Skip to main content
main-content

19.03.2019 | Bankstrategie | Kolumne | Onlineartikel

Bringt ein nationaler Banken-Champion die Rettung?

Autor:
Alexander Beutel

Lange wurde gemunkelt, nun wird verhandelt: Die Deutsche Bank und die Commerzbank führen Fusionsgespräche. In seiner Kolumne beleuchtet Branchenexperte Alexander Beutel einen möglichen Zusammenschluss.

Schließt Euch zusammen! Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mögen zwar politisch zuweilen quer liegen, in Sachen Industriepolitik und einer möglichen Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank sind sich die beiden Spitzenpolitiker aber einig: Die Exportnation Deutschland brauche im Bankgeschäft einen nationalen Champion, um die hiesigen Unternehmen verlässlich und dauerhaft mit Krediten unterstützen zu können, lautet das Credo der Minister.

Empfehlung der Redaktion

2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

MERGERS & ACQUISITIONS

Es gibt kaum eine Zeitung oder Zeitschrift aus dem Bereich der Wirtschaftspresse, die nicht regelmäßig zum Thema Mergers & Acquisitions schreibt. Wissenschafter forschen kontinuierlich und intensiv zur Thematik, , alleine in der Forschungsdatenbank EBSCO können rund 50.000 verschiedene Artikel zum Thema abgerufen werden, welche in peer-reviewed Journals erschienen sind. 


Der Fusionsprozess bindet viele Kräfte

Perspektivisch mag das Synergien und Skaleneffekte schaffen. Aktuell sollte jedoch der Fokus auf der Ausgestaltung eines besseren Retailbankings liegen. Ein Fusionsprozess würde viele Kräfte binden und die dringend notwendigen Transformations- und Wachstumsthemen in den Hintergrund drängen. Zudem gibt ein solch absehbar mühsamer und auf Jahre hin jede Innovation lahmlegender Fusionsprozess anderen Playern den Raum, sich im harten Retailbanking Wettbewerb vor Kunden durchzusetzen.

Beide Institute unterscheiden sich aus Kundensicht nicht nennenswert in ihrer Relevanz. Gemäß des Prophet Brand Relevance Index schaffen es beide Marken bei Weitem nicht in die Top 50 der relevantesten Marken in Deutschland. Sie hinken hinterher, wenn es darum geht, zeitgemäße Basisleistungen und Einfachheit anzubieten. Beide Konzerne haben erheblichen Nachholbedarf in der Ausgestaltung sogenannter Brilliant Basics. Und beide sind noch weiter entfernt von einer bewusst ausgestalteten Erlebniskette, die neben den Brilliant Basics auch Highlights und womöglich sogar 'Magische Momente' mit der Bank definiert. Die notwendige digitale Transformation und die Gestaltung eines einfachen, nutzenorientierten, inspirierenden und innovativen Kundenerlebnisses gilt es unbedingt anzugehen. Die Menschen erwarten von ihrer Bank, dass sie auf ihren Lebensverlauf, ihre individuellen Bedürfnisse und sich wechselnde Kontexte eingeht.

Kundenorientieres Handeln steht im Vordergrund

Es ist für Deutsche Bank und Commerzbank an der Zeit, den Menschen zugewandt und kundenorientiert zu handeln – mit einer offenen Haltung, die die Individualität der Menschen und die Vielfalt respektiert. Es gilt, die Experience von morgen und damit nachhaltiges Wachstum heute zu gestalten – auch mit Blick auf die Generation Y und Gen Z. Das ist die Aufgabe, die die Banken zwingend angehen sollten.

Die gute Nachricht: Es stehen in beiden Häusern – und im Umfeld – erhebliche Kenntnis und Expertise bereit, um diese Lösungen zu entwickeln und einen echten Entwicklungsschritt zu machen. Mit Yunar beweist die Deutsche Bank Innovationskraft und Entschlossenheit. Einfach und im höchsten Maße auf die Bedürfnisse der Kunden eingehend zeigt man, wie digitales Banking der Zukunft funktionieren kann. Diese Entwicklung muss sich auf breiterer Fläche des Angebots weiter umsetzen. Und erst dann kann im nächsten Schritt darüber nachgedacht werden, ob es eine oder zwei Marken im Deutschland-Portfolio braucht.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

15.02.2019 | Finanzbranche | Nachricht | Onlineartikel

Für die Commerzbank wird es eng

17.01.2019 | M&A-Management | Infografik | Onlineartikel

Kulturelle Probleme gefährden Fusionen

Premium Partner

    Bildnachweise