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29.04.2019 | Bankstrategie | Nachricht | Onlineartikel

LfA hebt Kostenvorteile für sich und Hausbanken

Autor:
Stefanie Hüthig

Für die Förderbank des Freistaats Bayern war 2018 ein Rekordjahr. Auch die Digitalisierung der Durchleitung hat das Institut vorangetrieben. Daneben freut es sich über die Auswirkungen des EU-Bankenpakets.


Partnerbanken der LfA Bayern können seit 2018 Fördermittelanträge für ihre Firmenkunden webbasiert stellen. Wie das Förderinstitut des Freistaats bei der Vorlage der Zahlen mitteilte, sollen im nächsten Schritt Bestandsprozesse bis zur Darlehensrückzahlung verschlankt und digitalisiert werden. Überdies will das Institut 2020 ein erstes Kreditprodukt mit einem vollautomatisierten Antrags- und Zusageprozess anbieten. Das bedeute eine sofortige Förderzusage für den Firmenkunden während des Gesprächs mit seinem Berater in der Hausbank, bestätigte Otto Beierle, Vorstandsvorsitzender der LfA. Zugleich erklärte der Institutschef, dass es weniger eine Rolle spiele, wie viele Cappuccino-Längen die Zusage nun genau dauere. Schließlich benötige der Finanzierungsprozess in der Hausbank selbst auch Zeit.

Ein hohes Interesse haben die Partnerbanken laut Beierle hingegen an dem geringeren Aufwand für die Durchleitung, die mit der Prozessverschlankung und -digitalisierung einhergehen. Auch für die LfA bringt das Kostenvorteile, die das Institut an seine Endkunden, also vor allem mittelständische Unternehmen in Bayern, weitergeben will.

2018 war ein Rekordjahr

Im vergangenen Jahr erlebte die Förderbank einen Rekord. „Die LfA hat 2018 die höchste Nachfrage nach Förderkrediten seit ihrer Gründung erlebt“, freute sich Beierle. Das Institut vergab insgesamt 2,83 Milliarden Euro an Darlehen, 21 Prozent mehr als 2017. Die Bilanzsumme ging aufgrund eines niedrigeren Anlagebestands von rund 21,5 auf 21,1 Milliarden Euro zurück. Die Mitarbeiterzahl zeigte sich mit knapp 330 stabil und das soll auch bleiben. 2018 senkte die LfA ihre Risikovorsorge um 47 Millionen Euro nach 53 Millionen Euro im Vorjahr. Die Kernkapitalquote stieg von 19,9 auf 23,4 Prozent. Hubert Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Bayerns (Freie Wähler) sowie Verwaltungsratsvorsitzender des Instituts, lobte es als „kerngesunde Förderbank“.

Für 2019 rechnen die LfA-Verantwortlichen mit einem einstelligen Minus im Fördergeschäft zum Vorjahr, da sie nach Jahren der Hochkonjunktur von einer Normalisierung oder einer leichten Abkühlung der Wirtschaft ausgehen. Noch macht sich das laut Beierle allerdings nicht bemerkbar, weder im Fördergeschäft noch bei der Risikovorsorge, das erste Quartal 2019 sei ähnlich ausgefallen wie das 2018. Eine weiter positive Entwicklung sieht der LfA-Chef für die Kernkapitalquote.

Nicht mehr unter EU-Aufsicht

Sowohl der LfA-Vorstand als auch der Verwaltungsrat freuen sich darüber, im Ergebnis aus dem EU-Bankenpaket als Förderinstitut nicht mehr europäischer Aufsicht zu stehen. Das Institut sei „aus den Krallen einer EU-Bankenaufsicht wieder entflohen“, drückte es Aiwanger aus. Beierle betonte jedoch, keine „Regulierung light“ zu wollen, sondern vielmehr ein Aufsichtssystem, das den Besonderheiten von Förderbanken Rechnung trägt.

Weiterer Effekt des Pakets ist der Wegfall der Bankenabgabe für Förderinstitute. Wie wir hören, ist es möglich, dass die LfA die Abgabe 2019 in Höhe von 3,4 Millionen Euro aber doch aufbringen muss, man sondiere das. Pläne für den Fall einer Bankenabwicklung werden hingegen nicht mehr notwendig, mit der dank des Gewährträgers, dem Freistaat Bayern, ohnehin nicht zu rechnen ist.

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