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02.11.2018 | Bankstrategie | Infografik | Onlineartikel

Kunden halten traditionellen Banken noch die Stange

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Die Menschen in Deutschland denken und handeln konservativ. Das gilt vor allem in finanziellen Angelegenheiten. Doch in Zukunft könnten branchenfremde Dienstleister stärker in den Fokus rücken, wie eine aktuelle Befragung zeigt. 

Die Mehrheit der Bankkunden bleibt den klassischen Instituten in Deutschland treu. Dennoch kann sich eine Mehrheit grundsätzlich vorstellen, künftig auch Finanz-Services von Nichtbanken zu nutzen. Das gilt vor allem für den Zahlungsverkehr und die Geldanlage, ergab das aktuelle Finweb Barometer 2018 (PDF). Für die Erhebung hat das Beratungshaus Cofinpro 2.000 Bundesbürger zu den Bereichen Zahlungsverkehr, Kredit und Geldanlage sowie nach deren Bereitschaft, Geldgeschäfte über alternative Anbieter abzuwickeln, befragt. 

Verglichen mit den Ergebnissen der vergangenen vier Jahre ist der Anteil derjenigen, die offen gegenüber Angeboten von Nichtbanken sind, bei der aktuellen Studie nur leicht angestiegen. So weist die Analyse für 2018 einen Gesamtwert von 46,1 Punkten auf, wobei 0 "dem klassischen Banking sehr verhaftet" entspricht und 100 "vollkommen offen gegenüber neuen Anbietern" markiert. 

Banken bei Krediten stärker gefragt

Besonders interessant: Beim Thema Darlehen sind die klassischen Banken und Sparkassen wieder stärker gefragt als in den Vorjahren. Das gilt vor allem für den Dispokredit und die Baufinanzierung, wie die Befragung zeigt. 

Dass der Online-Ratenkredit-Spezialist Finanzcheck nun sein Beratungsangebot mit einem eigenen Filialnetz ergänzt, passe zu diesem Ergebnis, heißt es. Das Unternehmen werde zwar auch mit seinen Filialen weiter eine Nichtbank bleiben. Es rücke in der Wahrnehmung der Kunden durch die persönliche Beratung vor Ort aber näher an die Banken heran. 

Annäherung an Nichtbanken erfolgt schrittweise

Dieser Trend zu mehr Offenheit gegenüber bankfremden Dienstleistern zeigt laut Studien-Autoren, dass die Veränderungen in kleinen Schritten erfolgen. Sie seien "nicht revolutionär, sondern evolutionär". So konnte der Index im Bereich Geldanlage deutlich zulegen: Hier wird jetzt ein Wert von 46,3 erreicht nach 44,6 Punkten im Vorjahr. Zwar sei dieser Wert bei allen Befragten – also mit und ohne Hochschulabschluss – gleichermaßen gestiegen. "Allerdings darf nicht vergessen werden, dass das Ausgangsniveau bei Akademikern im Bereich Geldanlage ungleich höher ist", heißt es. Das mache junge Hochschulabsolventen zu einer wichtigen und vor allem lukrativen Zielgruppe. 

"Es gilt für Banken und Sparkassen deshalb, eigene Wege zu finden, über die sie ihre Kunden auf intelligente Weise an sich binden – beispielsweise über Plattformen, auf denen neben eigenen auch Produkte und Dienstleistungen von Dritten angeboten werden", meint Cofinpro-Vorstand Christine Martin und fordert, dass die Geldhäuser die Digitalisierung nun "beherzt" angehen müssten.


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