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04.08.2020 | Bankenaufsicht | Nachricht | Onlineartikel

EZB optimiert Bankenaufsicht

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2 Min. Lesedauer

Die Europäische Zentralbank schafft zwei neue Geschäftsbereiche, um ihre Bankenaufsicht zu optimieren. Zudem verteilt sie die Aufgaben einzelner Geschäftsbereich neu. Damit sollen aufsichtsinterne Strategie- und Risikofunktionen gestärkt werden.

Bei der Europäische Zentralbank (EZB) wird die Aufsicht über Banken innerhalb und außerhalb des Euro-Währungsgebiets neu organisiert. Mit den zwei neuen Geschäftsbereichen in der Bankenaufsicht der Notenbank werden es künftig insgesamt sieben sein, teilt das Institut mit. Zudem verteilt die EZB die Aufgaben zwischen der Bereiche neu. 

Aufsicht richtet sich nach den Geschäftsmodellen der Banken

Die institutsspezifische Aufsicht wird nach den Geschäftsmodellen der Banken organisiert und von Teams aus Risiko- oder Sachexperten unterstützt, heißt es. Tätigkeiten im Zusammenhang mit Aufsichtsstrategie und Risiko, Vor-Ort-Prüfungen sowie Governance und Ablauforganisation werden im Zuge dessen speziellen Geschäftsbereichen zugeordnet. Das Institut betont, dass die Änderungen personal- und budgetneutral durchgeführt werden.

Die Umstrukturierung erfolge auf Basis der Erfahrungen aus den ersten sechs Jahren europäischer Bankenaufsicht hin zu einer stärker risikoorientierten Aufsicht. Dadurch werde die aufsichtsinterne Strategie- und Risikofunktion, die sogenannte zweite Verteidigungslinie, gestärkt und eine engere Zusammenarbeit zwischen institutsspezifischen und thematischen Aufsichtsteams erleichtert. So soll mehr Konsistenz bei der Behandlung von Banken gewährleistet und die Transparenz und Berechenbarkeit aufsichtlicher Maßnahmen erhöht werden.

Reorganisation soll Synergien schaffen

Im Detail will die EZB mit diesem Schritt folgende Ziele erreichen:

  • eine institutsspezifische Aufsicht in drei Generaldirektionen, die nach den Geschäftsmodellen der beaufsichtigten Banken strukturiert sind, um mehr Synergien zu schaffen und einen besseren Vergleich gemeinsamer Risiken und Herausforderungen zu ermöglichen;
  • eine dedizierte horizontale Aufsicht in der Generaldirektion Querschnittsaufsicht zur Stärkung der Risikoexpertise in der Bankenaufsicht, zur Durchführung von Quervergleichen und branchenweiten Bewertungen sowie zur Entwicklung von Grundsatzpositionen und zur Weiterentwicklung von Aufsichtsmethoden;
  • eine eigenständige aufsichtliche Risikofunktion (zweite Verteidigungslinie) in der Direktion, um strategische Planungen durchzuführen, Aufsichtsprioritäten vorzuschlagen und eine einheitliche Behandlung aller Banken sicherzustellen;
  • eine strukturell unabhängige Einheit für bankgeschäftliche Prüfungen;
  • eine stärkere Rolle im Bereich Governance und Ablauforganisation in der Generaldirektion zur Unterstützung der Entscheidungsfindung, die auch für Genehmigungen wie Eignungsprüfungen und Erwerb qualifizierter Beteiligungen sowie Innovationsthemen zuständig sein wird. 

Die Änderungen der bisherigen Struktur, die aus dem Jahr 2013 stammt, werden voraussichtlich im Schlussquartal 2020 umgesetzt sein.

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