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25.07.2019 | Bankprodukte | Im Fokus | Onlineartikel

N26 will über Premium-Produkte wachsen

Autor:
Barbara Bocks
3 Min. Lesedauer

Die Smartphone Bank N26 hat seit ihrer Gründung 2015 ehrgeizige Ziele. Der Relaunch ihrer Premium-Produktlinie soll weiter zum Wachstum beitragen. Was etablierte Banken davon lernen können.

Mitte Juli hat die Smartphonebank N26 ihre Premium-Produktlinie "N26You" und "N26YouBusiness" neu gelauncht. Bei den Produkten fallen für Kunden bei Bargeldabhebungen im Ausland oder bei Zahlungen in Fremdwährung keine Wechselgebühren an. Und das Versicherungspaket deckt laut Angaben von N26 unter anderem ausländische Arztkosten, Flug- und Gepäckverspätungen sowie Versicherungsschutz bei Diebstahl von Mobiltelefon und Portemonnaie ab. In Kürze werde das Angebot laut Angaben der Bank auch Leistungen wie die Absicherung von E-Bikes, E-Scootern und Car Sharing, beinhalten.

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"Die Premiumkonten sind fester Bestandteil unseres Geschäftsmodells", sagt Georg Hauer, General Manager DACH bei N26, gegenüber Springer Professional. Aktuell hätten im Schnitt je nach Land zwischen 20-30 Prozent der Kunden ein Premiumkonto. Auch für ausländische Märkte seien die Premiumprodukte angedacht. "Die Metal-Card werden wir in den USA voraussichtlich noch dieses Jahr launchen", sagt Hauer. "Mit den zusätzlichen Leistungen, die wir ab sofort anbieten und noch weiter ausbauen werden, möchten wir künftig noch mehr Menschen erreichen", so Hauer weiter. Aktuell hat das Start-up laut eigenen Angaben mehr als 3,5 Millionen Kunden in 24 Ländern.

Produkte müssen den richtigen Nerv treffen

In den kommenden Jahren soll die Kundenanzahl nach Aussage des Mitgründers und Chief Executive Officers (CEO) Valentin Stalf auf 100 Millionen anwachsen. Das beschreibt Angelika Breinich-Schilly in ihrem Bankfachklasse-Artikel "Ein Fintech wird zum Einhorn" (Seite 8). "Ob sich dieses Ziel erreichen lässt, kommt auf die Märkte an, in die man eintreten will, und dass man dort mit dem Produkt den richtigen Nerv trifft", zitiert die Autorin und Portalmanagerin von Finance + Banking Clas Beese, Mitbegründer der Hamburger Fintech Week. Ihm zufolge gehe es schnell, "wenn viele Kunden den Service weiterempfehlen". Problematisch werde es laut Beese, "wenn eine Lokalisierung des Angebots nötig wird, weil die Kunden eben doch nicht überall gleich ticken. Eine Falle, in die bereits etablierte Banken getappt sind". In diesem Fall stelle sich die Frage, ob nicht ein lokaler Wettbewerber die besseren Chancen habe.

"N26 baut seine Plattform sukzessive weiter aus und expandiert sowohl in neue Regionen als auch in neue Produkte", erläutert Martin Stolberg, Director Banking und Experte für digitale Plattformen bei Sopra Steria Consulting, gegenüber Springer Professional. Damit folge N26 dem Weg, den die Wettbewerber "Revolut" oder "Bunq" bereits eingeschlagen haben. Dieser Wachstumspfad sei konsequent, liefere aktuell aber auch keine Überraschungen. "Mit der Integration von ersten Versicherungsleistungen macht sich N26 möglicherweise auf den Weg in Richtung Bankassurance-Plattform, das wäre tatsächlich eine Neuerung am Markt", so Stolberg weiter.

Wachstum über datengetriebene Zusatservices

Hierzulande werde die Zahl der Girokonten nicht unbegrenzt wachsen und es findet Stolberg zufolge derzeit eine Umverteilung in Richtung der Direkt- beziehungsweise Mobilbanken statt. Zudem stehen neue Spieler wie "Marcus", "Tomorrow" oder die Plattform-Ableger der etablierten Banken in den Startlöchern. "Die Wachstumsphantasie wird sich sukzessive verlagern, weg vom Nutzerwachstum hin zu margenstärkeren Finanzprodukten, Geschäftskunden und datengetriebenen Zusatzservices", prophezeit Stolberg.

N26 habe sicher auch Fehler gemacht, "aus denen sie gelernt haben". Was aber Fokussierung, Veränderungsgeschwindigkeit, Skalierbarkeit und Konzentration auf die Kernkompetenz "Plattform Management" anginge, könnten traditionelle Banken aus Stolbergs Sicht von N26 lernen. Die Frage ist, ob und wie sich die Erfahrungen übertragen lassen. Etablierte Strukturen zu verändern sei eine ganz andere Aufgabe als ein Start-up im Wachstumsmodus zu halten.

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