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24.02.2015 | Bankenaufsicht | Im Fokus | Onlineartikel

Exodus für Griechenland

Autor:
Christian Kemper

Im dritten Akt der griechischen Tragödie um die finanzielle Zukunft der Hellenen konnte die Katastrophe gerade so verhindert werden. Doch der Exodus steht noch bevor. Ein Kommentar.

Gewagt ist das Spiel von Premier Alexis Tsipras und seinem Finanzminister Yianis Varoufakis. Bis Mitternacht haben sie ganz Europa zittern lassen. Seit Dienstag liegt nun endlich die Liste der Reformpläne Griechenlands in Brüssel vor. Es waren noch Nachbesserungen nötig, damit die EU-Kommission die Agenda aus Athen akzeptiert und die finanziellen Hilfen verlängert.

Die Zeit drängt

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Jetzt halten die Euro-Finanzminister die Agenda für eine angemessene Ausgangslage und können die Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland absegnen. Bis Ende Februar müssen aber noch einzelne Parlamente der Mitgliedsländer den Reformplänen Griechenlands zustimmen – darunter der deutsche Bundestag. Ende April muss dann die finale Planung der Griechen vorliegen. Und am 30. Juni läuft die Verlängerung schon wieder aus. Der Exodus, der dritte und letzte Teil des klassischen griechischen Theaters, steht also noch bevor.

Exodus sollte den Griechen leicht fallen

Im modernen Griechenland bedeutet das Wort Exodus auch „Ausgang“ oder steht dafür, „etwas hinter sich zu lassen“. Der Agenda aus Athen zufolge, müssen die Griechen künftig vor allem Korruption und Steuerhinterziehung hinter sich lassen. Das ist eigentlich selbstverständlich in einem Land, das Teil der Europäischen Union ist, und sollte Griechenland nicht schwer fallen. Experten schätzen, dass bei Umsetzung der geplanten Maßnahmen mehr als sieben Milliarden Euro zusätzlich eingenommen werden könnte. Noch geht das Geld beim Schmuggel von Benzin und Zigaretten und aufgrund unzureichender Steuergesetze verloren. Finanzielle Hilfen werden jedoch weiterhin nötig sein, um die Kredite zu bedienen. Sonst steuern die Griechen und ihre Banken einer finanziellen Katastrophe entgegen.

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