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10.02.2017 | Bankstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Banken müssen Mehrwert für ihre Kunden schaffen

Autor:
Eva-Susanne Krah

Die Zahl der Banken könnte sich bis 2025 auf 1.200 Häuser reduzieren, prognostiziert die Managementberatung Bain&Company. Geldhäuser müssen auf die Suche nach ertragreichem Mehrwert für ihre Kunden gehen. Nur mit intelligenter Digitalisierung wird das gelingen.

Einen wesentlichen Teil der dringenden Aufgaben haben viele Kreditinstitute in den vergangenen Monaten schon angepackt. Die organisatorische Komplexität und die Kosten zu senken sowie die IT-Systeme auf Digitalisierungskurs zu bringen, sind wichtige Punkte auf der Agenda der Geldhäuser. Allein die Umsetzung der neuen Regelwerke in der Organisation und IT wird künftig schätzungsweise 15 bis 20 Prozent der laufenden Kosten ausmachen, rechnen die Experten von Bain&Company in einer Studie zur Zukunft der Banken vor. Doch wirksame Hebel, die im Bankgeschäft den Mehrwert für Kunden erhöhen und bei den Instituten die Abhängigkeit vom Zinsgeschäft verringern, stehen noch aus. Hier kann vor allem die Digitalisierung helfen, glauben die Berater. 

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Gerade Volksbanken und Sparkassen müssten sich auf ihre Rolle als Kunden- und Vertriebsbank konzentrieren, stellen sie fest. Die Tatsache, dass Bankkunden weltweit laut dem Beratungshaus zwei von drei Produkten immer noch bei ihrer Hausbank erwerben, zeigt, welches Schwergewicht die Universalbanken als Finanzpartner darstellen. National und international tätige Universalbanken müssen sich laut dem Beratungshaus vorrangig auf profitable Geschäftsfelder fokussieren. 

Digitale Allfinanzkonzepte einsetzen

Um innovativer und intelligenter digital zu werden, spielen Kooperationen mit Fintechs eine wachsende Rolle, denn sie helfen, digitale Anwendungen für Kunden schneller in den Markt zu bringen. Vor allem Omnikanalansätze im Bankvertrieb können laut Bankmagazin-Autorin Elke Pohl unterstützen. In ihrem Beitrag "Kunden reisen durch die Kanäle" (Ausgabe 1/2017, Seite 34) stellt sie fest, dass dieses Konzept anders als die bisher praktizierte Multichannel-Strategie den Kunden ins Zentrum stellt und um ihn herum die Zugangswege aufbaut. Die verschiedenen Kontaktkanäle stehen nicht in Konkurrenz, sondern müssen "zu einem Gesamterlebnis für den Kunden zusammengefügt werden", so Pohl. Den Mehrwert können Banken in ihren verbleibenden Filialen auch dadurch erhöhen, dass sie "an ausgewählten Standorten den Kundennutzen etwa durch verlängerte Öffnungszeiten, digitale Angebote, mehr Produkte und bessere Beratung bieten", meint Professor Philipp Sandner, der im Bereich Digitalisierung an der Frankfurt School of Finance & Management lehrt. 

Darüber hinaus werden laut Bain integrierte Bankdienstleistungen, etwa digitale Allfinanz-Konzepte, immer wichtiger. Auch Cross-Selling mit Nicht-Banking-Produkten oder -Dienstleistungen können für nachhaltigen Mehrwert im Bankgeschäft sorgen. Die "Vorwärtsintegration" der Beratung in das Geschäft ihrer Kunden hinein ist ein weiterer Ansatz.

Mit Innovation auf den Wandel reagieren

Die Unternehmensberatung Carpe Viam, die Hochschule Rhein-Main und die Beratungsinstitute BS Change und H-Faktor kommen in einer gemeinsamen Bankenstudie zu dem Schluss, dass unter anderem Fintechs den Markt angreifen und die Geldhäuser weiter in die Defensive drängen. Als Antwort darauf müssten Kreditinstitute

  • das Risiko- und Chancenmanagement der Banken zur zentralen Handlungsgrundlage machen,
  • die Aufbau- und Ablauforganisation stärken,
  • Restrukturierungen wertschöpfend durchführen und
  • einen Paradigmenwechsel zur Kundenorientierung und dem Dienst an der Realwirtschaft vollziehen.

Darüber hinaus müssen Banken neue Ertragsquellen, Geschäftsmodelle und Innovationen auch jenseits der Digitalisierung entwickeln. Überdies werden viele verschiedene Positionen innerhalb der Institute aktiv in den digitalen Wandel involviert sein. Der Springer-Autor Georg F. Walter sieht eine Chance darin, dass Banken ihre Geschäftsmodelle umstrukturieren. In der Business Innovation muss es aus seiner Sicht um ein einheitliches Bankerlebnis für den Kunden gehen. Kooperationen oder Integrationen könnten zudem neben der bestehenden Bankorganisation realisiert werden. Dazu müssten Institute jedoch ein kontinuierliches Innovationsmanagement und Trend Scouting sicherstellen. Nur so können sie beispielsweise die strategisch richtigen Player am Markt finden.

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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Ein kleiner Strategiediskurs im Kontext „Digitalisierung“
Quelle:
Banking & Innovation 2016

01.10.2016 | Strategie | Ausgabe 11/2016

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