"Wir tun nicht nur innovativ, wir sind es auch"
- 09.07.2021
- Bankausbildung
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Ulrich Voigt ist seit 2019 Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Köln Bonn
Ein Videoprojekt gibt jungen Menschen einen Einblick in die Ausbildungswelt bei der Sparkasse Köln Bonn. Welche Herausforderungen die Beteiligten meistern mussten und was der Film für die Azubis bedeutet, erläutert Bankchef Ulrich Voigt im Gespräch.
Springer Professional: Sie haben ein 360-Grad-Video inklusive Virtual Reality gedreht, um jungen Menschen einen Einblick in die Ausbildung bei Ihrem Institut zu geben. Was erleben die Zuschauer im Film?
Ulrich Voigt: Wer sich das Video ansieht, kann die Sparkasse Köln Bonn im Rundumschlag erleben und einen Blick hinter die Kulissen werfen. Junge Azubis berichten in dem Film von verschiedenen Stationen ihrer Sparkassenausbildung, unterschiedlichen Einsatzbereichen und den beruflichen Perspektiven nach ihrem Abschluss. Auch die Möglichkeiten eines Studiums werden angesprochen. Was Kundinnen und Kunden an Finanzthemen bewegt, kommt ebenso vor wie ein Blick auf den Arbeitgeber Sparkasse und seine Vorzüge.
Wie sind Sie auf diese Idee gekommen und warum haben Sie sich gerade für diesen speziellen Rundumblick entschieden?
Junge Menschen für unsere Sparkassenausbildung zu interessieren, ist uns schon immer ein besonders Anliegen. Wir wünschen uns engagierte Bewerberinnen und Bewerber, die Neuem gegenüber aufgeschlossen sind und Gefallen finden an einer modernen, innovativen Sparkasse. Dies wollten wir auf neue Art und Weise deutlich machen, indem wir uns der 360-Grad-Videotechnik bedient haben. Sie ist nicht nur spannend zu erleben, der Betrachtende kann darin zu einem gewissen Grad selbst navigieren und interaktive Elemente anklicken. Dass wir uns einer solch innovativen Technik zuwenden, stellt gleichzeitig auch ein Signal nach außen dar: Sehr her, wir tun nicht nur innovativ, wir sind es auch. Außerdem passt diese Videotechnik sehr gut zur jungen Zielgruppe, der Generation Z.
An dem Video wirkten auch 15 Auszubildende mit. Wie lief die Produktion trotz der Corona-Schutzvorgaben konkret ab und welches Feedback haben sie von den jungen Beteiligten erhalten?
Unsere Planungen für das 360-Grad-Video standen bereits vor Beginn der Pandemie. Die ersten Dreharbeiten konnten dann im Frühjahr 2020 starten, natürlich immer unter Beachtung der geltenden Corona-Schutzmaßnahmen. Dabei kam uns ein wenig Glück zu Hilfe. Wenige Wochen später wären Aufnahmen ohne Maske in Innenräumen nicht mehr so leicht möglich gewesen. Doch wegen Corona kam es anschließend zu deutlichen Verzögerungen bei der Fertigstellung des Films.
Hatten die Azubis auch Einfluss auf das grundlegende Konzept?
Den jungen Auszubildenden machte es sichtlich Spaß, Teil eines solch neuartigen Projekts zu sein. Sie waren mit Feuereifer bei der Sache und ließen stundenlange Drehs sehr geduldig und diszipliniert über sich ergehen, bis alles im Kasten war. Konzept und Drehbuch für den Film haben wir gemeinsam mit den Auszubildenden und unserem Ausbildungsleiter erstellt. Leitidee war: Wir wollten wichtige Stationen in unserer Sparkassenausbildung abbilden und die Azubis sollten aus ihrer Erfahrung möglichst authentisch darüber berichten. So kommt zum Beispiel auch das (fiktive) Feiern ihres Abschlusses in einer Szene vor.
Das Video wirbt im Anschluss für das neue Spiel "MoneySwiper". Es ist das Siegerprojekt eines Crowd-Working-Wettbewerbs über Banking-Lösungen der Zukunft. Um was geht es dabei und wer steckt hinter dem Projekt?
Die Sparkasse Köln Bonn hat Ende 2019 auf der Plattform www.ekipa.de die Crowd-Working-Challenge gestartet. Dabei wurden zahlreiche Konzepte und Entwürfe für ein modernes Banking eingereicht. Sieben Teams schafften es ins Finale; es ging um ein Preisgeld von immerhin 10.000 Euro. Am Ende konnten Ilja Tscharikow und Lennard Wenzel mit ihrem Gamification-Ansatz, der spielerisch Finanzwissen vermitteln soll, am stärksten überzeugen. Das haben sie dann mit unserer Unterstützung innerhalb von wenigen Monaten in die Tat umgesetzt. In dem Spiel kann man nach Auswahl eines Charakters anhand von zehn Fragen seinen Finanztyp ermitteln und bekommt dann Vorschläge, wie man seine finanziellen Träume verwirklichen kann. Es geht also um ein Mehr an finanzieller Bildung. Gerade für junge Menschen ist das ein wichtiges Plus.
Nun gilt die Generation Z als extrem digital- und internetaffin und daher auch als eine besonders kritische Zielgruppe. Haben Sie mit dem Projekt deren Nerv getroffen? Wie kommen Ihre digitalen Vorstöße bei den jungen Berufseinsteigern und Kunden an?
Es macht nur Sinn, solch ein Projekt für eine junge Zielgruppe zu starten, wenn maßgebliche Teile des Teams der Zielgruppe angehören. Insofern hat sich unser Teamwork mit Ilja und Lennard bei MoneySwiper bezahlt gemacht. Mit der Anspra- che treffen wir den richtigen Ton der Generation Z, zum Beispiel mit der Auswahl von Charakteren wie Gamer, Rapper, Boss, Sneaker Reseller oder Socializer. Das Spiel wirkt locker und kommt nicht belehrend rüber. Beworben wurde das Spiel ausschließlich über die Kanäle, auf denen die Generation Z aktiv ist. Dadurch konnten wir viele junge Menschen im Raum Köln und Bonn erreichen.
Glauben Sie, dass solche virtuellen Imagekampagnen künftig ein wichtiges Standbein im HR-Management von Banken und Finanzdienstleistern sein werden? Sollte sich die Branche nicht auch generell Gedanken um die Attraktivität der Bankausbildung machen?
Wer Aufmerksamkeit schaffen will für sein Anliegen, der muss neue Wege gehen. Allein schon um sich abzuheben vom üblichen Einerlei. Daher kann ich mir gut weitere virtuelle Imagekampagnen für unser HR-Management vorstellen, in welcher Ausgestaltung auch immer. Das muss man immer wieder aktuell von den Anforderungen und der Zielgruppe her denken und definieren.
Was bedeutet das für Ihr Haus konkret?
Was uns als Sparkasse Köln Bonn angeht, legen wir vermehrt Wert auf innovative, kreative Köpfe, die uns bei der weiteren Transformation und Umsetzung unserer Modernisierungsstrategie weiterhelfen. Das geht in Teilen über den klassischen Ausbildungsberuf hinaus, ohne natürlich auf die Grundlagen zu verzichten. Auch unsere Ausbildung wandelt sich und wird attraktiver. Jeder Azubi bekommt von uns zum Beispiel ein "iPad" geschenkt und wir beziehen unsere Auszubildenden und Förderstudierenden bei der Bespielung der sozialen Medien wie Tiktok ein. Wir versuchen, aktuelle Kundenanforderungen unterschiedlicher Zielgruppen mit passenden Bewerberprofilen abzudecken. Für unsere Auszubildenden beinhaltet dies jede Menge Möglichkeiten für Innovation, Erfolg und Spaß an der Arbeit, außerdem die Gelegenheit, sich weiterzuentwickeln.