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02.05.2019 | Bankstrategie | Interview | Onlineartikel

"Kunst ist eine Facette in der Unternehmenskultur"

Autor:
Stefanie Hüthig
Interviewt wurde:
Barbara Bank

Barbara Bank ist zuständig für die Förderung junger Kunst bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apo Bank).

Banken verstehen Kunst nicht als bloße Kapitalanlage oder Verzierung. Kunstexpertin Barbara Bank erklärt im Gespräch mit Springer Professional, warum Geldhäuser ihr Engagement für Kunst als Teil ihrer Unternehmenskultur verstehen.

Springer Professional: Wann hat Ihr Haus begonnen, Kunst zu sammeln?

Barbara Bank: Seit dem Jahr 2004, mit dem Einzug in den Neubau unserer Zentrale in Düsseldorf am Seestern.

Zu welchem Zweck betreibt Ihr Haus seine Kunstsammlung?

Kunst ist eine Facette in der Unternehmenskultur und kann diese unterstützen. Das war der Leitgedanke für die Sammlung. Einige unserer Künstler, wie Jörg Immendorff und Tony Cragg, haben sich damals mit dem Vorstand der Apo Bank darüber intensiv ausgetauscht. Wir sehen Kunst nicht als Spekulationsobjekte und kaufen weitestgehend nicht aus ökonomischen Gründen. Die Kunst der Apo Bank lagert grundsätzlich nicht in Tresoren, sondern ist für jedermann sichtbar. Was unsere Sammlung besonders macht, ist nicht die Anzahl der Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Installationen und Fotografien oder deren Wertsteigerung. Vielmehr sind es, neben der Qualität der Werke, die Geschichten, die mit dem jeweiligen Oeuvre verbunden sind. Beispielsweise hat Jörg Immendorff, bereits schwer erkrankt, sein 16-teiliges Malbuch in unserer Zentrale persönlich aufgehangen.

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Kunst und Banken

Die Gründe von Kunstförderung sind vielfältig, genauso wie die Formen der Unterstützung. Dieser Beitrag untersucht diese Verhältnisse. Auf der Basis von 30 Interviews lassen sich interessante Ergebnisse ermitteln. Kunst ist dabei nicht nur auf die Kunden bezogen, sondern sie wird auch verstärkt zur Kommunikation nach innen eingesetzt. 


Auf welchen Künstlern legen sie dabei einen besonderen Fokus?

Die Bank besitzt viele Werke von Künstlern, die an der Düsseldorfer Akademie ausgebildet wurden oder mit ihr verbunden sind. Dahinter steckt der Leitgedanke, zeitgenössische Werke von etablierten Düsseldorfer Künstlern zu sammeln und junge Talente gezielt zu fördern. Seit 2013 dürfen Studenten der Düsseldorfer Akademie während unserer jährlichen großen Netzwerkveranstaltung, dem Gesundheitspolitischen Jahresauftakt, Werke ausstellen. Eine Jury vergibt unter diesen Ausstellern ein Jahresstipendium. Und unsere Gäste wählen vor Ort ihr Lieblingskunstwerk, das die Bank dann ankauft.

Was genau ist der Mehrwert, den Kunden und Ihre Mitarbeiter von den Werken haben?

Die Sichtbarkeit für Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner und auch Besucher in unseren Standorten. Wir zeigen Menschen, denen wir uns verbunden fühlen, unsere Werte. Und natürlich gehen wir im Sinne unseres Leitgedankens davon aus, dass Kunst unsere Unternehmenskultur transportiert- nach außen wie nach innen. Denn das Betrachten von Kunst regt das  Denken an, setzt Impulse und hilft mitunter, Herausforderungen unkonventionell zu lösen.

Was war das erste Werk, das Ihr Haus erworben hat?

Die ersten Werke waren von Professor Heinz Mack. Vier oder fünf kleinere Arbeiten aus seiner Sahara-Serie hat der Vorstand damals für die Filiale Duisburg erworben. Sie war sozusagen unsere erste Kunststation.

Haben Sie in der Sammlung ein persönliches Lieblingsstück und wenn ja, welches ist das?  

Wir haben unübersehbar vor der Glasfront der Apo Bank-Zentrale eine Skulptur von Tony Cragg: Bronzeguss, sieben Tonnen schwer und fast sechs Meter hoch. Die Skulptur besteht aus vielen großen runden und ovalen Platten, alle um eine geneigte Achse angeordnet. Obwohl es sehr monumental ist, wirkt das Kunstwerk gleichzeitig leicht und dynamisch. Der Titel "First Appearance – Second Thoughts" ist aus einem englischen Sprichwort und spiegelt wider: Nur wenn wir es nicht beim ersten Eindruck belassen, sondern einen zweiten Blick wagen, eröffnen sich uns neue Sichtweisen. Das entspricht auch unserer Philosophie als Vertrauensbank der Heilberufler. Wir übernehmen für unsere Kunden oftmals den 'zweiten' Blick und begleiten sie in einem Markt, der zurzeit sehr stark im Wandel ist.

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