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03.05.2016 | Bankstrategie | Nachricht | Onlineartikel

Commerzbank kommt ins Straucheln

Autor:
Eva-Susanne Krah

Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus hat im ersten Quartal 2016 einen Sturzflug hingelegt. Der Gewinn brach in den ersten drei Monaten dieses Jahres um rund die Hälfte ein.

Der Nettogewinn der Commerzbank sank von 338 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 163 Millionen Euro im ersten Quartal 2016. Als Gründe führte das Institut Schwankungen an den Kapitalmärkten an, verwies aber auch auf die Verschärfung des Zinsumfelds, wodurch die Erträge der Bank schmelzen. Der operative Gewinn im Konzern lag zwischen Januar und April 2016 bei 273 Millionen Euro, nach 670 Millionen Euro im ersten Quartal 2015.

Kreditgeschäft läuft 

Das operative Ergebnis im Privatkundengeschäft der Commerzbank stieg im gleichen Zeitraum immerhin von 157 auf 191 Millionen Euro, allerdings aufgrund von positiven Einmaleffekten. Die Erträge wuchsen dank guter Kreditgeschäfte um acht Prozent auf 944 Millionen Euro. Die Risikovorsorge der Bank verringerte sich im ersten Quartal 2016 auf 148 Millionen Euro gegenüber 158 Millionen Euro dank einer niedrigen Quote an Problemkrediten und dem "weiteren Abbau nicht strategischer Portfolios", wie die Bank mitteilte.

Steuertricks sorgen für Irritationen

Neben der schlechten Ertragslage dürfte dem Geldhaus aktuell auch der Wirbel um Cum-Cum-Geschäfte zu schaffen machen. Laut Recherchen von "Handelsblatt", "Bayerischer Rundfunk“, "Wall Street Journal“ und "Pro Publica“ sowie der "Washington Post" sollen inländische Banken, darunter auch die Commerzbank, ausländischen Großaktionären geholfen haben, die Kapitalertragsteuer in Deutschland mittels so genannter Cum-Cum-Geschäfte zu vermeiden und ihnen nicht zustehende Steuererstattungen vom deutschen Fiskus einzustreichen.

Nach Ansicht von Finanzexperten, unter anderem vom Bundesfinanzministerium, handelt es sich dabei um ein Steuerminimierungsmodell, weshalb die Transaktionspraxis kritisiert wird.  Stephan Engels, Finanzvorstand der Commerzbank, führt dazu an, die Bank habe sich an geltende Gesetze gehalten. Bei täglich zehntausenden Geschäften handele sie "zwangsläufig" auch in "Cum-Cum"-Situationen. Klaus Nieding vom Präsidium der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz forderte den Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank auf, für Aufklärung zu sorgen.

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