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01.12.2015 | Bankausbildung | Im Fokus | Onlineartikel

Bonuspools in der Diskussion

Autor:
Eva-Susanne Krah

Einige europäische Banken setzen aufgrund wachsender Kosten bei den Boni den Rotstift an. Nicht so die US-Großbank J.P. Morgan.

Die Investmentbank will offenbar ihren Bonuspool gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabil belassen. Laut dem "Handelsblatt" könnte sich das nur ändern, wenn die Geschäfte im Dezember besser laufen als erwartet. 30 Prozent der Erträge aus den Bereichen Firmenkunden und Investmentbanking habe die Bank im vergangenen Jahr 2014 für Gehaltszahlungen an ihre Bankmitarbeiter aufgewendet.

Wer Bonuszahlungen kürzen will

Verschiedene andere Banken gehen daran, die Bonuszahlungen für ihre Mitarbeiter zu kürzen, um wachsende Kostenbelastungen unter anderem durch den Aufwand aus Compliance-Vorschriften auszugleichen. Allen voran die Deutsche Bank, die ihren Bonuspool um rund ein Drittel kürzen will und damit Einsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro bewirkt, wie das Handelsblatt feststellt. John Cryan, Co-Chef der Deutschen Bank, hatte zuletzt im Rahmen des von ihm angekündigten Strategiewandels des Geldhauses geäußert, dass er Bonuszahlungen im Zuge des Umbaus der Bank kürzen wird. Zudem hält er viele Gehälter im Bankensektor generell für zu hoch, wie er auf einer Veranstaltung in Frankfurt am Main sagte. Ebenso plant die Crédit Suisse nach Medienangaben Bonireduzierungen um bis zu 60 Prozent.

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Die Gehälter der Einkommensmillionäre deutscher Banken im Investmentbanking lagen 2013 laut einem Report der European Banking Authority in London, der im September 2015 veröffentlicht wurde, bei 1,49 Millionen Euro. Das Verhältnis von variabler zu fester Vergütung betrug dabei 185 Prozent. Im Jahr 2012 waren es noch 325 Prozent. Im Privatkundensektor betrug das Verhältnis von variabler zu fester Vergütung 177 Prozent, im Vorjahr 120 Prozent.

Variable Vergütung als Teil der Reputation

Spätestens seit der Finanzkrise stehen überhöhte Boni der Banken stärker in der Kritik und gehören zu den wichtigen Aspekten des Reputationsmanagements der Kreditinstitute. Bereits Mitte Januar vergangenen Jahres ging die Diskussion über Boni in Banken in eine nächste Runde, wie Bankmagazin-Autor Rainer Spies in seinem Beitrag "Einheitiche Regelung gesucht" (Ausgabe 4/2014, Seite 54-57) schreibt. Grund waren auch die neuen Bemessungsgrundlagen für die variable Vergütung. Die Finanzaufsicht Bafin hatte damals an etliche deutsche Großbanken schlechte Noten für den Umgang mit ihren Boni verteilt. Nur bei vier von 15 Banken erreichten die Bonussätze maximal die Höhe des Grundgehalts – wie es seit 2014 EU-weit vorgeschrieben ist.

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Quelle:
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