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26.11.2020 | Bankstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Regionale Banken sind beliebte Arbeitgeber

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
3 Min. Lesedauer

Jobs in der Finanzbranche sind begehrt. Unter den Banken machen vor allem regionale Institute das Rennen, zeigt eine aktuelle Untersuchung. Daneben sind vor allem Beratungshäuser und Versicherer als Arbeitgeber gefragt.

"Innerhalb der Kreditwirtschaft gibt es große Unterschiede bei der Mitarbeiterzufriedenheit", schreibt Yenia Zaba in ihrem Bankmagazin-Beitrag "Wer Arbeitnehmer überzeugt" (Ausgabe 11 | 2020). Zaba ist Director Global Communications & Brand beim Arbeitgeberbewertungsportal Kununu. Das hat im August 2020 neben anderen Finanzunternehmen auch alle Banken und Sparkassen untersucht, die mindestens 50 Bewertungen auf dem Portal vorweisen können. "Demnach ist die Volksbank Bühl mit einer durchschnittlichen Beurteilung von 4,50 der beliebteste Arbeitgeber unter den Geldhäusern", so die Kommunikationsexpertin. "Den zweiten Platz belegt die Volksbank Rhein Ahr Eifel, den dritten die Volksbank Franken."

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Kurswechsel in der Führung: Mehr Mut und Verantwortung

Was der Strukturwandel im Finanzsektor von allen Beteiligten und speziell von Führungskräften verlangt, ist eine noch nie dagewesene Situation. Alte, bewährte Prinzipien werden ausgehebelt und vertraute Strukturen brechen weg. Das Buchkapitel vertieft das Thema Leadership im Transformationsprozess. Um den Wandel in der gesamten Organisation als Führungskraft anzustoßen und nachhaltig zu begleiten, sind einige kulturelle Veränderungen im Hinblick auf Haltung und Einstellung der Manager- und Mitarbeiterebene vorauszusetzen.

Was den Spitzenreiter aus Baden-Württemberg so besonders macht, ist laut Aussagen der Mitarbeiter die genossenschaftliche Wertekultur hinsichtlich der Kunden und Mitglieder als auch gegenüber den Mitarbeitern. "Mir gefällt auch, wie konsequent die Bank an der Transformation des genossenschaftlichen Geschäftsmodells ins Web 2.0 arbeitet", wird eine Bewertung der Volksbank Bühl zitiert. Auch das Sozial- und Umweltbewusstsein des Instituts kommt bei den Beschäftigten an. Eine Stiftung sorgt zum Beispiel dafür, dass für jedes neue Mitglied ein Baum gepflanzt wird.  

Versicherer und Beratungshäuser beliebter als Banken

Über die gesamte Bandbreite der Finanzindustrie hinweg liegen die Geldhäuser allerdings nicht an der Spitze der Beliebtheitsskala. "Im Vergleich der vertretenen 42 Branchen belegen Banken mit einer Durchschnittsbewertung von 3,57 Punkten den zehnten Platz. Die beliebtesten Arbeitgeber auf der Plattform gehören zu den Sektoren Beratung/Consulting mit 3,84, IT mit 3,82, Versicherung mit 3,78 sowie Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung und Internet mit jeweils 3,75 Zählern", so Zaba.

"Auffällig ist, dass sich in den Top 40 der beliebtesten Geldhäuser ausschließlich regionale Institute befinden. Von den zehn größten Banken in Deutschland kann lediglich die KfW einen Wert von über 4,0 vorweisen, was im Gesamtranking nur für Platz 41 reicht", so die Expertin. "Auf der Liste der Großinstitute kommt die Bayerische Landesbank auf den zweiten Platz, im Gesamtranking entspricht das Platz 50. Platz drei beziehungsweise 56 insgesamt entfällt auf die DZ Bank, gefolgt von der ING auf Rang vier beziehungsweise 85 und der Landesbank Baden-Württemberg auf Platz fünf beziehungsweise 92."

Finanzindustrie darf Faktor Mensch nicht übersehen

Warum Finanzdienstleister und insbesondere Banken ihre Mitarbeiter vor dem Hintergrund der digitalen Transformation nicht immer begeistern, erläutert Volker Eickenberg, Professor und Dozent an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, im Buchkapitel "Evolutionstheorie: Ableitungen für die Zukunft des Finanzsektors" (Seite 213):

Das Verhalten der Finanzdienstleister ist zum Teil der Technikbegeisterung und zum Teil einer Anpassung an den Wettbewerb geschuldet. Der Faktor Mensch wird dabei gelegentlich übersehen, insbesondere die ältere Kunden- und Mitarbeitergeneration (50 plus) wird nicht mitgenommen."

Eickenberg plädiert für einen Wandel in kleinen Schritten. "Betriebswirtschaftliche Gründe dominieren psychologische und sozialpsychologische Überlegungen, wie Kunden mit der Digitalisierung akquiriert und gebunden werden. Aus meiner Sicht hat die Face-to-Face-Interaktion höhere Bedeutung als die Technik, die nur dazu dient, sich auf zwischenmenschliche Gespräche stärker zu fokussieren."

Geschäftsmodelle müssen auch Arbeitsorganisation berücksichtigen

Das verlangt vor allem den Führungskräften viel ab, erläuterte Florian Frank, HR-Experte bei Willis Towers Watson, auf der HR-Branchenkonferenz "Banken und Versicherungen" des Beratungshauses. "Einerseits sollen sie den Mut zu neuen Wegen mitbringen, gleichzeitig aber Risiken möglichst ausschließen – ein Konflikt, der nicht leicht aufzulösen ist". Die Digitalisierung verändere nicht nur Geschäftsmodelle, sondern auch die Art und Weise, wie Arbeit organisiert wird. "Damit dieser Transformationsprozess gelingen kann, müssen die Banken ihre Mitarbeiter mitnehmen", so der HR-Experte.

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