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01.03.2022 | Bankstrategie | Nachricht | Online-Artikel

Commerzbank schraubt Finanzziele für 2024 nach oben

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

2:30 Min. Lesedauer

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Die Commerzbank hat ihr Ertragsziel für das Geschäftsjahr 2024 um 400 Millionen Euro auf 9,1 Milliarden Euro angehoben. Das operative Ergebnis soll nunmehr 3,0 statt 2,7 Milliarden Euro erreichen. Als Grund gibt das Institut die positive Entwicklung im Kundengeschäft und steigenden Zinsen in Polen an.

Mit der Anhebung ihrer Finanzziele im Jahr 2024 soll nach dem Willen der Commerzbank künftig auch mehr Kapital an die Aktionäre fließen als bislang geplant. Insgesamt will das Frankfurter Geldhaus nach eigenen Angaben über Dividenden und Aktienrückkäufe nunmehr bis zu fünf Milliarden Euro in den kommenden 22 Monaten ausschütten. Bislang war von drei Milliarden Euro die Rede. Für das Jahr 2024 geht das Institut von einer Eigenkapitalrendite von mehr als sieben Prozent aus. 

Zinserhöhungen liefern weiteres Ertragspotanzial

Die für das Geschäftsjahr 2024 anvisierten Gesamterträge von rund 9,1 Milliarden Euro liegen um 600 Millionen Euro über dem Wert von 2021. "Die Fortschritte bei unserer Transformation und das starke Kundengeschäft geben uns Rückenwind", erläuterte Vorstandschef Manfred Knof die Erwartungen, die das Geldhaus anlässlich seines Kapitalmarkttages Anfang März bekannt gab. Hinter der Anhebung des Ziels stünden vor allem zusätzliche Erträge der polnischen M Bank unter anderem infolge der Leitzinsanhebungen in Polen. 

"Da die Effekte möglicher Zinserhöhungen in der Eurozone in unseren erhöhten Zielen noch nicht eingerechnet sind, sehen wir weiteres Aufwärtspotanzial", betont Finanzvorständin Bettina Orlopp. 

Mit ihrer "Strategie 2024" hatte sich die Commerzbank Anfang 2021 eine Agenda hin zu einer "digitalen Beratungsbank" auferlegt. Zum Programm gehören unter anderem ein massiver Filialabbau, umfassende Stellenstreichungen sowie die Einrichtung zentraler Beratungszentren. Diese sollen ab Herbst 2022 an allen zwölf geplanten Standorten ihren Betrieb aufnehmen. Die Zahl der Filialen soll noch einmal um rund 100 auf zukünftig 450 weiter schrumpfen. 

Digitale Angebote für Premium- und Mittelstandskunden

Für Premiumkunden mit hohem Beratungsbedarf sind neue Produkte im Asset und Wealth Management angedacht - sowohl digital als auch persönlich. "Eine klare Kundenfokussierung ist entscheidend, um in den kommenden Jahren unsere Profitabilitätsziele zu erreichen", erklärt Thomas Schaufler, im Vorstand für Privat- und Unternehmerkunden zuständig. 

Effizienzgewinne will das Geldhaus auch im Firmenkundengeschäft heben. Bis 2024 soll das Geschäft mit niedriger RWA-Effizienz (Risk Weighted Assets) bis auf 22 Prozent sinken. 2021 sei dieser Anteil bereits um fünf auf 29 Prozent gefallen. Beim digitalen Produktangebot für Firmenkunden will die Bank ebenfalls vorankommen: Im laufenden Geschäftsjahr soll das neue Betreuungsmodell für Mittelstandskunden eingeführt sowie das internationale Netzwerk weiter gestrafft werden. Bis Jahresende will die Bank insgesamt zehn der 15 vorgesehenen Standorte schließen. 

Volumen nachhaltiger Finanzprodukte steigern

Das geben will das Institut auch beim Volumen nachhaltiger Finanzprodukte, das im laufenden Jahr auf 207 Milliarden Euro steigen soll. Ziel ist es, das Volumen bis 2025 auf 300 Milliarden Euro zu erhöhen. Kernelement der Nachhaltigkeitsstrategie ist das Net-Zero-Ziel. Bis 2050 soll der Kohlendioxid-Ausstoß des kompletten Kredit- und Investmentportfolios auf netto null reduziert werden. Bis zum dritten Quartal 2022 will die Bank konkrete Ziele bis 2030 für alle relevanten Branchen in ihren Kredit- und Investmentportfolios festlegen.

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