Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Dieses Buch bietet einen breiten Überblick über die Bankbetriebslehre. Mit dem Instrumentarium der Kapitalmarkttheorie und der Informationsökonomik werden die Funktionen, die Banken in einem Finanzsystem erfüllen, herausgearbeitet und die typischen Bankgeschäfte erklärt. Die wichtigsten Facetten des Bankmanagements werden behandelt, ebenso wie die theoretischen Grundlagen der Regulierung. Dem Trend der Regulierungsvorschriften folgend werden das Management und die bankenaufsichtliche Messung der einzelnen Risikoarten integriert dargestellt. Weiterentwicklungen in der Bankenaufsicht wurden eingearbeitet. Die Autoren sind die Inhaber der Banklehrstühle an den drei Universitäten, von denen Personalchefs von Banken und Versicherungen ihre BWL-Absolventen am liebsten rekrutieren (Junge Karriere, 23.4.2004).

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Grundlagen

Zusammenfassung
In diesem Grundlagenteil wollen wir zunächst ein einführendes Verständnis für die Rolle von Banken und anderen Institutionen auf Finanzmärkten wecken. Wir zeigen dazu in Kapitel A1, dass Kapitalgeber und -nehmer sich einer Fülle von Institutionen bedienen, die Kapitalangebot und -nachfrage zusammenführen und ausgleichen. In Kapitel A2 werden wir diesen Ausgleich der Vorstellungen als Transformationsleistung definieren und erläutern, welche Transformationsleistungen Finanzmärkte erfüllen. Nachdem wir wissen, welche Leistungen benötigt werden, zeigen wir in Kapitel A3, wie die Institution Bank diese Leistungen erbringt, und definieren damit die Bank als Institution. Im Anschluss daran gehen wir auf die Vor- und Nachteile eines Trennbankensystems gegenüber dem in Deutschland praktizierten Universalbankensystem ein. In Kapitel A4 präsentieren wir den Aufbau des deutschen Bankensystems und beleuchten mit der Europäischen Zentralbank und dem Eurosystem auch die staatlichen Institutionen, die heute das geldpolitische Rahmensystem bilden. Um dem internationalen Wettbewerb der Banken Rechnung zu tragen, betrachten wir abschließend in Kapitel A5 auch das US-amerikanische Bankensystem und stellen die wichtigsten supranationalen Banken, wie die Weltbank oder die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, vor.
Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Theoretische Grundlagen und Existenz von Banken

Zusammenfassung
Dieser Teil des Lehrbuches beschäftigt sich vor allem mit Erklärungen für die Existenz von Banken. In Kapitel A3 wurde bereits gezeigt, welche speziellen Transformationsleistungen von Banken übernommen werden. Ob die Institution Bank allerdings besonders für die Erfüllung dieser Leistungen geeignet ist, wurde bisher noch nicht untersucht. So wäre ein funktionierender Finanzmarkt prinzipiell als Alternative zur Institution Bank denkbar. Basierend auf informationsökonomischen Überlegungen zeigen wir in diesem Teil, unter welchen Umständen Banken die bevorzugte Institution darstellen. In Kapitel B1 werden Finanzkontrakte insbesondere im Hinblick auf Unsicherheit und asymmetrische Informationen definiert. Kapitel B2 beschäftigt sich näher mit der Existenzberechtigung von Banken. Daran anknüpfend wird in Kapitel B3 das einflussreiche Modell von Diamond (1984) vorgestellt, welches erstmals eine formal saubere Argumentation für die Existenz von Banken liefert. Abschließend liefern wir in Kapitel B4 einen Abriss alternativer oder erweiterter Erklärungsansätze.
Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Der Kredit

Zusammenfassung
Ein Kreditvertrag ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Kreditgeber dem Kreditnehmer einen Geldbetrag zur Verfügung stellt, den dieser zu einem späteren Zeitpunkt – für gewöhnlich mit Zinsen – zurückbezahlen muss. In Kapitel B1 wurden bereits Finanzverträge und die Problematik asymmetrischer Informationen allgemein beschrieben. In Kapitel C1 dieses Teils werden wir wichtige, daraus resultierende Fragen speziell für das Verhältnis Kreditnehmer-Kreditgeber diskutieren. So wird Kapitel C1 zum Beispiel Antworten auf die Fragen liefern, warum Kreditgeber womöglich Kreditrationierung betreiben oder sich das Recht auf Kreditnachverhandlungen einräumen lassen sollten. Kapitel C2 geht näher auf die rechtlichen Grundlagen des Kredits, sowie auf die Ausgestaltung von Kreditgeschäften in der Praxis ein. Abschließend beschäftigen wir uns in Kapitel C3 mit dem Handel von Krediten. Dieser Handel geriet im Zuge der Finanzkrise von 2008 (zu Recht) stärker in den Fokus der Regulierung. Das letzte Kapitel bietet daher eine Übersicht über die Funktionsweise, sowie die Risiken des Kredithandels.
Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Einlagen (Depositen)

Zusammenfassung
In diesem Teil gehen wir zunächst auf das breit gefasste Thema „Sparen“ ein. Zum einen präsentieren wir empirische Daten zum Sparverhalten, zum anderen beleuchten wir die Theorie des Sparens und der intertemporalen Konsumallokation. In Kapitel D2 definieren wir unterschiedliche Formen der Bankeinlage, mit der Anleger bei einer Bank sparen können, sich diese wiederum günstig (re-)finanzieren kann. Hierzu gehen wir näher auf die Konzepte Sichteinlagen, Termineinlagen und Spareinlagen, sowie deren Bedeutung ein. In Kapitel D3 nutzen wir das Modell von Allen und Gale (2009) um aufzuzeigen, dass Sparer davon profitieren können, wenn die Institution Bank Fristentransformation betreibt. Dass die unterschiedliche Fristigkeit von Aktiva – meist lange – und Passiva – meist kurz – jedoch auch Risiken mit sich bringt, thematisieren wir aufbauend auf den einflussreichen Überlegungen von Diamond und Dybvig (1983). Abschließend wird in Kapitel D4 die Praxis des Zahlungsverkehrs und dessen Abwicklung behandelt.
Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Grundlagen des Bankmanagements

Zusammenfassung
In diesem Teil wenden wir uns einigen Fragen des Bankmanagements zu. Wir beginnen in Kapitel E1 mit möglichen Zielsetzungen von Kreditinstituten. Aus den unterschiedlichen Zielen resultieren unterschiedliche Geschäftsmodelle, für die wir Beispiele geben. Das Emissionsgeschäft als ein wichtiger Zweig des Investmentbankings wird etwas genauer beschreiben. In Kapitel E2 beschäftigen wir uns mit der Berücksichtigung von Risiko im Bankgeschäft und diskutieren Möglichkeiten der Risikoquantifizierung anhand von Risikomaßen. Wir unterscheiden insbesondere zwischen symmetrischen und Downside-Risikomaßen, diskutieren jeweilige Vor- und Nachteile und gehen aufgrund ihrer regulatorischen Bedeutung intensiver auf den Value at Risk und den Expected Shortfall ein. In Kapitel E3 befassen wir uns mit der Gesamtbanksteuerung, wobei risikoadjustierte Performancemaße wie der RORAC im Vordergrund stehen. Abschließend beschreiben wir in diesem Kapitel die Einbindung eines Risikotragfähigkeitskonzepts zur Ableitung von Steuerungsimpulsen und gehen danach auf die Umsetzung von Steuerungsüberlegungen mittels Anreizsystemen ein.
Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Grundlagen der Regulierung

Zusammenfassung
Banken werden wie kaum eine andere Branche umfassend reguliert. Damit soll erreicht werden, dass Gläubiger vor Verlusten geschützt werden und die Stabilität des Finanzsystems gesichert wird. Die Hauptinstrumente zur Erreichung dieser Ziele sind Vorschriften über Eigenkapital und Liquidität, Offenlegungsvorschriften sowie Mindestanforderungen an das Risikomanagement. Im Anschluss an eine theoretische Grundlegung schließt sich im Kapitel F2 ein Überblick über die wichtigsten bankenaufsichtlichen Vorschriften an. Die Grundstruktur der risikobasierten Eigenkapitalanforderungen sowie der risikoinsensitiven Leverage Ratio im Rahmen der Capital Requirements Regulation (CRR) werden erläutert, ebenso wie der Supervisory Review and Evaluation Process (SREP), die Vorschriften zur Bankenabwicklung, die Regulierung von Wertpapierdienstleistungen (MIFIR und MIFID) und die Ausgestaltung der Einlagensicherung. Kapitel F3 gibt einen Überblick über den Aufbau und die Aufgaben der verschiedenen Institutionen, die mit der Bankenaufsicht befasst sind.
Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Liquiditätsrisiken

Zusammenfassung
In Teil G beschäftigen wir uns mit dem Risiko, dass ein Kreditinstitut seinen Zahlungsverpflichtungen nur eingeschränkt und/oder nicht fristgerecht nachkommen kann. In der Regulierung stellen die Liquiditätsrisiken neben den Ausfallrisiken, den Preisrisiken und den operationellen Risiken, welche in den Teilen H bis J detaillierter betrachtet werden, eine von vier Risikoarten dar. In Kapitel G1 präsentieren wir zunächst grundlegende theoretische Konzepte zu Liquiditätsrisiken. Daran anschließend beschreibt Kapitel G2 verschiedene Ansätze zur Messung und Steuerung des Liquiditätsrisikos. Zudem stellen wir die Wertpapierleihe als besonders wichtiges Instrument im Rahmen des Liquiditätsmanagements in einem eigenen Abschnitt vor. Abschließend behandelt Kapitel G3 die Vorgaben der Regulierung von Liquiditätsrisiken. Während es in Deutschland bereits eine längere Historie regulatorischer Liquiditätsanforderungen gibt, sind diese erst nach der jüngsten Finanzkrise in den Fokus der internationalen Finanzaufseher gerückt. Wesentliche Neuerungen in den Leitlinien des Baseler Ausschusses sind die Liquidity Coverage Ratio und die Net Stable Funding Ratio, welche schrittweise auch in der EU umgesetzt werden.
Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Ausfallrisiken

Zusammenfassung
Kreditrisiken sind die bedeutendste banktypische Risikoart. Die Steuerung von Kreditrisiken setzt voraus, dass diese gemessen und bewertet werden. Die Beurteilung des Ausfallrisikos ist Gegenstand der Kreditwürdigkeitsprüfung. Hierzu existieren statistische Verfahren wie die Diskriminanzanalyse und die logistische Regression, die dazu genutzt werden können, um Ratingklassen Ausfallwahrscheinlichkeiten zuzuordnen. Alternativ können Ausfallwahrscheinlichkeiten auch aus den Marktpreisen ausfallrisikobehafteter Finanztitel ermittelt werden. Die Abschätzung des Ausfallrisikos eines einzelnen Kredits ist wichtig für die Kreditvergabeentscheidung, für die Steuerung des Gesamtausfallrisikos werden Kreditportfoliomodelle eingesetzt. Im Kapitel H2 wird das Kreditportfoliomodell CreditMetricsTM dargestellt und weitere Kreditportfoliomodelle skizziert. Für die Bewertung von Kreditausfallrisiken werden in Kapitel H3 sowohl klassische als auch optionsbasierte Verfahren sowie Reduktionsmodelle vorgestellt. Kapitel H4 gibt einen Überblick über die klassischen Instrumente des Kreditrisikomanagements wie Überwachung, Sanierung und Abwicklung. Daneben werden auch neue Instrumente, die ein aktives Kreditrisikomanagement durch Übertragung von Kreditrisiken ermöglichen, vorgestellt. Kapital H5 stellt dar, wie die regulatorischen Kapitalanforderungen für Kreditausfallrisiken bemessen werden.
Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Preisrisiken

Zusammenfassung
Neben den zuvor behandelten Liquiditäts- und Ausfallrisiken sowie den im nächsten Teil behandelten operationellen Risiken, werden in diesem Teil die Preisrisiken als weitere wesentliche Risikoart in Kreditinstituten näher betrachtet. Preisrisiken werden in nicht immer klaren Abgrenzungen auch als Marktrisiken oder Marktpreisrisiken bezeichnet. Sie sind darauf zurückzuführen, dass sich Zinssätze, Aktienkurse und Wechselkurse, aber auch die Werte von Rohwaren und Sachvermögen zu Lasten der Bank (aber auch zu ihren Gunsten) verändern können. In den folgenden Kapiteln analysieren wir zunächst die grundsätzlichen Ideen und Vorschriften zum Umgang mit Preisrisiken (I1). Anschließend widmen wir uns nacheinander den spezifischen Anforderungen von Zinsänderungsrisiken (I2), Aktienkursrisiken (I3) sowie Fremdwährungs- und Warenpositionsrisiken (I4), die sich unter die Risikoart der Preisrisiken subsumieren lassen. Bei unseren Ausführungen nehmen wir sowohl eine Management- als auch die Regulierungsperspektive ein. Kapitel I5 beschließt diesen Teil mit Ausführungen zu drei übergreifenden, weiterführenden Themen, nämlich zur Ermittlung der Anrechnungsbeträge für Optionen, zu bankeigenen Risikomodellen sowie zu den zukünftigen Neuerungen des Fundamental Review of the Trading Book (FRTB.
Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Operationelle Risiken

Zusammenfassung
Unter dem Begriff operationelle Risiken werden eine Vielzahl unterschiedlicher Schadenfälle subsumiert. Schäden aufgrund mangelnder Sorgfalt der Mitarbeiter fallen in diese Risikokategorie ebenso wie kriminelle Handlungen, wie z.B. Betrug durch eigene Mitarbeiter oder externe Kunden. Zu den operationellen Risiken zählen auch Hacker-Angriffe, das Versagen von IT-Systemen, Fehler in Risikomodellen, Rechtsrisiken z.B. aufgrund einer Falschberatung von Kunden oder Reputationsrisiken. Angesichts der Heterogenität dieser Risikokategorie ist nicht verwunderlich, dass sich bis heute noch kein Verfahren zur Messung operationeller Risiken als Industriestandard durchgesetzt hat. Stattdessen verwenden Banken einen der aufsichtlich zugelassenen Messansätze. Während Basis- und Standardansatz operationelle Risiken als einen Prozentsatz bestimmter Überschussgrößen messen, basieren fortgeschrittene Messansätze auf internen Schadensdatenbanken als Grundlage für die Schätzung von Verlustverteilungen.
Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Internes Rechnungswesen

Zusammenfassung
Das interne Rechnungswesen verursacht zunächst Kosten, kann aber für Banken – ebenso wie für Unternehmen – einen wichtigen Faktor für nachhaltigen Erfolg darstellen. Über die Daten des externen Rechnungswesens hinaus trägt das Controlling mit Informationen und Steuerungsimpulsen maßgeblich zur Entscheidungsunterstützung bei. Kapitel K1 präsentiert Grundlagen der Bankkalkulation, welche beispielsweise bei der Festlegung von Kreditkonditionen Anwendung findet. Hierbei wird eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung als Basismethode verwendet und die klassische Trennung in den Wertbereich und in den Betriebsbereich angenommen. In Kapitel K2 kalkulieren wir zunächst den Wertbereich unter Sicherheit und stellen dabei die Marktzinsmethode als zentrales Instrument vor. Nachdem wir in Kapitel K3 auf die Berücksichtigung von Unsicherheit in der Einzelgeschäftskalkulation eingegangen sind, wenden wir uns in Kapitel K4 der Kalkulation im Betriebsbereich zu. Da in diesem Kontext vor allem Zuordnung und Entscheidungsrelevanz der Kosten nicht eindeutig sind, werden verschiedene Möglichkeiten zur Berechnung von Kostensätzen diskutiert, u. a. die prozessorientierte Standardeinzelkostenrechnung. Abschließend zeigt Kapitel K5, wie die einzelnen Kalkulationsergebnisse zu aggregierten Ergebnisrechnungen zusammengeführt werden können, um daraus Entscheidungsempfehlungen abzuleiten.
Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Externes Rechnungswesen

Zusammenfassung
Wer sich über die Vermögens- und Ertragslage einer Bank informieren möchte, ist auf den Jahresabschluss angewiesen. Im HGB gibt es einen eigenen Unterabschnitt, der die Bilanzierung von Kreditinstituten regelt. Sowohl die Reihenfolge als auch die Bezeichnung der Bilanzposten sowie der Aufwands- und Ertragsposten weisen eine Reihe von Besonderheiten auf. Dem Vorsichtsprinzip, das zu einer vorsichtigen Bemessung des ausschüttungsfähigen Gewinns führt und damit dem Gläubigerschutz dient, kommt für Banken eine besondere Bedeutung zu. Banken können daher im besonderen Maße stille Reserven bilden. Neben den Rechnungslegungsvorschriften des HGB wird in diesem Teil auch der für Banken besonders wichtige internationale Rechnungslegungsstandard IFRS 9, der die Bilanzierung von Finanzinstrumenten regelt, dargestellt. Im Vordergrund stehen neben Fragen der Kategorisierung die Bewertung von Finanzinstrumenten, insbesondere auch das Impairment-Modell des IFRS 9. In Kapitel L4 werden einige Besonderheiten der Bankbilanzierung, wie das Hedge-Accounting, die Bilanzierung von Wertpapierpensionsgeschäften und die Fremdwährungsumrechnung behandelt.
Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise