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29.04.2014 | Bankenaufsicht | Im Fokus | Onlineartikel

Euro sorgt selbst für seine Krise

Autor:
Stefanie Burgmaier

Die Eurokrise setzt sich aus zwei Strängen zusammen. Springer-Autor Falk Illing beschreibt, wie hohe Staatsschulden und unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten zusammenspielen.

Zumeist wird die Krise in der Eurozone als eine direkte Folge der Bankenkrise, die vom Preisverfall auf dem amerikanischen Immobilienmarkt ausgelöst wurde, sowie der Wirtschaftskrise, die wiederum von der Bankenkrise verursacht wurde, beschrieben. Falk Illing, der Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre studiert und in Politikwissenschaft promoviert hat, kommt zu einem anderen Schluss. Für den Springer-Autor ist die Eurokrise eine Strukturkrise.

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Diese Strukturkrise basiert auf zwei Strängen. Zum einen kämpfen die Euroländer mit hohen Haushaltsdefiziten, zum zweiten entwickeln sich ihre Volkswirtschaften mit unterschiedlichem Tempo. Die Krise konnte erst entstehen, weil durch die Gemeinschaftswährung ein Korsett geschaffen wurde, das es ohne Euro nicht gegeben hätte. Der Euro hat quasi seine eigene Krise geschaffen.

Der Grund: Die institutionelle Architektur der Gemeinschaftswährung und die ökonomischen Prozesse in den Mitgliedsländern sind den Anforderungen, die sich aus dem Euro ergeben, nicht gewachsen. Das hat die Krise schonungslos offengelegt. Sie hat die Transparenz der Defizite nur beschleunigt. Langfristig müsste eine institutionelle Struktur geschaffen werden, um auf die Ungleichgewichte und Verwerfungen zu reagieren.

Machtverschiebung durch Eurokrise?

Die Rolle der Politik hat auch Springer-Autor Hubert Zimmermann untersucht. Der Professor für Politikwissenschaft ist der Frage nachgegangen, wie sich die Macht der Europäischen Union durch die Eurokrise verschoben hat. Dabei kommt er zu keinem eindeutigen Schluss. Tendenziell habe die Bedeutung der Eurozone im weltweiten Machtgeflecht aber abgenommen.

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