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14.12.2016 | Bankenaufsicht | Nachricht | Onlineartikel

Institutsvergütungsverordnung wird zunächst auf März verschoben

Autor:
Barbara Bocks

Die ursprünglich für Anfang 2017 geplante neue Institutsvergütungsverordnung wird nun mit ersten Änderungen erst im März eingeführt. Was das für die betroffenen Institute heißt.

Die Änderungsvorgaben zur Institutsvergütungsverordnung (IVV) werden voraussichtlich erst am 1. März 2017 und nicht, wie ursprünglich geplant, Anfang des Jahres in Kraft treten, teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) am 12. Dezember 2016 mit. Noch vor Weihnachten wolle die Aufsicht aber einen neuen Entwurf der IVV-Novelle veröffentlichen, die dann im Februar 2017 erlassen werden soll.

Die Verzögerung kam laut Angaben der Bafin dadurch zustande, dass unter anderem wegen der Überarbeitung der europäischen Eigenmittelrichtlinie (CRD IV) zwei ursprünglich vorgesehene Änderungen doch nicht aufgenommen werden. Eine dieser Änderungen betrifft die Identifizierung so genannter Risikoträger. Florian Frank, der den Bereich Rewards Talent & Communications bei Willis Towers Watson in Deutschland leitet, sagt dazu gegenüber Springer Professional: "Was auf den ersten Blick aufatmen ließ, kann nun auf den zweiten Blick zu einem Genickbruch führen. Der Wegfall einer Identifizierungspflicht von Risk Takern für alle Institute ist primär stark zu begrüßen."

Schwelle für bedeutende Institute abgesenkt

Allerdings wolle die Europäische Kommission laut Frank die Schwelle für bedeutende Institute von derzeit 15 Milliarden in Deutschland auf fünf Milliarden Euro reduzieren. "Durch die Absenkung könnten eventuell viel mehr Institute als bedeutend erfasst werden, die dann die Risk Taker identifizieren müssten“, sagt Frank. Alle Institute mit einer Bilanzsumme unter fünf Milliarden Euro könnten aber aufatmen, da sie "von einem bürokratischen Mehraufwand entlastet werden, der keinerlei Einfluss auf das Vergütungssystem gehabt hätte". Alle Institute mit einer Bilanzsumme zwischen fünf und 15 Milliarden Euro müssten hingegen mit einer signifikanten Mehrbelastung rechnen, da diese nicht nur Risk Taker identifizieren, sondern ihr Vergütungssystem eventuell komplett auf die Regelungen für bedeutende Institute umstellen müssten, glaubt Frank.

Die zweite wichtige Änderung seitens der Bafin ist, dass Institute, die bereits unter die sektorspezifischen Vergütungsvorschriften, wie unter anderem die Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFM-Richtlinie) fallen, nicht dem Geltungsbereich der Gruppen-Vergütungsstrategie zugehören. Trotz der Verschiebung befürchtet Frank, dass die Zeit bis März 2017 für Banken, "die eventuell ihr gesamtes Vergütungssystem auf die Regeln für bedeutende Institute umstellen müssen, nicht ausreichen wird". Zudem stelle sich die Frage nach dem faktischen Inkrafttreten. "Ein Vergütungsjahr startet zum Jahresbeginn und Banken können nicht ohne weiteres Vergütungssysteme mitten im Jahr ändern", merkt Frank an. Es dränge sich also der Gedanke auf, ob man sich mit der Verschiebung nicht selbst ein Bein gestellt habe.

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