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23.09.2013 | Bankstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Massive Bereinigung auf dem Bankenmarkt erwartet

Autor:
Stefanie Burgmaier
1:30 Min. Lesedauer

Der deutsche Bankenmarkt unterscheidet sich fundamental von der Situation in den Nachbarländern. Vor allem durch erhöhte regulatorische Anforderungen, niedrige Zinsen und zunehmende Digitalisierung erhöht sich der Druck nochmals.

Thomas Rodermann, Vorstandssprecher der Deutschen Bank Privat- und Geschäftskunden AG, schockte die Zuhörer auf dem 17. ecfs-Banksymposium in Düsseldorf. „In den nächsten fünf Jahren wird es eine massive Bereinigung auf dem deutschen Bankenmarkt geben“, prophezeite er. In den nächsten zehn Jahren werde die Zahl der Filialen radikal zurückgehen.

Zu dieser provokanten Prognose kam der Deutschbanker, indem er die Herausforderungen der Bankbranche analysierte. Da seien zum einen die erhöhten regulatorischen Anforderungen, die zu einem erhöhten Kosten- und Ertragsdruck führten, da seien zum zweiten die niedrigen Zinsen, die das klassische Geschäftsmodell von Banken gefährdeten, da sei zum dritten die zunehmende Digitalisierung, die das Leben und die Geschäftsmodelle veränderten. Dazu kämen, dass sich die Zugangswege zu Banken veränderten und damit Filialen immer unwichtiger werden ließen. Zudem seien die Kunden noch immer misstrauisch gegenüber der Finanzbranche und verlangten eine höhere Qualität und Transparenz in der Bankberatung. All diese Faktoren führten zu einer extrem komplexen Managementaufgabe.

Prognose: Zahl der Geschäftsstellen wird sinken

Als ob diese Herausforderungen nicht schon ausreichten, hat Rodermann in Deutschland eine besondere Wettbewerbssituation ausgemacht. Schließlich treffen hier zu Lande Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken aufeinander. Dieser Mix führt seiner Meinung dazu, dass künftig sowohl die Zahl der Geschäftsstellen als auch der Banken insgesamt zurückgehen wird.

Bislang hält sich trotz fünfjähriger Dauerkrise der Bereinigungsprozess in Grenzen. Lediglich einige Großbanken wie die WestLB oder die Dresdner Bank sind vom Markt verschwunden. Sparkassen fusionieren ebenso seit Jahren untereinander wie die Genossenschaftsbanken. Unter welchen Bedingungen ein solcher Fusionsprozess gut funktioniert, beschreibt Springer-Autor Christoph M. Auerbach in seinem Buch "Fusionen deutscher Kreditinstitute".

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