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20.06.2018 | Bankenaufsicht | Nachricht | Onlineartikel

Europas Banken sollen wachsen

Autor:
Christian Kemper

Trotz vieler Probleme innerhalb Europas müssen Geldhäuser hierzulande wettbewerbsfähig werden, etwa gegenüber US-amerikanischen Instituten. Dazu könnten auch grenzüberschreitende Fusionen nötig werden, sagen Vorstände und Aufseher voraus.

Die europäische Bankenunion steht bei Peter Praet, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), ganz oben auf dem Zettel. Die Institute müssen weniger abhängig von ihren nationalen Systemen werden, forderte er auf der Future-Europe-Konferenz der Maleki Gruppe in Frankfurt am Main. In einer vorab aufgezeichneten Keynote sprach sich Praet für einen einheitlichen Aufsichts- und Sicherungsmechanismus in der Europäischen Union (EU) aus. Er betonte allerdings auch, dass damit einhergehende Moral-Hazard-Effekte limitiert werden müssten. Auch für eine weiter zu vertiefende Kapitalmarktunion warb der EZB-Direktor auf der Frankfurter Konferenz, zu der Referenten aus Amsterdam, Luxemburg, London und Paris zugeschaltet wurden.

Brexit verändert den Wettbewerb in Europa

Der Euro als gemeinsame Währung sollte auch in 20 Jahren noch Bestand haben, doch die Staatengemeinschaft werde künftig neue Formen annehmen, sagte Joachim Wuermeling, Mitglied im Vorstand der Deutschen Bundesbank. Auslöser seien der Austritt Großbritanniens aus der EU sowie die Regulierung in den verbleibenden Mitgliedsstaaten aber auch die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. "Wir müssen jetzt nach draußen schauen und wettbewerbsfähig werden in den globalen Märkten", rief Wuermeling die Banker im Publikum auf. Die finanzielle Versorgung der Unternehmen in der EU gelte es zu sichern, dazu werde auch ein liquider Kapitalmarkt immer wichtiger. Insbesondere wenn London nach dem Brexit als internationales Finanzzentrum für die Geldhäuser aus der EU nicht mehr so günstig erreichbar sei, müssten neue Standorte mit starken Instituten bereit stehen.

Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), betonte, dass Zusammenschlüsse von europäischen Großbanken zwar die Bankenunion nicht voranbringen würden. Aber falls ein Institut Pläne für einen Merger hegte, dieser zu unterstützen sei.

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