Skip to main content
main-content

12.10.2018 | Bankstrategie | Interview | Onlineartikel

"Nach Silicon Sossenheim finden viele den Weg"

Autoren:
Stefanie Hüthig, Christian Kemper
Interviewt wurde:
Dr. Markus Pertlwieser

ist Mitglied des Vorstands der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG und Chief Digital Officer (CDO). 

Markus Pertlwieser, Vorstandsmitglied der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG und Chief Digital Officer, über die Digital Factory, Innovation Labs und Plattformökonomie.

Bankmagazin: Herr Pertlwieser, wir sitzen hier zum Gespräch in der Digital Factory der Deutschen Bank in Frankfurt-Sossenheim. Warum haben Sie dafür einen eigenen Standort?

Markus Pertlwieser: Wir haben den Standort für die Digital Factory bewusst so gewählt, dass sie sich in Sichtweite zum klassischen Geschäft befindet, aber zugleich so weit weg, dass eine gewisse Unabhängigkeit im Denken und Handeln entsteht. Wenn Sie aus dem Fenster schauen, sehen Sie die Banktürme in der Frankfurter City, und wenn Sie sich um 180 Grad drehen, blicken Sie in Richtung unserer IT-Zentrale in Eschborn.

Empfehlung der Redaktion

01.10.2018 | Bankmagazin-Gespräch | Ausgabe 10/2018

"Nach Silicon Sossenheim finden viele den Weg"

Markus Pertlwieser, Vorstandsmitglied der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG und Chief Digital Officer, über die Digital Factory, das Spaghetti-Problem, Mikro-Scheitern und den Mobile Moment.


Was passiert in diesen Räumen?

Seit der Gründung der Digital Factory vor zwei Jahren bringen wir hier Menschen aus den unterschiedlichen Bereichen der Bank zusammen. Sie stammen aus Business und IT, externe Kollegen kommen hinzu. Bestimmend für den Erfolg ist, dass wir nicht nach Abteilungen, sondern nach Themen organisiert sind, etwa zu unserem digitalen Vermögensverwalter Robin. In diesem Team arbeiten Designer, Entwickler, Quants, die sich mit Algorithmen und damit mit dem Risikomanagement beschäftigen, ebenso wie Produktmanager und Vertriebsexperten.

Gibt es eine Zusammenarbeit der Teams untereinander?

Ja, denn ein übergreifender Austausch ist wichtig. Innovation entsteht selten dadurch, dass ein Einzelner abends drei Stunden intensiv nachdenkt und auf den Heureka-Moment wartet, sondern gemeinsam im Gespräch der Menschen. Häufig ist Innovation nicht etwas gänzlich Neues, sondern eine Konfiguration der Innovation zuvor, etwas, das man anders zusammensetzt. Eine weitere Quelle der Innovation ist der Zugang zu neuen Ökosystemen, zu den Fintech-Communities beispielsweise. Denn echte Innovationen schaffen in der Regel nicht einzelne Unternehmen, sie sind vielmehr Ergebnis von Kooperationen. Darum haben wir gemeinsam mit anderen Unternehmen die Identitätsplattform Verimi aus der Taufe gehoben.

Neben der Digitalfabrik betreibt Ihr Institut auch mehrere Innovation Labs. Wie unterscheiden sich die Aufgaben dieser Einheiten?

Die Innovation Labs sind Forschungseinrichtungen. Sie beschäftigen sich mit neuen Geschäftsmodellen und zukunftsweisenden Technologien. Das Innovation Lab in Berlin forscht zu künstlicher Intelligenz und standardisierten Schnittstellen, den APIs, das Innovation Lab in London zur Blockchain. Dort werden keine Innovationen gebaut, sondern es werden Zugänge zu Technologien geschaffen. Die Digital Factory ist hingegen das Entwicklungszentrum der Deutschen Bank. Deshalb arbeitet der Leiter des Berliner Innovation Labs, Luc Mériochaud, wiederum eng mit den Kollegen hier in Sossenheim zusammen.

Forschung ist in Banken selbst bisher selten ein Thema …

Außerhalb der Kreditwirtschaft sind Forschung und Entwicklung eine Selbstverständlichkeit. Wer als Unternehmen der Pharma- oder Automobilindustrie nicht zehn Prozent seines Umsatzes darin investiert, bekommt schnell die Frage nach seiner Zukunftsfähigkeit gestellt. Aber suchen Sie mal in einer klassischen Gewinn-und-Verlust-Rechnung einer Bank nach entsprechenden Ausgaben. Deshalb haben wir uns vor drei Jahren auf den Weg gemacht, neben der Digitalisierung das Thema Forschung und Entwicklung zu institutionalisieren, durch die Innovation Labs, aber auch über die Zusammenarbeit mit Vordenkern der akademischen Welt. Zur Plattformökonomie sitzen die führenden Forscher am MIT bei Boston, dem Massachusetts Institute of Technology, mit dem wir kooperieren.

Das vollständige Interview lesen Sie in der Oktober-Ausgabe von Bankmagazin. 

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Blockchain-Effekte im Banking und im Wealth Management

Es steht fest, dass Blockchain-Technologie die Welt verändern wird. Weit weniger klar ist, wie genau dies passiert. Ein englischsprachiges Whitepaper des Fintech-Unternehmens Avaloq untersucht, welche Einsatzszenarien es im Banking und in der Vermögensverwaltung geben könnte – „Blockchain: Plausibility within Banking and Wealth Management“. Einige dieser plausiblen Einsatzszenarien haben sogar das Potenzial für eine massive Disruption. Ein bereits existierendes Beispiel liefert der Initial Coin Offering-Markt: ICO statt IPO.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise