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12.05.2015 | Bankstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Fintechs planen Kooperationen mit Banken

Autor:
Stefanie Burgmaier
2:30 Min. Lesedauer

Oft sehen traditionelle Kreditinstitute die jungen Technologieunternehmen als Angreifer an, die ihre Geschäftsgrundlage gefährden. Doch die Gründer sind durchaus offen für Zusammenarbeit.

Raffael Johnen, Valentin Stalf und Oliver Vins wundern sich, dass Bankvorstände ihre Aktivitäten meist mit Argwohn betrachten. Die Internet-Unternehmer sehen sich nicht als Feinde der traditionellen Geldhäuser. „Wir wollen mit ihnen zusammenarbeiten“, sagte Stalf, der als CEO von Number 26 „Europas modernstes Girokonto“ anbieten will, auf dem 9. IM-Privatkunden-Symposium der Managementberatung Investors Marketing in Frankfurt am Main. „Für uns sind Kooperationen mit Banken ein wichtiges Thema“, ergänzte Johnen, der als Gründungsgesellschafter seit acht Jahren auf der Plattform Auxmoney Investoren und Kreditnehmer zusammenbringt. Und Vins, der als Vorstand der Vaamo Finanz AG Geldanlage vereinfachen will, glaubt gar, dass langfristig die Grenzen zwischen Bank- und Fintechwelt verschwimmen werden.

Schneller und innovativer als traditionelle Geldhäuser

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Die Reaktion der Banker auf die Kooperationsangebote war geteilt. „Ich freue mich sehr über die Fintechs, die an Dingen arbeiten, die wir seit Jahren bekämpfen“, entgegnete Harald Felsen, Vorstand der Deutschen Apotheker- und Ärztebank. Die jungen Unternehmen seien einfach schneller und innovativer als traditionelle Banken. Jürgen Lieberknecht, Mitglied des Vorstands der Targobank, sieht die Gründer als „große Bedrohung“ an. Er mahnt sich und seine Kollegen, „sehr wachsam“ zu sein. Und Jürgen Marquardt, Mitglied des Vorstands der Hamburger Sparkasse, hat in seinem Haus einen „Fintech-Radar“ entwickeln lassen. Dieser beobachtet die Entwicklung in der Gründerszene ganz genau.

Erste Ansätze für Zusammenarbeit gibt es schon

Und dennoch gibt es erste Kooperationen. Targobank-Vorstand Lieberknecht gibt zu, einige IT-Lösungen von Gründern übernommen zu haben. Schon weiter ist die Deutsche Bank. Sie hat mit einem Münchner Startup Gini pay entwickelt. Diese Software kann die relevanten Daten für eine Überweisung aus einem Rechnungs-PDF auslesen und in das Formular für Online-Banking übertragen. Bald soll das System auch eingescannte Rechnungen erkennen können. „Das ist ein neuer komfortabler Service“, sagte Markus Pertlwieser von der Privat- und Firmenkundenbank der Deutschen Bank. Pertlwieser glaubt, dass die Digitalisierung nicht nur eine Bedrohung für die Banken ist, sondern auch manche Grenze, die die Bankindustrie heute noch behindert, überwinden hilft.

Die Springer-Autoren Markus Keck und Stefan Mertes beschreiben in ihrem Beitrag zum "Einfluss der Digitalisierung auf die Bankfiliale – neue Technologien für mehr Kundennähe", wie die Großbanken an einer Verknüpfung von digitalen Angeboten und Filialen arbeiten. Dazu sei eine Vernetzung aller Kanäle notwendig. Diese erfordere eine Plattform, die alle Kanäle, die Deutsch-Banker Pertlwieser lieber „Zugangswege“ nennt, mit identischen Daten versorgt. Bei der Entwicklung dieser Formate können Fintechs helfen. Schließlich müssen sie sich nicht mit einer verästelten IT herumschlagen.

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