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05.02.2024 | Bankausbildung | Interview | Online-Artikel

"Wir investieren in die Entwicklung unserer Teams"

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

5 Min. Lesedauer

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Die Taunus Sparkasse hat im November ihr neues Nachwuchsleistungszentrum in Frankfurt-Höchst offiziell eröffnet. Bereits seit August lernen dort die Auszubildenden des aktuellen Jahrgangs. Vorstandschef Oliver Klink erläutert das Konzept im Interview.

springerprofessional.de: Was bietet dieser Ort den künftigen Fachkräften im Gegensatz zur bisherigen Ausbildung? 

Oliver Klink: In unserem Nachwuchsleistungszentrum adaptieren wir eine zukunftsorientierte Hochschulatmosphäre, ausgestattet mit modernster digitaler Technik. So bieten wir unseren jungen Talenten ein modernes und attraktives Lern-Umfeld. Wir wollen, nein wir müssen, unseren Nachwuchs auf die Tools der Zukunft vorbereiten. Und das geht am besten, indem sie von Anfang an den Umgang damit lernen. Einzigartig ist aber auch, dass in diesen zentralen Ausbildungscampus eine unserer modernisierten Filialen eingebettet ist. So sind Theorie und Praxis im wahrsten Sinne des Wortes nur eine Tür voneinander entfernt.

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Was sind die Besonderheiten Ihrer digitalen Lerntools? 

Wir nutzen alle digitalen Medien, die heutzutage auch im Kundenkontakt und im Betriebsalltag eine wichtige Rolle spielen - von Smart-Pads und Smart-Phones bis hin zu Videolösungen, mit deren Hilfe Lerninhalte interaktiv bewältigt werden. Alles ist gestützt auf intelligente Softwarelösungen, von komplett digitaler Einsatzplanungen für den Filial-Betrieb bis hin zu den Lernfortschrittskontrollen. Dabei ist ausdrücklich viel Eigenverantwortung von unseren jungen Kolleginnen und Kollegen gefordert. Und das miteinander und voneinander Lernen. Das machen wir möglich, in dem wir den Auszubildenden modern und attraktiv gestaltete Work-Spaces zur Verfügung stellen. 

Sie berichten von über 360 Kandidaten, die sich 2023 für eine Ausbildung bei Ihnen interessiert haben. Das sind 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Wieviel Anteil hat das neue Konzept an diesem Zulauf? 

Zunächst einmal freut mich der Zuwachs an Bewerbungen. In der Region und darüber hinaus verbinden die Menschen mit unserer Taunus Sparkasse seit vielen Jahren eine erstklassige Ausbildung. Damit dies auch so bleibt, hat unser Personalmanagement-Team um Norbert Wirth unser Ausbildungskonzept weiterentwickelt. Dass die Bewerberzahlen weiterhin kontinuierlich wachsen, ist eine klare Reaktion auf die von Grund auf erneuerte Ausbildungsidee, die unsere Auszubildenden nun mit Leben füllen - und über die sie auch positiv berichten. Das Nachwuchsleistungszentrum ist eine gute Investition in die Zukunft für unsere Auszubildenden und für die Taunus Sparkasse, die sich jetzt schon bezahlt gemacht hat.

Wie stark profitiert Ihr Haus von der günstigen Lage in der Metropol-Region?

Unser Geschäftsgebiet mit dem Hochtaunuskreis und dem Main-Taunus-Kreis und Frankfurt-Höchst liegt mitten in der Metropol-Region Frankfurt-Rhein/Main. Damit stehen wir aber auch in einem beinharten Wettbewerb um Auszubildende, Talente und Fach- und Führungskräfte. Um Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu begeistern, braucht es zukunftsorientierte Angebote. Aber sicherlich ist eine Zentralisierung der Ausbildung in einem bevölkerungsreichen, aber von der Ausdehnung her relativ kleinen Geschäftsgebiet leichter.

Warum hat sich die Taunus Sparkasse bei ihrer Ausbildungsstrategie für ein eher hochschulähnliches Lernumfeld entschieden? Treten Sie damit nicht in Konkurrenz zur universitären Bildung?

Diesen Wettbewerb gibt es ja bereits seit langem. Wir haben unsere Ausbildungsstrategie konsequent an den Erwartungen der jungen Talente, aber eben auch an den künftigen Aufgaben einer Sparkasse ausgerichtet. Moderne technologische Infrastruktur und eine Arbeitsumgebung, die Spaß am Lernen fördert. Coworking-Räume, Think-Tanks und eine eigene Küche unterstützen selbständiges Arbeiten und eigenverantwortliches Handeln. Wir wollen mit unseren Investitionen mit den attraktiven Universitäten und Fachhochschulen in der Region wieder auf Augenhöhe agieren.

Wie werden die künftigen Fachkräfte in diesem Konzept in die praktische Arbeit - etwa in der Kundenberatung - eingebunden?

Integraler Bestandteil des Nachwuchsleistungszentrum ist eben eine echte Filiale. Durch die Nähe zur Kundenberatung haben unsere Auszubildenden die Möglichkeit, direkt an Beratungsgesprächen teilzunehmen und von den erfahrenen Beraterinnen und Beratern zu lernen. Zudem können Sie auch an Videoservice- und Beratungsangeboten teilnehmen. So sind sie nicht auf sich gestellt, sondern werden in und durch die Praxis unterstützt. Hinzu kommen die normalen Ausbildungswege in verschiedenen anderen Abteilungen der Sparkasse.

Wie kommt das neue Nachwuchsleistungszentrum bei den Auszubildenden, aber auch den Mitarbeitenden an? 

Mit Begeisterung. Aus den Gesprächen nehmen wir durchweg eine Super-Resonanz mit. Die jungen Berufseinsteiger finden das Nachwuchsleistungszentrum richtig spannend und erzählen voller Stolz davon. Es macht ihnen Spaß, dort zu lernen und zu arbeiten. Für die jungen Menschen ist es doch eh schon selbstverständlich, sowohl digital als auch gemeinsam im Team zu lernen. Dass sie das auch bei uns finden, das hat sie schlicht positiv überrascht. Und auch das Team um Filialleiterin Sylke Franz ist begeistert, mit den jungen Leuten zu arbeiten und ihnen viel Praxiserfahrung auf ihrem Ausbildungsweg mitzugeben. 

Welche Vorteile versprechen Sie sich von Ihrem Angebot im Kampf um die begehrten Fachkräfte langfristig? 

Mit unserem im Marktvergleich sehr jungen und darüber hinaus auch noch hochmotivierten Team stehen wir als Taunus Sparkasse heute noch vergleichsweise gut da. Diese Position können wir in Zeiten des steigenden Fach- und Arbeitskräftemangels auf keinen Fall aufgeben. Denn ohne motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter funktioniert unser auf Top-Service und guter Beratung beruhendes Wachstumsmodell nicht. In diesem Umfeld wird unsere Mitarbeiterorientierung auf Basis eines klaren Wertegerüsts zu einem echten Wettbewerbsvorteil.

Haben Sie auch ein Konzept, um die jungen Mitarbeiter anschließend möglichst lange im Unternehmen zu halten? 

Unter dem Motto "Hier bin ich richtig" investieren wir weiterhin in die Weiterentwicklung unserer modernen Büros und Filialen als Begegnungs- und Wohlfühlorte. Gleichzeitig ermöglichen wir mobiles Arbeiten und investieren in die Entwicklung unserer Teams und schulen den richtigen Umgang mit modernen Medien und unserer technikbasierten Kommunikation. Aber wir machen aus der höheren Veränderungsbereitschaft unserer Teams auch kein Drama, sondern profitieren auch von einem immer dichter werdenden Netzwerk von Taunus Sparkassen-Alumnis überall in Deutschland. 

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