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28.02.2022 | Bankstrategie | Nachricht | Online-Artikel

Viele Banken agieren nicht umfassend nachhaltig

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

2 Min. Lesedauer

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Wie steht es um die Nachhaltigkeit in den Geschäftsmodellen deutscher Banken? Bei vielen Instituten gibt es in Sachen Umwelt- und Menschenrechte noch jede Menge Luft nach oben, zeigt ein aktueller Report. Die größten Defizite deckt die Analyse bei den Gender-Richtlinien auf.

Für ihren sechsten Fair Finance Guide hat die Berliner Nichtregierungsorganisation Facing Finance 18 deutsche Banken und Sparkassen mit Blick auf Klima, Korruption, Geschlechtergleichheit, Menschen- und Arbeitsrechte, Natur und Umwelt, Steuern, Rüstung sowie Transparenz untersucht. In Zusammenarbeit mit dem Institut füt Ökonomie und Ökumene (Südwind Institut) und der Verbraucherzentrale Bremen wurden anhand von 275 Kriterien aus 14 Sektoren deren Übereinstimmung mit internationalen Nachhaltigkeitsstandards überprüft. 

Fünf Banken schnitten dabei besonders gut ab: Spitzenreiten waren erneut die GLS Bank, die auf 96 Prozent kam, die Ethik Bank mit 92 Prozent und Triodos Bank, deren Wert 87 Prozet aufwies. Ebenfalls im grünen Bereich von mehr als 80 Prozent liegen die Kirchenbanken KD Bank (82 Prozent) sowie die Kölner Pax Bank (85 Prozent). Die Sparda-Bank West (acht Prozent) und Deka Bank (27 Prozent), beide neu im Ranking, sowie die Stadtsparkasse Düsseldorf (23 Prozent) gehören zu den Schlusslichtern im Fair Finance Guide. Die Grafik bietet einen Überblick aller untersuchten Banken und Sparkassen:

Umfassende Selbstverpflichtung erforderlich

"Wenn die EU-Taxonomie Atomkraft und Gas als nachhaltig klassifiziert und solange Rüstungsexporte - besonders an kriegführende Staaten - nicht von der Taxonomie als nicht nachhaltig erfasst sind, werden umfassende Selbstverpflichtungen besonders der konventionellen Banken erforderlich sein", kommentiert Thomas Küchenmeister, geschäftsführender Vorstand von Facing Finance, die Ergebnisse der Analyse. 

Diese zählte bei der Deutschen Bank (56), der Commerzbank (24) und der Deka Bank (33) die größte Anzahl kritischer Finanzbeziehungen - unter anderem zu kontroversen Rüstungs- und Kohleunternehmen sowie Lithiumproduzenten oder zum Unternehmen Adani Ports and Special Economic Zone Limited, das indirekt bei der Finanzierung des myanmarischen Militärs half. Insgesamt wiesen die Gender-Richtlinien bei den meisten Banken die größten Defizite auf.

"Deutsche Unternehmen sind seit 2022 mit dem Lieferkettengesetz dazu verpflichtet, in ihren Lieferketten, also auch bei Investitionen, Menschen- und Arbeitsrechten einzuhalten und durchzusetzen. Das schwache Abschneiden vieler Banken in diesen Bereichen zeigt aber, dass diese Banken ihre Verantwortung noch nicht wahrnehmen", so Ulrike Lohr vom Südwind Institut. 


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