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11.06.2021 | Bank-IT | Infografik | Onlineartikel

Automatisierungsleader der Finanzbranche weisen den Weg

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2:30 Min. Lesedauer

Automatisierung in der Finanzbranche schafft neue und bessere Services, führt zu smarteren Prozessen und spart Kosten. Doch nicht alle Finanzunternehmen spüren positive Effekte, belegt eine aktuelle Umfrage. Die führenden Institute könnten als Orientierungshilfe dienen.

"Die Automatisierung der Customer Journey kann dazu beitragen, die von den Kunden gewünschten Vorteile wie mobile Services, sofortige Kreditentscheidungen und eine schnellere Bereitstellung von Dienstleistungen zu bieten", sagt Stuart Duncan, Partner bei Nextwave Consulting und ehemaliger Managing Director bei Barclays. Er gehört zur Gruppe der insgesamt 500 Bank- und Vermögensverwaltungsexperten, die für den aktuellen Appian Automation Maturity Index befragt wurden. Dieser liefert laut des Anbieters für Low-Code-Automatisierung Daten über die Fortschritte der Finanzbranche in diesem Bereich, die sich nach Land, Teilbranche und Unternehmensgröße vergleichen lassen.

Die Teilnehmer wurden in Zusammenarbeit mit Longitude, einer Financial-Times-Tochter, unter anderem zu eigenen Erfahrungen mit der Automatisierung als auch deren geschäftlichen Nutzen befragt. Die Manager sind in Retail-, Geschäfts- und Investmentbanken sowie bei Vermögensverwaltern tätig. Sie repräsentieren sowohl kleine Institute als auch große Bankkonzerne aus Großbritannien, den USA, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland, Italien, Spanien, Hongkong und Singapur. Vertreten sind neben geschäftsorientierten Führungskräften aus Bereichen wie Management, Strategie, Recht und Finanzen auch IT-, Data-Science- und Automatisierungsexperten. 

Finanzhäusern fehlt oft die Automatisierungsstrategie

Die Studie ermittelte, dass rund 20 Prozent der Institute zu den sogenannten Leadern gehören. Diese nutzen bereits innovative oder hochentwickelte Automatisierungstechnologien umfassend und haben bis auf wenige Ausnahmen auch eine entsprechende Strategie. Sie vernetzen der Erhebung zufolge Menschen, Künstliche Intelligenz (KI), Robotic Process Automation (RPA), Workflows, Datenbanken sowie Systeme und Prozesse besonders effektiv miteinander. Durch diese Orchestrierung profitieren nach Angaben der Teilnehmer Kunden wie Mitarbeiter von den Vorteilen. Hierzu gehören geringere Kosten als auch eine bessere Wettbewerbsfähigkeit. Zudem unterstützt die Automatisierung die Arbeit des Risikomanagements, Aufgaben im Compliance-Breich sowie die Geschäftsstrategie insgesamt.

Das Gros der Befragten gehört allerdings mit 65 Prozent zum sogenannten Mainstream. Hier sorgt die Automatisierung bei knapp der Hälfte der Teilnehmer (48 Prozent) für Kostenersparnisse. Allerdings verfügen von den Banken im Mittelfeld nur 76 Prozent über eine umfassende Automatisierungsstrategie. 44 Prozent befinden sich außerden noch in der Pilotphase der Implementierung. Unter den Nachzüglern in der Finanzbranche, die in der Befragung 15 Prozent ausmachen, sehen 93 Prozent kaum oder kein Einsparpotenzial. Von diesen Unternehmen haben mehr als zwei Drittel (71 Prozent) zudem keine entsprechende strategische Ausrichtung.  

Automatisierung verbessert Kunden- und Mitarbeitererlebnis

"Das Verständnis der Automatisierungsstrategien und -investitionen der Leader wirft für den Rest der Branche ein Licht darauf, wie man Automatisierung nutzen kann, um das Kunden- und Mitarbeitererlebnis zu verbessern, Umsatz und Kosteneinsparungen zu erzielen und schnell auf regulatorische und Marktveränderungen zu reagieren", betont Mike Heffner, Vice President Solutions und Industry bei Appian.

Dabei belegen die Umfrageergebnisse, dass die Unternehmensgröße und der Reifegrad der Automatisierung stark korrelieren. "Die größten Finanzdienstleister der Welt sind verständlicherweise führend bei der Umstellung auf Automatisierung. Die Fortschritte, die sie erzielen, können der gesamten Branche als Orientierung dienen. Aber Größe allein ist nicht alles", so Heffner. "Wir sehen eine große Kluft zwischen Leadern und Nachzüglern sowie eine signifikante Mehrheit, die über alle Branchenunterkategorien hinweg in den Mainstream fällt."

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