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31.01.2018 | Bankprodukte | Im Fokus | Onlineartikel

Alternative Kleinkredite wachsen weiter

Autor:
Barbara Bocks
3 Min. Lesedauer

Der deutsche und europäische Crowdfunding-Markt wächst erneut. Auch hierzulande etablieren manche Kreditinstitute in diesem Geschäft neue Konzepte.

Mit 321 Millionen Euro Volumen im Jahr 2016 wuchs der deutsche Crowdfunding-Markt im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent. Das geht aus einem Report hervor, den das Alternative Finance Center der Universität Cambridge veröffentlicht hat. "Es ist erfreulich, dass Deutschland den zweitgrößten Markt in Europa außerhalb Großbritanniens aufweisen kann“, sagt Jamal El Mallouki, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Crowdfunding. Die Wachstumsraten in anderen europäischen Ländern sind allerdings höher. In Frankreich stieg das gesamte Crowd-Volumen beispielsweise um 40 Prozent auf 444 Millionen Euro an. "Gemessen an der volkswirtschaftlichen Stärke könnte Deutschland ein um 50 Prozent höheres Marktvolumen haben", sagt Tamo Zwinge, Vorstandsmitglied des Verbands. Grund dafür ist aus seiner Sicht "ein schwieriges und innovationshemmendes Regulierungsumfeld in Deutschland“.

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In ganz Europa haben mehr als 14.000 Unternehmen laut des Reports bereits mehr als 1,1 Milliarden Euro über den Crowdfunding-Markt finanziert. Die Europäische Union (EU) hat nach Ansicht des Bundesverbands Crowdfunding mit der Reform der EU-Prospektverordnung ermöglicht, dass die Mitgliedstaaten eine attraktive Crowdfunding-Regulierung entwickeln und eine Ausnahme von der Prospektpflicht bis Investitionshöhe von bis zu acht Millionen Euro festlegen können. "Wir hoffen, dass Deutschland sich an seinen Nachbarn orientiert und die Möglichkeiten der Erleichterung von Crowdfunding, welche die Europäische Union bietet, umsetzt, damit wir im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben“, sagt Ralph Pieper, als Vorstandsmitglied des Bundesverbands Crowdfunding zuständig für Europa.

Deutsches Crowdfunding ist ein Nischenmarkt

Das deutsche Crowdfunding-Volumen bleibt mit 321 Millionen Euro im Jahr 2016 weiterhin ein Nischenmarkt. Allein in Deutschland haben inländische Geldinstitute im September 2017 laut der Bankenstatistik der Bundesbank von Januar 2018 Kredite an inländische Unternehmen und Privatpersonen in Höhe von knapp 2,59 Milliarden Euro ausgereicht. Ende 2016 waren es knapp 2,51 Milliarden Euro. Dennoch gibt es hier einige kreative Konzepte unter anderem von Banken, die Gründerunternehmen unterstützen. So hat beispielsweise die L-Bank im April 2017 die "L-Bank Mikro Crowd“ gestartet. Neue und etablierte Formen der Gründungsfinanzierung werden laut Angaben der L-Bank bei diesem Konzept miteinander verzahnt. Die Crowd sorge außerdem für einen frühzeitigen Markttest und durch die Verbreitung über die sozialen Medien für einen zusätzlichen Werbeeffekt.

Anfang diesen Jahres hat das Kombi-Konzept mit der Investitionsbank Berlin (IBB), die seit Jahresbeginn die "IBB Mikro Crowd“ gelauncht hat, einen Nachahmer gefunden. Ab sofort können in diesem Programm laut Angaben des Instituts Mikrokredite auch in Kombination mit einer ergänzenden Crowdfunding-Kampagne beantragt werden. Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der IBB, sieht vor allem Berliner Start-ups sowie Gründerinnen und Gründer zum Beispiel aus den Bereichen Kommunikation, Digital- und Kreativwirtschaft als Zielgruppe: "Da kommen die Vorteile und die Flexibilität des Programms am besten zum Tragen."

Mikrokredite gibt es auch hierzulande

Gründer können sich in Deutschland aber auch einen klassischen Mikrokredit sichern. "Der Mikrokreditmarkt in Deutschland ist kein klassischer Investorenmarkt, der aus Rendite-Gesichtspunkten betrieben wird. Mikrokredite werden hier als politisches Instrument genutzt, um Existenzgründungen und kleine Unternehmen zu unterstützen“, erklärt Markus Weidner, Geschäftsführer des Deutschen Mikrofinanz Instituts (DMI), im Artikel "In der Nische Gutes tun“ der aktuellen Dezember-Ausgabe von "Bankmagazin“. Kreditinstitute agieren laut Weidner, wenn überhaupt, vor allem als Hausbank für Förderkredite. "Allerdings gibt es immer mehr Landesprogramme, bei denen die Kreditanträge nicht mehr über Banken laufen müssen, sondern direkt bei dem Landesförderinstitut, beispielsweise in Hessen und Berlin, beantragt werden können“, so Weidner.

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