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19.11.2013 | Bankstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Wie sich Schweizer Retailbanken differenzieren sollten

Autor:
Eva-Susanne Krah

Trotz Margenschwund generieren Schweizer Bankhäuser über ein Drittel aller Erträge im Privatkundengeschäft. Um sich im Wettbewerb zu behaupten, müssen die Institute ständig an Differenzierungsstrategien arbeiten. Warum dabei weniger mehr ist.

Die Schweizer Retailbanken waren laut einer Erhebung des Instituts für Finanzdienstleistungen (IFZ) der Hochschule Luzern trotz eines schwierigen Umfelds und sinkender Zinsmargen im vergangenen Jahr profitabel. Die Quote der notleidenden Kredite hat sich von Kundenseite weiter reduziert. Gleichzeitig ist das Kreditvolumen gestiegen, wie die "Retail Banking-Studie Schweiz 2013" des IFZ anführt. Doch auch für die Schweizer Kantonalbanken werden Produkte, Dienstleistungen und Pricing im Retail-Geschäft immer vergleichbarer. Technologische Innovationen wie Mobile Banking erhöhen neben Margendruck und Direktbanking-Wettbewerb die Notwendigkeit zur Veränderung. Die Kreditinstitute müssen sich daher mit neuen Marktstrategien befassen, statt in rein strategischen Themen wie Kostensenkungsmaßnahmen oder Regulatorien zu verharren.

Geschäftsfelder und Diversifizierung im Auge behalten

Wichtige Schritte sind dabei unter anderen,

  • sich um diversifizierende Geschäftsfelder zu kümmern sowie
  • Bundle-Produkte,
  • innovativere Preismodelle und
  • Differenzierungsfaktoren wie Angebote von Online-Hypotheken zu berücksichtigen.

Diese bestimmen zunehmend die Retailbanken-Landschaft in der Schweiz. Das IFZ kommt zu dem Schluss, dass Banken sich am besten konsequent auf maximal drei bis vier der Differenzierungsmerkmale konzentrieren und diesen eine umso höhere strategische Bedeutung beimessen sollten, um sich von Mitbewerbern nachhaltig zu unterscheiden. So können sich nicht nur die Marktchancen, sondern auch die eigene Performance verbessern. Ein Beispiel dafür ist die Graubündner Kantonalbank, wie ein angeschlossenes Retailbanken-Ranking zu Kennzahlen der Banken zeigt. Danach punktete das Geldhaus im Jahr 2012 unter den Top-Performern des Rankings insgesamt mit der zweithöchsten Gesamtkapitalrendite, einem niedrigen Kosten/Ertrags-Verhältnis und einem hohen Eigenkapitalanteil.

Umbrüche als Chance nutzen

Welcher Dynamik Retailbanken in den vergangenen Jahren ausgesetzt waren und welche Strategien und Prozessveränderungen die adäquate Antwort darauf sein können, um künftig Marktchancen zu nutzen, beleuchten die Springer-Autoren Christoph Burger und Jan U. Hagen näher in ihrem Buch "Strukturumbruch in der Finanzdienstleistungsindustrie". Sie machen darin anhand verschiedener Bankkonzepte deutlich, dass standardisierte Leistungspakete mit hoher Qualität, Spezialisierung mit schlanken Strukturen sowie Service und Beratung zentrale Erfolgsfaktoren der Zukunft im Bankenumfeld sind. Einen weiteren Baustein sehen die Autoren in sinnvollen Kooperationen im Asset Management. Nur mit diesem Akkord könnten Retailbanken die Basis für die Bank von morgen schaffen.

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