz zu steigern. Doch nicht jede IT-Lösung ist für alle Institute gleich gut geeignet. Ein Gastbeitrag.

Die Lösung Robotic Process Automation (RPA), bei der über eine Software Aktivitätsketten über verschiedene Applikationen und Systeme hinweg gesteuert werden, ist marktreif, aber unter Europas Banken noch wenig verbreitet. Dabei kann durch dessen Integration eine erhebliche Effizienzsteigerung von bis zu 80 Prozent erzielt werden. Vor allem die Finanzbranche und speziell Kreditinstitute mit ihren regelbasierten und standardisierten Prozessen können RPA nahtlos integrieren. Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Prozesse bereits digitalisiert sind.

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Die Software interpretiert dabei von Menschen ausgeführte repetitive Tätigkeiten als Algorithmus und setzt diese automatisiert um. Ein Beispiel zur Veranschaulichung ist die KYC-Analyse. Während bei der manuellen Bearbeitung die Resultate von mehreren Interfaces zeitaufwändig abgeglichen werden müssen, werden bei der Bearbeitung durch RPA die Daten der Neukunden in einem Interface vereint und automatisch konsolidiert. Die Bearbeitungszeit dafür reduziert sich von mehr als zwei Stunden auf weniger als fünf Minuten. Bei der manuellen Bearbeitung liegt der First Pass Yield bei 65 Prozent, bei RPA bei 100 Prozent.

Datensammlung, Dateneingabe und Screenings sind zeitaufwändige und geringwertige Aufgaben, die einfach automatisiert werden können, um den (zeitlichen) Aufwand für KYC-Analysten zu reduzieren. Wie sich Robotic Process Automation vom manuellen Prozess unterscheidet, zeigt die nachstehende KYC-Analyse.


Die Anwendung von RPA lohnt sich vor allem im Back-Office-Bereich. Hier ersetzt die Software die fehleranfällige und zeitraubende manuelle Bearbeitung der Aufgaben durch menschliche Mitarbeiter. Durch diese Einsparung werden Mitarbeiterkapazitäten für die Verbesserung des Kunden- und Innovationsmanagements freigesetzt. Außerdem kommt den Mitarbeitern nun die Verantwortung des RPA-Monitorings zu. Im Front-Office-Bereich wirkt die RPA-Software komplementär und unterstützt die Mitarbeiter beim Kundenservice.

Evaluationsprozess und Marktradar

Der Markt der RPA-Software ist noch übersichtlich und nicht jede Software für die Finanzbranche ist für jede Bank individuell gleich gut geeignet. In Zusammenarbeit mit einer unabhängigen IT-Beratung kann ein Kreditinstitut in einem mehrstufigen Evaluationsprozess 

  • die optimale Software, 
  • die Ziele der Automatisierung und 
  • die zu automatisierenden Unternehmensbereiche identifizieren. 

Dieser Prozess kann in wenigen Wochen abgeschlossen werden. Neben technischen und prozessualen Eigenschaften der Bank wird auch die RPA-Software auf mehrere Kriterien geprüft. Kriterien, die sich auf die Angebotsreife beziehen, sind:

  • der Funktionsumfang,
  • die Skalierbarkeit der Roboter,
  • die Wartungsintensität,
  • die Architekturintegration,
  • die Benutzerfreundlichkeit,
  • die Erlernbarkeit sowie Sicherheit. Letztere ist insbesondere für die Finanzindustrie relevant.

Kriterien, die das Zukunftspotenzial betreffen, sind die Marktdurchdringung in der Branche des Kunden sowie Vision und Strategie der Softwareunternehmen. Die Erfüllung der einzelnen Kriterien durch die verschiedenen RPA-Softwareangebote lassen sich in einer Vergleichsmatrix übersichtlich darstellen. Dieser Marktradar kann im Evaluationsprozess als Entscheidungshilfe unterstützend eingesetzt werden. Durch die intensive Beschäftigung mit der Identifizierung der geeigneten RPA-Software kann die Bank Ineffizienzen und nachträglichen teuren Umstellungen vorbeugen. Mit Künstlicher Intelligenz (KI) steht die nächste Stufe der intelligenten Lösungen schon in den Startlöchern.

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