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FiDA macht Banken für junge Kunden attraktiv

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FiDA ist nicht nur reulatorische Last, sondern eröffnet Banken Chancen vor allem bei jungen Zielgruppen. Wer Kundenvertrauen und Daten intelligent verbindet, kann Beratung neu denken und sich im Wettbewerb strategisch positionieren, offenbart eine Studie.

Die junge Zielgruppe ist bereit, für digitale Mehrwert-Services zu zahlen. Der Financial Data Access gibt etablierten Banken die Chance, entsprechende Angebote zu entwickeln. 


FiDA, kurz für Financial Data Access, soll die Datenökonomie im europäischen Finanzsektor modernisieren. Um das zu erreichen, wird die Verordnung "einen einfachen, schnellen und sicheren Austausch von Daten zwischen Finanzdienstleistern vorschreiben", schreiben die beiden Financial-Service-Experten Christian Brockhausen und Jan-Hendrik Uhlenberg in der Fachzeitschrift "Bankmagazin". 

Die Europäische Kommission hat den Vorschlag zur FiDA-Verordnung als einheitlichen Rahmen für Open Finance bereits im Sommer 2023 veröffentlicht. Sie soll den Zugang zu Finanzdaten über standardisierte Schnittstellen mit ausdrücklicher Zustimmung der Kunden ermöglichen. Die Daten werden dann unentgeltlich, kontinuierlich und in Echtzeit bereitgestellt, während Drittanbieter für die Nutzung eine Vergütung zahlen. Ein Inkrafttreten der Verordnung wird noch für 2025 erwartet, mit der Umsetzungsphase ist ab 2027 zu rechnen. 

FiDA stellt Banken vor große Herausforderungen

"Die genauen Folgen sind heute kaum abzuschätzen. Klar ist jedoch, dass dieses Vorhaben für den Finanzsektor immense Herausforderungen mit sich bringt", so Brockhausen und Uhlenberg. "Denn konkret bedeutet FiDA, dass Banken, teilweise auch Versicherer und andere Finanzinstitute, ihren Kunden künftig über ein Dashboard alle Daten zu allen Produkten gebündelt und transparent zur Verfügung stellen müssen." Dort können Kunden dann ausgewählte Daten mit Drittanbietern teilen und von diesen zugeschnittene Alternativangebote erhalten. Mit dieser Regulierung stelle die EU den Verbraucher in den Mittelpunkt und "das entspricht durchaus dem Zeitgeist", so die beiden Experten. 

Doch das muss nicht nur Nachteile für die Branche mit sich bringen. Auch bei der Umsetzung der kommenden FiDA-Verordnung ergeben sich für klassische Finanzdienstleister Chancen:

Banken profitieren von ihrem Vertrauensvorsprung, müssen diesen aber noch stärker als bislang im Rahmen ihres digitalen Serviceangebots nutzbar machen, um insbesondere den Zeitgeist der jüngeren Kundengruppe zu treffen." Zu diesem Ergebnis kommt Marie-Chantal Becker, Expert Consultant bei Cofinpro.

In einer Umfrage unter mehr als 1.100 Personen im Sommer 2025 hat das Beratungshaus die Auswirkungen von FiDA auf das Verhalten von Bankkunden untersucht. 

Kunden schätzen Bankberatung

Kernergebnis: Durch den Zugang zu bankübergreifenden Finanzdaten können Institute ihre Beratungsleistungen deutlich verbessern und neue, datenbasierte Geschäftsmodelle entwickeln. Damit erreichen die Geldhäuser vor allem junge Menschen im Alter zwischen 18 und 34 Jahren. Diese Zielgruppe ist besonders offen für entsprechende Angebote und erwartet individuelle sowie innovative Lösungen statt klassischer Bankprodukte von der Stange. 

60 Prozent der Befragten nutzen Beratungsangebote ihrer Bank. Darunter vor allem junge Kunden. Der Grund liegt auch an den Wissenslücken in Finanzdingen: Insgesamt bezeichnen 29 Prozent ihr Know-how in diesem Bereich als "befriedigend". Bei gut einem Drittel (36 Prozent) ist es nur "ausreichend", "mangelhaft" oder "ungenügend". Nur zehn Prozent bezeichnen ihr Finanzwissen als "sehr gut", immerhin 25 Prozent als "gut".  

Etablierte Institute mit großem Vertrauensvorteil

Etablierte Filialbanken genießen bei den Befragten das höchste Vertrauen (76 Prozent), insbesondere in Bezug auf Datenschutz und Seriosität. Banken können diesen Vorteil gegenüber gegenüber Fintechs und digitalen Plattformen durch den gezielten Einsatz von FiDA ausspielen, so die Studienautoren. Das gilt vor allem bei der jungen Zielgruppe, die häufig nur einen lückenhaften Überblick über Konten, Kredite und Finanzprodukte hat. 

Zahlungsbereitschaft bei jungen Kunden hoch

"71 Prozent der Jüngeren sehen einen Mehrwert in einem FiDA-basierten Finanzdashboard, das Daten verschiedener Institute bündelt und so die Basis für eine ganzheitliche Beratung schafft", heißt es. 63 Prozent dieser Altersgruppe zieht sogar einen Bankwechsel in Betracht, um ein vollständiges digitales Finanzprofil zu erhalten. Und mehr als die Hälfte der jungen Kunden ist bereit, hierfür zu zahlen. 73 Prozent der zahlungswilligen 18- bis 34-Jährigen wäre der Service sogar mehr als drei Euro monatlich wert. 

"Das räumt mit dem Mythos auf, junge Kunden wollten alles umsonst", so Cofinpro-Experte Björn Böx. "Sie sind bereit zu zahlen, aber nur für echten Mehrwert." Dafür müssen Banken ihren klassischen Beratungsansatz überarbeiten und beispielsweise auch in markterweiternden Kooperationen denken, rät der Experte. 

Mit FiDA-basierten Services im Wettbewerb punkten

Wer zu spät reagiere, erreiche die junge nachwachsende Generation nicht mehr und gefährde damit den Zugang zu einer attraktiven Neukundengruppe. "Darüber hinaus besteht das Risiko, dass Bestandskunden zu innovativen Wettbewerbern abwandern." Klassische Banken sollten FiDA als Basis für neue Technologien, transparente Datenprozesse und die Entwicklung individueller, datenbasierter Services nutzen. 

Die Palette an praktischen Umsetzungsmöglichkeiten ist vielfältig:

  1. Personalisierte Finanzübersicht: Eine Plattform, die Finanzdaten auch von Drittanbietern bündelt, schafft Transparenz und Komfort. Besonders junge Nutzerinnen und Nutzer schätzen eine konsolidierte Sicht auf Konten, Depots und Versicherungen. Eine App, die automatisch Ausgaben kategorisiert und Sparpotenziale erkennt, kann die finanzielle Selbstorganisation deutlich erleichtern.
  2. Finanzbildung durch datenbasierte Beratung stärken: FiDA ermöglicht die Erkennung individueller Wissenslücken. Diese lassen sich durch personalisierte Lerninhalte oder interaktive Beratung adressieren. Bei häufigen Dispo-Nutzungen kann ein Modul zum Thema "Zinskosten und Alternativen" eingeblendet werden, das direkt im Kontext der eigenen Finanzdaten steht.
  3. Vertrauen durch transparente Datenprozesse schaffen: Klare Kommunikation über Datenverwendung und einfache Steuerung der Datenfreigabe stärken das Vertrauen. So sollte das Dashboard zeigen, welche Daten für welche Services genutzt werden, und die gezielte Freigabe oder Sperrung einzelner Datenquellen erlauben.
  4. Gamification und Community-Elemente integrieren: Spielerische Elemente und Community-Funktionen fördern die Nutzung und Bindung. Insbesondere für junge Zielgruppen gehören diese bereits in anderen Bereichen zum Alltag. So kann zum Beispiel eine Spar-Challenge im Freundeskreis oder ein Belohnungssystem für das Erreichen finanzieller Ziele die Interaktion mit der App erhöhen.
  5. Premium-Services mit echtem Mehrwert anbieten: FiDA schafft außerdem die Grundlage für kostenpflichtige Zusatzservices, die auf individuelle Daten zugeschnitten sind. Hierzu gehört etwa ein KI-gestützter Finanzplaner im Abo-Modell, der steueroptimierte Anlagevorschläge macht und auf Marktveränderungen reagiert.
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