Skip to main content
main-content

27.09.2016 | Bankstrategie | Nachricht | Onlineartikel

Commerzbank plant Radikalkur

Autor:
Eva-Susanne Krah

Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus treibt den strukturellen Umbau mit massiven Einschnitten voran. Stellenkürzungen, gestrichene Dividenden und mehr Digitalisierung sollen die Ertragslücken schließen. 

Als Reaktion auf den Wandel in der Bankenbranche durch neue Wettbewerber, wachsenden Konsolidierungsdruck sowie massive Ertragseinbrüche durch niedrige Zinsen tritt die Commerzbank mit einer neuen Konzernstrategie die Flucht nach vorn an. Die Maßnahmen sollen bis zum Jahr 2020 greifen und dürften die Bank Finanzexperten zufolge bis zu eine Milliarde Euro kosten. Dabei hatte das Institut im Februar 2016 noch Grund zum Feiern: Nach fünf Jahren konnte es erstmals wieder ein Nettoergebnis von knapp mehr als einer Milliarde Euro verkünden. Im August prognostizierte das Geldhaus dann aber einen Gewinnrückgang für das laufende Jahr.

Massiver Stellenabbau

Bereits bei einer "Handelsblatt"-Tagung Anfang September in Frankfurt am Main wurde deutlich, dass eine Restrukturierung anstehen könnte. „Der Umbruch im Moment ist brutal, schnell und radikal“, sagte Martin Zielke, seit März 2016 Vorstandsvorsitzender der Großbank, damals zum Wandel in der Finanzbranche. Dem "Handelsblatt" zufolge will die Großbank in den kommenden Jahren rund 9.000 Arbeitsplätze abbauen. Unklar sei, ob dies mithilfe betriebsbedingter Kündigungen geschehe. Derzeit beschäftigt die Bank insgesamt noch 50.000 Mitarbeiter. Zudem plane Zielke wegen des Restrukturierungskurses, den Aktionären, unter ihnen auch der Bund, die Dividende für das Jahr 2016 zu streichen. 

Kundengeschäfte werden gebündelt

Künftig will sich die Bank laut Medienberichten auch im Vertrieb schlanker aufstellen, um Kosten zu senken. So sollen große Unternehmenskunden und das Investmentbanking zusammengefasst und die Mittelstandsbank aufgelöst werden. In der Investmentbank plant das Geldhaus überdies nach Informationen des "Handelsblatt", der Wertpapierhandel zu reduzieren und Teile des Aktiengeschäfts auszugliedern oder abzustoßen. Kleine und mittelständische Firmenkunden will man künftig im Privatkundensegment bündeln. Am 30. September wird der Commerzbank-Vorstand seine Umbau-Pläne öffentlich vorlegen.

Die Commerzbank-Filialen sollen trotz Schrumpfkurs jedoch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Denn mehr als zwei Drittel der Neukunden kommen laut Zielke in Deutschland über eine der rund 1.050 Niederlassungen. Das schließt jedoch eine Verschlankung in Backoffice-Prozessen nicht aus. Gleichzeitig investiert das Kreditinstitut in die Digitalisierung, beispielsweise in eine einheitliche Plattform, die alle Vertriebskanäle der Bank in Echtzeit synchronisiert. Mit Main Funders hat die Commerzbank kürzlich außerdem eine eigene Peer-to-Peer-Plattform für die Vermittlung von Fremdkapital zwischen Firmenkunden und professionellen Investoren gegründet.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.02.2016 | Geschäftsfelder | Ausgabe 2-3/2016

Die fetten Jahre sind vorbei

01.09.2016 | Vertrieb | Ausgabe 10/2016 Zur Zeit gratis

Digitales und persönliches Erlebnis kombinieren

Das könnte Sie auch interessieren

22.06.2016 | Firmenkunden | Nachricht | Onlineartikel

Commerzbank sucht Alternativen im Corporate Banking

03.05.2016 | Bankstrategie | Nachricht | Onlineartikel

Commerzbank kommt ins Straucheln

Premium Partner

EIZOmicrom

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Zur B2B-Firmensuche

Whitepaper

- ANZEIGE -

Wie sich Banken effektiv vor DDoS-Attacken schützen

Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) gehören zu den beliebtesten Waffen im Arsenal von Cyberkriminellen. Sie zielen darauf ab, den Betrieb von Informationssystemen wie Websites oder Datenbanken lahmzulegen bzw. zu stören. Hinter dieser Art von Angriff können unterschiedliche Motive stehen, die vom Cyber-Vandalismus über unlautere Wettbewerbspraktiken bis hin zu Erpressung reichen.