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31.07.2014 | Bank-IT | Im Fokus | Onlineartikel

Tipps für das Multi-Provider-Management

Lagern Banken und Sparkassen Tätigkeiten an Dienstleister aus, erhoffen sie sich dadurch Einsparungen. Sie können allerdings durch eine ungeschickte Provider-Strategie schnell wieder zunichte gemacht werden. Tipps für die Steuerung.

1. Eine klare Aufgabenabgrenzung sowohl zwischen den Providern und dem Providermanagement des Kunden als auch innerhalb des an die einzelnen Provider auslagerten Scopes ist ein Muss. Damit geht einher, dass es möglichst keine gegenseitige Schuldzuweisung bei Fehlern und Störungen zwischen den Providern und dem Providermanagement des Kunden geben darf.

2. Fachbereiche dürfen im Zeitalter der Cloud Computing nicht am zentralen IT-Providermanagement vorbei IT-Services mit Dauerleistungen beauftragen. Sonst läuft das Unternehmen Gefahr, insbesondere in regulierten Branchen wie der Kreditwirtschaft, die Steuerung nicht mehr wahrnehmen zu können. Das Providermanagement muss für Cloud-Service-Provider im Unterschied zu On-Premise-Service-Providern neue Steuerungsinstrumente integrieren oder Verträge schärfer aufsetzen. Die taktische Steuerung muss übergreifend aus einer Hand erfolgen.

3. Zentrale Steuerung der Provider im auslagernden Unternehmen durch klar definierte Rollen und Prozesse für den taktischen als auch für den operativen Bereich. Der Aufwand dafür ist höher als im Single-Provider-Management, aber durch die höhere Spezialisierung und Risikodiversifizierung auch gerechtfertigt. Es muss einen regelmäßigen Austausch der Ansprechpartner zwischen den verschiedenen Provider-Teams und dem auslagernden Unternehmen geben.

4. Zwingend erforderlich ist eine IT-Governance beim auslagernden Unternehmen, möglichst standardisiert für alle Kunden-Provider-Beziehungen. Dazu gehören etwa ein zentrales Vertrags-, Risiko- und Service-Level-Management beim Kunden zur Klärung von Schwierigkeiten an den Schnittstellen und Prozessen. Auch definierte Reportings zur Minimierung des Risikos und zur Erkennung von einzelnen Abhängigkeiten sollten Pflicht sein. Hier kann beispielsweise der Steuerungskatalog von COBIT entscheidend weiter helfen.

5. Multi-Providermanagement verlangt nach besonders qualifiziertem und erfahrenem Personal. Nicht nur für die Planung, also zum Beispiel die Auslagerung und den Aufbau des Vertragsmanagements, sondern auch für das langfristige Multi-Provider-Sourcing. Gegebenenfalls müssen die Beschäftigten durch externe Coachings qualifiziert werden.

6. Es zählen nicht nur die Kosteneinsparungen, die sich durch ein Outsourcing auch an mehrere Provider ergeben können, sondern auch die Zusatzkosten, die durch das Provider-Management entstehen. Hierbei sind dauerhafte adäquate Rollen und Prozesse der kostentreibende Faktor, der bei nicht besonders qualifizierter Steuerung noch mehr auf die Folgekosten drückt.

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