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28.10.2014 | Bankstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Garantibank bietet Fintechs Paroli

Autor:
Stefanie Burgmaier
2 Min. Lesedauer

Das türkische Geldhaus ist Vorreiter bei digitalen Geldgeschäften. Rund ein Drittel seiner Kunden nutzen die Internet- und Mobile Angebote der Nummer zwei am Bosporus.

Eine halbe Million der rund zehn Millionen Kunden kommen ausschließlich per Mobiltelefon zur türkischen Garantibank. Sie nutzen keine der 1.000 Filialen und nur selten einen der 4.000 Geldautomaten. Und wenn sich diese mobilen Kunden an einem der Automaten Geld auszahlen lassen, dann nutzen sie dafür keine Giro- oder Kreditkarte, sondern ihr Smartphone. Auf dem Telefon sind schließlich alle erforderlichen Daten gespeichert.

„Generation C“ nennt Deniz Güven, bei der Garantibank für die digitalen Kanäle verantwortlich, diese Kunden. „C“ steht für Connected Customers. Bald können diese vernetzen Bankkunden auch Google Glass, die neue Datenbrille des amerikanischen Suchmaschinenanbieters, für die Verbindung zu ihrem Geldhaus nutzen. „Wir sind weltweit die erste Bank, die eine App für Google Glass entwickelt hat“, berichtete Digitalbanker Güven auf dem International Management Seminar von Wincor Nixdorf in Istanbul sichtlich stolz. Den Pioniertitel dürfte sich Garantibank mit der spanischen Banco Sabadell teilen müssen. Die Spanier haben eine App für Google Glass entwickelt, die Bankkunden zur nächsten Filiale lotst.

Von Rückschlägen nicht entmutigt

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Bei der Garantibank nutzen ein Drittel der Kunden Internet- und Handy-Zugänge, um ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Bei den mobilen Nutzern hat die Nummer zwei auf dem türkischen Markt einen Marktanteil von 32 Prozent, bei den Internetkunden einen von 24 Prozent. Garantibank zeigt damit, dass Kreditinstitute durchaus den jungen technologiegetriebenen Finanzunternehmen, kurz Fintechs genannt, Paroli bieten können. Bedingung: Die Bank muss schnell sein, sich auf Experimente einlassen und von Rückschlägen nicht entmutigen lassen.

Schon im Jahr 2000 hat Garantibank erstmals Internetbanking angeboten. Anfangs nutzten gerade 46 Kunden diesen Service. Doch Güven und sein Team gaben nicht auf. Vier Jahre später starten sie mit SMS-Banking, 2007 mit einer ersten App. Seit 2012 gibt es jedes Jahr mindestens eine Weiterentwicklung. Die jüngste ist die Anwendung für Google Glass.

Nach dem „Connected Customer“ entsteht für die Springer-Autoren Stephan Verclas und Claudia Linnhoff-Popien quasi ein „Customer in Touch“. Bislang verbinden sich die Menschen bewusst mit dem Internet, in Zukunft würden sie immer und überall in Verbindung, also „in touch“ sein. Die Garantibank, die Banco Sabadell und andere Vorreiter dürften darauf mit neuen digitalen Features reagieren.

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