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02.08.2018 | Bankstrategie | Interview | Onlineartikel

"Wir sind ein Innovationstreiber"

Autor:
Christian Kemper
Interviewt wurde:
Arno Walter

ist Vorstandsvorsitzender der Comdirect. 

Vorstandsvorsitzender

Comdirect

Die Commerzbank-Tochter Comdirect soll sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und setzt künftig auf Retailkunden. Der Verkauf von Ebase spült frisches Kapital in die Kassen, das Vorstandschef Arno Walter in neues Wachstum investieren will.

Springer Professional: Herr Walter, warum haben Sie die Comdirect-Tochter Ebase verkauft?

Arno Walter: Die künftige strategische Rolle der Ebase in der Gruppe haben wir immer wieder neu bewertet. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren zwar einen stabilen Beitrag zum Ergebnis geliefert. Doch wir haben auch gesehen, dass die Synergien begrenzt sind, so läuft Ebase in weiten Teilen auf einem anderen IT-System. Eine Umstellung wäre sehr aufwendig geworden und hätte die Geschäftstätigkeit in Zukunft vermutlich beeinträchtigt. Wir wollen die Comdirect weiterentwickeln und weiter stark wachsen, daher fokussieren wir uns auf das Kerngeschäft.

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Welche Pläne haben Sie mit Onvista, die seit 2017 zur Comdirect gehört?

Comdirect und Onvista sollen weiter wachsen. Formal haben die Onvista-Bank und die Comdirect inzwischen eine gemeinsame Banklizenz. Onvista-Bank ist ein Angebot von Comdirect, bei dem wir vor allem Brokerage betreiben und auch die Produkte weiter entwickeln werden. Wir sprechen damit den speziellen Kundentypen der Trader an, denn das Leistungsangebot ist eingeschränkter und auch etwas günstiger als bei Comdirect. Beides gehört zu unserem Kerngeschäft im Retailbanking und beide Angebote liefern gute Wachstumszahlen. Auch das Finanzportal Onvista.de wird stark genutzt und von uns weiterentwickelt. Aktuell haben wir dort einen Baufinanzierungsvergleich gestartet und werden noch weitere Angebote testen. Dazu tauschen wir zwischen Comdirect und Onvista laufend Erfahrungen und Ideen aus.

Direktbanken gelten als technologische Vorreiter unter den Geldhäusern hierzulande. Sehen Sie die Comdirect als Versuchs- und Innovationslabor?

Wir sind ein Innovationstreiber sowohl im deutschen Markt als auch im Konzern. Das ist auch mein persönlicher Anspruch. Ich weiß zwar nicht, was das nächste große Ding sein wird, aber überzeugt bin ich, dass sich das mobile Bezahlen auch über Google Pay durchsetzen wird. Denn im Gegensatz zum Portemonnaie ist das Smartphone immer dabei und griffbereit. Darüber hinaus gibt es jede Menge spannende Technik auf den Geräten, zum Beispiel die Sprachsteuerung.

Welche Erwartungen haben Sie an Apple Pay, das bis Ende des Jahres nach Deutschland kommen soll?

Klar ist das eine spannende Technologie, die wir uns natürlich auch anschauen. Wir sehen an der Resonanz auf Google Pay, dass Angebote zum mobilen Bezahlen von den Kunden gut angenommen werden. Diese Payment-Lösungen passen sehr gut zu unserer Strategie, der smarte Finanzbegleiter für eine mobile Generation zu sein.

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