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04.12.2017 | Bankstrategie | Interview | Onlineartikel

"Wir testen, ob wir Beratung von Service trennen können"

Autoren:
Stefanie Hüthig, Christian Kemper
Interviewt wurde:
Rolf Settelmeier

ist seit Mitte 2008 Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Augsburg.

Rolf Settelmeier, Chef der Stadtsparkasse Augsburg, über Outsourcing, bei dem die Mitarbeiter im Haus angestellt bleiben, eine Trennung von Beratung und Service in Geschäftsstellen und über die Stadt als Stiftungshochburg.

Herr Settelmeier, die Stadtsparkasse Augsburg kooperiert seit Anfang September 2017 mit der Deutschen Servicegesellschaft für Finanzdienstleister, kurz DSGF, einem von zwei Service-Anbietern für Backoffice-Prozesse in der Sparkassen-Finanzgruppe. Welche Tätigkeiten werden Sie an das Unternehmen auslagern?

Am 1. Oktober hat die DSGF unsere Marktfolge passiv, Wertpapiere und Dienstleistungen übernommen. Ab 1. März 2018 wird der Bereich Marktfolge Aktivgeschäft Privatkunden inklusive der Baufinanzierung an die DSGF ausgelagert.

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01.12.2017 | Bankmagazin-Gespräch | Ausgabe 12/2017

„Wir testen, ob wir Beratung von Service trennen können“

Rolf Settelmeier, Chef der Stadtsparkasse Augsburg, über Outsourcing, bei dem die Mitarbeiter im Haus angestellt bleiben, über eine Trennung von Beratung und Service in Geschäftsstellen und über die Stadt als Stiftungshochburg.

Welche Gründe führen zum Outsourcing der Tätigkeiten?

Die aufsichtsrechtlichen Vorgaben treiben die Kosten. Sie umzusetzen ist eine Pflichtaufgabe. Daran können wir nichts ändern, ebenso wenig wie an der Zinssituation, die ebenfalls schwierig für uns ist, da wir zinsgetrieben sind und damit die Folgen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung spüren. Außerdem ist unser Geschäftsmodell stark von der Digitalisierung betroffen. Wir müssen investieren, Prozesse vereinfachen und verschlanken. Digitalisierung bedeutet Kostendruck, insbesondere beim Personal.

Also wollen Sie in der Marktfolge Kosten reduzieren?

In der Marktfolge sind wir aus Kostensicht schon gut unterwegs, weil wir viel optimiert haben. Aber wir stoßen an Grenzen, da die Stückzahlen überschaubar bleiben, obwohl wir ein verhältnismäßig großes Haus sind. Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir die Marktfolge outsourcen können, ohne unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einen anderen Standort verlagern zu müssen. So sind wir auf die DSGF gekommen, die Outsourcing im Regiomodell mit Personalgestellung anbietet. Damit erzielen wir die gewünschten Auslagerungseffekte, gleichzeitig bleiben die Kollegen in der Marktfolge Mitarbeiter unseres Hauses.

Welche Ziele möchten Sie mit der Auslagerung erreichen?

Wenn ich Ziele definiere, ist nicht immer die Kostenseite erstrangig. Für uns sind Schnelligkeit und Qualität wichtig. Die Stadtsparkasse Augsburg kommt bei der Schnelligkeit schon auf sehr gute Werte, in der Baufinanzierung beispielsweise erfüllen wir unsere Benchmark mit 80 bis 100 Prozent. Trotzdem können wir mit der Auslagerung von der Erfahrung der DSGF, ihrer IT, die wir uns selbst nicht leisten könnten, und ihrer Kompetenz noch profitieren. In Phasen mit hohem Krankenstand ist unsere Durchlaufzeit zu hoch. Diese Belastungsspitzen kann die DSGF mit ihrer virtuellen Fabrik abfangen, denn sie produziert nicht nur in Augsburg, sondern an verschiedenen Orten. Da die Prozesse standardisiert sind, können die Aufgaben genauso gut von Mitarbeitern in Dortmund, Dresden, München oder Nürnberg erledigt werden. Und wenn wir einmal nicht die Stückzahlen abliefern, die wir geplant haben, dann ist es Aufgabe der DSGF, die freien Kapazitäten in der virtuellen Fabrik anderweitig zu nutzen.

Das komplette Interview mit Rolf Settelmeier lesen Sie in der Bankmagazin-Ausgabe 12 | 2018.

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