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22.03.2021 | Bankprodukte | Nachricht | Online-Artikel

Mehr Engagement der Hausbanken bei der Energiewende

verfasst von: Swantje Francke

2 Min. Lesedauer
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Für die Finanzierung der deutschen Energiewende bedarf es privater Finanzmittel und geeigneter sowie renditestarker Anlageprodukte. Hausbanken als Vermittler sind hier noch stärker gefragt als bisher, lautet das Fazit eines Hochschulprojekts.

Hausbanken können zur Finanzierung der Energiewende noch mehr als bisher beitragen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Studierendenprojekt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU). Gemäß der Auswertung böten nur etwa fünf Prozent der Hausbanken Produkte an, die Kunden maßgeschneidert in die deutsche Energiewende investieren ließen.

Energiewendeprodukte zu wenig inlandsbezogen

Im Rahmen des Projekts sichteten Studierende des Studiengangs "Energie- und Ressourcenmanagement/Nachhaltiges Management – Energiewirtschaft" die öffentlich verfügbaren Angebote von Energiewendeprodukten 327 repräsentativ ausgewählter Hausbanken, deren Struktur und Angebot einen Querschnitt der deutschen Bankenlandschaft bilden.

Die Analyse der jeweiligen Banken-Websites führte zu der Erkenntnis, dass die Internetpräsenz vieler Banken mit Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsfinanzierung warb. Jedoch griffen die Institute bei der Umsetzung einer solchen Finanzierung auf Nachhaltigkeitsprojekte von Kooperationspartnern zurück, die global und breit aufgestellt waren anstatt der Energiewende in Deutschland zugute zu kommen.

Globale Nachhaltigkeitsfonds versprechen höhere Renditen

Mittels Einsatz von Textanalysesoftware stellten die Studierenden zudem fest: Nur fünf Prozent der analysierten Banken führen Finanzprodukte zur deutschen Energiewende im Angebot. Breiter aufgestellte Produkte befanden sich im Vertriebsbestand von 13 Prozent der Institute, während die übrigen 82 Prozent entweder auf Angebote von Drittanbietern verwiesen oder erst gar keine zu offerieren hatten.

Zwar führten einige der untersuchten Banken ihre Wahl globaler Nachhaltigkeitsfonds auf das Argument höherer Renditen und besserer Risikostreuung zurück, doch fließen damit die privaten Finanzmittel am inländischen Bedarf für die kapitalintensive Energiewende vorbei. Sie würden für den Ausbau der Stromnetze, die Sanierung von Gebäuden sowie die Errichtung von Windparks benötigt. 

Im Vergleich dazu beteiligten andere europäische Staaten ihre Bürger über maßgeschneiderte Fonds an der Transformation der Energiesysteme und böten ihnen attraktive und abgesicherte Anlagemöglichkeiten für ihr Sparguthaben. Deutsche Hausbanken könnten sich nach einem solchen Vorbild als Vermittler stärker profilieren und ähnlich wie bei der Finanzierung von Bürgerenergieprojekten einen noch größeren Beitrag zur Energiewende leisten.

Hausbanken wichtig als Vermittler von Fördermitteln

Ob die Politik die Rolle der Hausbanken auf dieser Finanzierungsmission stärken sollte, lassen die Autoren offen. Im Energiewende-Forschungsprojekt "Ariadne", in das die Auswertung einfließen wird, soll dieser Frage weiter nachgegangen werden. Fest steht für die Autoren: Bei der Vermittlung der KfW-Fördermittel für energieeffizientes Bauen und Sanieren spielen die Hausbanken bereits eine tragende Rolle, die sich durchaus ausweiten ließe.

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