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02.11.2017 | Bankstrategie | Interview | Onlineartikel

"Personal und Wohnraum könnten mittelfristig fehlen"

Autoren:
Stefanie Hüthig, Christian Kemper
Interviewt wurde:
Stefan Winter

hat seit 2009 den Vorstandsvorsitz des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland (VAB) inne.

Stefan Winter, Vorsitzender des Vorstands des Verbands der Auslandsbanken, spricht im Interview mit Bankmagazin über Frankfurt am Main, den kommenden Bankermangel, das Engagement der Aufsicht im Zuge des Brexits sowie die Verbandsarbeit zwischen Groß- und Kleinstinstituten.

Bankmagazin: Herr Winter, auf einer Tagung im September bezeichnete Deutsche Bank-Chef John Cryan die Stadt Frankfurt am Main als die einzige und "natürliche Anlaufstelle" für internationale Finanzinstitute nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Sind Sie als Vorstandsvorsitzender des Verbands für Auslandsbanken in Deutschland für den Standort ebenso optimistisch?

Stefan Winter: Wir sind sehr optimistisch. Denn die Signale, die wir von den Banken bekommen haben, sprechen dafür, dass Frankfurt einer von zwei Standorten ist, die sich bei ihnen in der engeren Auswahl befinden.

Ist Paris der zweite Standort, der infrage kommt?

Das ist unterschiedlich. Mal ist es Dublin, wir haben aber auch von Amsterdam gehört. Paris ist ebenfalls im Gespräch, und über Madrid denken die Banken auch nach. Frankfurt beziehen allerdings alle Banken in ihre Überlegungen ein. Einige Institute haben sich ja schon geäußert, wohin es sie nach dem Brexit ziehen wird. Nach Dublin, die wohl größte Konkurrenz für Frankfurt, geht hauptsächlich das klassische Banking. Dublin ist aber gefühlt eine Randlage, weshalb die Investmentbanken Frankfurt favorisieren. Mich erstaunt, dass sich bisher relativ wenige Banken für Paris entschieden haben.

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Welche Sogkraft übt Frankfurt als Standort der EZB aus?

Banken, die überlegen, hierher zu kommen, haben in der Regel eine Bilanzsumme von 30 Milliarden Euro und mehr und werden damit von der EZB beaufsichtigt werden. Frankfurt bietet hier die lokale Nähe zum Aufseher. Viele Institute besitzen schon eine Banklizenz. Ihre Bilanz wird wesentlich größer werden. Daher geht es den meisten Banken um Lizenzerweiterungen. Einige Broker-Dealer, also Wertpapierhandelsbanken, werden aber ganz neue Lizenzen brauchen.

Die EZB sieht die Institute aber mit ihren Planungen im Rückstand, und die Prüfung der Lizenz-Anträge dauert einige Monate, ob bei den europäischen oder nationalen Aufsichtsbehörden. Könnte es zeitlich eng werden für die internationalen Institute, die jetzt noch keine deutsche Banklizenz haben?

Bis zum Brexit sind es voraussichtlich noch 18 Monate. Das dürfe reichen, um die Lizenz zu beantragen und zu bekommen, zumal ich nicht mit einer Flut an Anträgen rechne. Viele Häuser sprechen zunächst die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und die Bundesbank an, die ihre Sache sehr gut machen. Sie sind auskunftsfreudig und hilfsbereit. Die große Frage für uns in den Auslandsbanken wird die nach den Geschäftsmodellen sein, mit denen wir antreten werden, um auch die richtige Lizenz zu erhalten. 

Das komplette Interview mit Stefan Winter lesen Sie in der Bankmagazin-Ausgabe 12 | 2017.

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