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18.03.2020 | Bankstrategie | Nachricht | Onlineartikel

Genossenschaftsbanken rechnen 2020 mit Gewinneinbruch

Autor:
Jan F. Wagner
2 Min. Lesedauer

Zwar sind die Zahlen der Volks- und Raiffeisenbanken 2019 besonders gut ausgefallen. Doch auch bei den Genossen wirft die Corona-Krise ihre Schatten weit voraus. In den kommenden Monaten rechnet ihr Verband mit großen Herausforderungen.

Wie der Bundesverband deutscher Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) anlässlich der Verkündung der Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr mitteilt, dürfte sich 2020 die wirtschaftliche Lage für die Institute wegen der Corona-Krise spürbar verschlechtern. BVR-Vorstand Gerhard Hofmann erwartet kein Wachstum in Deutschland. Und dieser Konjunktureinbruch werde zu höheren Wertberichtigungen im Kreditgeschäft und im Wertpapierbereich führen. Zugleich forderten niedrige Zinsen und hohe Investitionen in die Digitalisierung die Institute von den heraus.

"Aus heutiger Sicht ist damit für 2020 mit einem schwächeren Ergebnis zu rechnen. Wir gehen davon aber aus, dass die Leistungsfähigkeit der Marktbehauptungskraft und die Stabilität unserer Finanzgruppe trotz dieser Herausforderungen erhalten bleiben", so Hofmann auf der Pressekonferenz, die aufgrund der aktuellen Lage im Internet stattfand.

Dauer der Maßnahmen entscheidet über Ausmaß des Einbruchs

Auf die Frage von springerprofessional.de, wie hoch der Gewinneinbruch ausfallen könnte, erwiderte Hofmann: "Wie stark das Ergebnis zurückgeht, ist abhängig davon, wie lange die Regierungen in Europa diese drastischen Maßnahmen mit Einschränkungen führen. Wenn es nur kurzfristig ist, dann sind wir zuversichtlich, dass kein so substantieller Einbruch stattfindet." Er führte aus: "Je länger das anhält, desto höher sind die Chancen, dass aus einer Gesundheitskrise eine Wirtschaftskrise wird und natürlich wird dies auch die Finanzbranche stark betreffen."

Vor diesen Aussagen geriet der Bericht zum vergangenen Geschäftsjahr fast zur Nebensache: Wie der BVR mitteilte, stieg der Gewinn vor Steuern der Institute um 19 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro in 2019. Nach Steuern und einer Zuführung von Mitteln für "allgemeine Bankrisiken" erzielten die Genossenschaftsbanken einen Jahresüberschuss von 2,2 Milliarden Euro. Auf der Ertragsseite blieb der wichtige Zinsüberschuss bei 16,3 Milliarden Euro nahezu unverändert für 2019, während der Provisionsüberschuss um sechs Prozent auf 5,4 Milliarden Euro stieg.

Konsolidierung setzt sich fort

Auch im vergangenen Jahr setzte sich die Konsolidierung innerhalb des genossenschaftlichen Banksektors fort. Ende 2019 zählte der BVR 841 Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland und damit 34 weniger als Ende 2018 und rund halb so viel wie Ende 2001 (1621 Banken). 

Trotz der Konsolidierung konnten die Institute 2019 ihre Marktanteile im Einlagen- beziehungsweise Kreditgeschäft erneut ausbauen und zwar auf jeweils 18,9 Prozent und 17,2 Prozent. BVR-Präsidentin Marija Kolak unterstrich, dass die Genossenschaftsbanken über eines der breitesten Filiale-Netze in Deutschland verfügen würde.

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