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20.08.2013 | Bankausbildung | Im Fokus | Online-Artikel

Familie und Beruf unter einem Hut

verfasst von: Anja Kühner

2:30 Min. Lesedauer
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Noch immer überwiegt der Männeranteil in der Führungsebene von Kreditinstituten. Wie Banken und Sparkassen ihre weiblichen und männlichen Führungskräfte auf dem Weg nach oben unterstützen können.

Ihre Tochter war wenige Monate alt, als Annika Falkengren Chefin der schwedischen SEB wurde. Drei Monate Mutterschutz mussten reichen, die Elternzeit nahm ihr Mann und arbeitete Teilzeit. Im Juni 2013 wurde Falkengren dann zum „European Banker of the Year“ gekürt. Damit hat sich die Bankerin als erste Frau in die namhafte Liste der Preisträger eingereiht, nach Josef Ackermann oder auch Jean-Claude Trichet.

Persönlichkeit für beruflichen Aufstieg entscheidend

Nicht jede weibliche Bankmitarbeitern will oder kann ihre Familie zurückstecken und erhält derart große Unterstützung vom Partner wie Falkengren. Grundsätzlich sei aber die Persönlichkeit für den Aufstieg in Führungspositionen entscheidend, betont Rainer M. Neubauer, Geschäftsführer der auf Eignungsdiagnostik spezialisierten Consultingfirma Metaberatung, in dem BANKMAGAZIN-Artikel „1:0 für Führung versus Quote“. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stelle eine enorme Herausforderung für Leistungsmotivation und Selbstmanagement dar.

Fünf weibliche Vorstandskolleginnen der SEB-Chefin Falkengren, die BANKMAGAZIN in der Heft-Rubrik "Persönlich" porträtiert hat, sehen Sie hier.

Projekt "keep in touch" während der Elternzeit

Auch die Commerzbank möchte es Müttern während der Elternzeit leichter machen, in Kontakt zu bleiben. „Denn wer die Kinder gut betreut weiß, steht seinem Unternehmen eher für verantwortungsvolle Aufgaben zur Verfügung“, heißt es. Neben etablierten Lösungen beschreiben die BANKMAGAZIN-Autorinnen das neue Pilotprojekt „keep in touch“, wo ein vergütetes Arbeitszeitkontingent von 10 % der vorherigen Arbeitszeit zur Verfügung gestellt wird, um während der Elternzeit den Kontakt zum Unternehmen nicht zu verlieren. Es kann für Qualifizierungsmaßnahmen oder die Teilnahme an Team-Events genutzt werden.

Hohe Kosten durch Pflege von Angehörigen

Neben dem Karrierekiller Elternzeit sind es auch vor allem Frauen, die bei der familiären Pflege von Angehörigen eingespannt sind. Der BANKMAGAZIN-Artikel „Unterstützung für helfende Hände“ beschreibt die Ergebnisse der Studie „Betriebliche Folgekosten mangelnder Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik der Universität Münster. Professor Helmut Schneider, unter dessen Federführung die Untersuchung durchgeführt wurde, errechnete, dass sich pro Arbeitnehmer mit Pflegeaufgaben einem Arbeitgeber im Durchschnitt vermeidbare Mehrkosten von 14.154,20 Euro im Jahr ergeben.

„Die aus der Doppelbelastung zwischen Pflege und Beruf resultierenden Kosten lassen sich hierbei auf erhöhte Fehlzeiten und Krankschreibungen von Arbeitnehmern mit Pflegeaufgaben sowie auf die (vorübergehende) Berufsaufgabe oder Reduzierung der Arbeitszeit zurückführen. Zudem ist der erhöhte Supervisionsaufwand von Führungskräften nicht zu vernachlässigen. Zentraler Treiber betrieblicher Folgekosten ist jedoch der Präsentismus“, so die Schlussfolgerung der Studie. Doch es gab auch überraschende Erkenntnisse: „Für viele Betroffene wirkt die Gleichzeitigkeit von Pflege und Beruf auch entlastend“, so Schneider. „Der Beruf ermöglicht den Betroffenen eine gesellschaftlich akzeptierte Auszeit von den oftmals belastenden Pflegeaufgaben.“

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