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22.07.2013 | Bankstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Commerzbank: Fortschritte beim Abbau der Bad-Bank-Kredite

Autor:
Barbara Bocks

Die Gerüchte um die Commerzbank reißen selbst im Sommerloch nicht ab. Immer neue Namen von Kaufinteressenten wie Santander geistern durch die Presse. Fakt allerdings ist: Das Institut hat in der vergangenen Woche ein 5 Milliarden Euro schweres Kreditportfolio aus seiner Bad Bank verkauft.

Den Zuschlag für das Kreditpaket, bestehend aus gewerblichen Immobilienkrediten und dem gesamten operativen Geschäft der Hypothekenbank Frankfurt in Großbritannien, hat ein Konsortium aus der US-Bank Wells Fargo und der Investmentgesellschaft Lone Star erhalten, die die Hypothekenkredite mit einem Abschlag von 3,5 Prozent zum Buchwert gekauft haben, wie die Commerzbank mitteilte.

Was tun mit notleidenden Kredite

Ein Volumen von insgesamt 1,2 Milliarden Euro des 5 Milliarden Euro-Kreditpakets gelten laut Angaben der Commerzbank als notleidend. Springer-Autor Hajo Engelke, Geschäftsführer der Debitos GmbH, erläutert in seinem Beitrag im Bankmagazin, wie Banken generell mit notleidenden Krediten umgehen sollten. Er sieht hierfür mehrere Möglichkeiten: etwa die Eigenbearbeitung des Falls oder auch die Weitergabe an eine Bad Bank oder, falls vorhanden, an eine spezielle Abteilung innerhalb des Konzerns bzw. der Gruppe. Er kritisiert, dass sich das Forderungsmanagement von Banken oftmals auf die Eigenbearbeitung der Kredite oder die Abgabe an externe Dienstleister beschränke. Generell sollte die Bearbeitung schwieriger Engagements langfristig ausgerichtet sein, rät der Experte.

Mellon Bank als erste Bad Bank der Geschichte

Die erste bekannte Bad Bank der Geschichte war die Mellon Bank Ende der 1980er, die die Grant Street National Bank als separate Einheit mit einem Volumen von 1,4 Mrd. US-Dollar an notleidenden Krediten zur Abwicklung ausgründete, wie die Springer-Autoren Joyce Clark, Arno Gerken, Frank Guse und Philipp Härle beschreiben. Einen groben Überblick zu den Vor- und Nachteilen von Bad Banks für die betroffenen Kreditinstitute geben die Springer Autoren in dem Buch „Modell Bad-Bank: Hintergrund - Konzept - Erfahrungen“ wie folgt:

Die Vorteile einer Bad Bank für das Institut:

  • Die Profitabilität steigt unter anderem durch weniger Risiken in der Kernbank und eine geringere Bilanzsumme

  • Verstärktes Vertrauen In „Good Bank“ durch Trennung von Assets
  • Effizienteres Management unter anderem der „Good Bank“
  • Höhere strategische Flexibilität der „Good Bank“

und deren Nachteile:

  • Kostenbelastung durch unter anderem hohe Transaktionskosten und Personalkosten

  • Erhöhte Komplexität der Gesamtorganisation

  • Problematische Finanzierung über den Kapitalmarkt
  • Komplexität der Vermögensübertragung auf Bad Bank

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Fallbeispiel: Aufstieg und Fall der Commerzbank

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