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06.03.2013 | Bankausbildung | Interview | Onlineartikel

"Wir sehen uns als Scharnierstelle zwischen Wirtschaft, Familien und Kommunen"

Autor:
Barbara Bocks
 

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Stefanie Pfennig und Jürgen Scholz, beide als Vorstandsmitglieder der Familiengenossenschaft Münsterland eG i.Gr. tätig, erklären im Interview mit Springer für Professionals, was sich hinter dem Konzept der Familiengenossenschaft verbirgt.

Springer für Professionals: Welche Dienstleistungen bietet die Genossenschaft ihren Mitgliedern an?

Pfennig: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter der Mitgliedsunternehmen kann sich telefonisch und/oder persönlich von uns beraten lassen. Wenn es gewünscht ist, entwickeln wir im Rahmen unserer Möglichkeiten ein maßgeschneidertes Konzept für die spezielle Familiensituation. Das kann zum Beispiel die Vermittlung einer Tagesmutter oder Kinderfrau am Wohnort des Mitarbeiters sein. Ein Angebot zur Schulferienbetreuung wird es ab Sommer 2014 geben. Entlastung für eine Familie kann aber auch ein Seniorenbegleiter sein, der sich stundenweise um ältere Familienangehörige kümmert. Ein so genannter Betreuungsassistent unterstützt, indem er von Demenz betroffene Angehörige im Alltag betreut.  Wir vermitteln darüber hinaus auch einen Putz-, Wasch- und Bügelservice.

Scholz: Und nicht zu vergessen: Wir unterstützen auch in schwierigen Lebenssituationen, zum Beispiel bei Trauerfällen oder Trennungen – eben wenn das Leben plötzlich eine andere Wendung nimmt. Wichtig ist, dass wir die Angebote der öffentlichen und freien Träger, Initiativen und Projekten in der Region mit einbeziehen. Wir sehen uns als Scharnierstelle zwischen Wirtschaft, Familien und Kommunen. Erst wenn hier die lokalen und regionalen Angebote nicht ausreichen, setzen wir auf einen ergänzenden eigenen Pool an qualifizierten Betreuungskräften.

Wie viele Mitarbeiter kümmern sich um die Koordination der Dienstleistungen durch die Genossenschaft?

Wir, Stefanie Pfennig und Jürgen Scholz, bilden den Vorstand der Familiengenossenschaft. Wir stammen nicht aus den beteiligten Unternehmen, sondern waren vorher als Theologin und als Betriebswirt in sich sehr voneinander unterscheidenden Arbeitsfeldern tätig. In der Familiengenossenschaft ergänzen sich unsere unterschiedlichen beruflichen Hintergründe aber nun perfekt. In der Aufbauphase kümmern wir uns um alle anfallenden Aufgaben rund um die Koordination der Dienstleistungen selbst. Dabei werden wir zu unseren Servicezeiten von zwei Teilzeit-Mitarbeiterinnen unterstützt, die uns am Telefon und bei Beratungsgesprächen entlasten. Die jeweiligen Personalabteilungen unserer Mitgliedsunternehmen profitieren insofern, als dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich direkt an uns als Familiengenossenschaft wenden.  

Wie finanziert sich die Genossenschaft und ihre Leistungen?

Alle Mitgliedsunternehmen zahlen eine von der Anzahl der Mitarbeiter abhängige Jahresgebühr. Die Mitarbeiter der Mitgliedsunternehmen können die Service- und Vermittlungsstelle der Familiengenossenschaft kostenlos nutzen. Gebühren fallen erst an, wenn wir einer Familie beispielsweise eine Tagesmutter oder eine Seniorenbetreuung vermittelt haben. Die Mitgliedsunternehmen entscheiden dann selbstständig in ihren Häusern, ob und in welcher Höhe sie sich an den Vermittlungsgebühren beteiligen.

Wie kam die branchenübergreifende Kooperation zwischen einer Bank, einem IT-Dienstleister und einem Fleischvermarktungsunternehmen zustande?

Eine solche Kooperation kam zustande, weil die Personalverantwortlichen in diesen unterschiedlich ausgerichteten Unternehmen alle vor den gleichen Herausforderungen stehen: Ihr höchstes Gut, nämlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, langfristig an das Unternehmen zu binden und angesichts des demografischen Wandels auch in Zukunft gute Fachkräfte zu gewinnen.

Fakt ist, dass unsere Gesellschaft  immer älter wird. Wirtschaft und Gesellschaft müssen deshalb im eigenen Interesse das Potenzial von arbeitenden Vätern und Müttern wie auch Söhnen und Töchtern so gut ausschöpfen wie möglich. Dann müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen, damit die Vereinbarkeit von Arbeits- und Familienleben im Alltag gelingen kann. Mit unseren Angeboten leisten wir einen Beitrag zur Steigerung der Arbeitsplatzattraktivität, zur Steigerung der Mitarbeiterbindung und zur Steigerung der Lebens- und Arbeitsplatzqualität in den Mitgliedsunternehmen. Darüber hinaus können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in ihrem Familienleben unterstützt werden, früher in ihre Berufstätigkeit zurückkehren oder länger in einer Beschäftigung bleiben.

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