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19.01.2016 | Bankstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Banken die Digitalisierung meistern

Autor:
Eva-Susanne Krah
2:30 Min. Lesedauer


Viele Banken stecken mitten in der Digitalisierung. Wie können sie ihrer Rolle dabei gerecht werden?

Bankkunden treiben die digitale Entwicklung voran, weil sie zunehmend virtuelle Angebote nutzen wollen. Darauf reagieren Kreditinstitute mit digitalisierten Services und Wettbewerber des Bankensektors mit eigenen Geschäftsmodellen. Und auch der Nutzen von Big Data speist sich für Geldhäuser vor allem aus dem Nutzungsverhalten ihrer Kunden im digitalen Geschäftsverkehr. Allerdings haben 28 Prozent der Deutschen beim Sammeln von Daten kein großes Zutrauen in Banken und Kreditkartenunternehmen, wie eine Vodafone-Studie gezeigt hat.  

Wie Banken erfolgreich digitalisieren können

Ein internationaler Report vom Bayerischen Finanz Zentrum (BFZ) und dem Beratungshaus Bearingpoint, für den 48 europäische Banken untersucht wurden, spiegelt wider, welche Bedeutung der Digitalisierung im Finanzsektor inzwischen zukommt und wie Geldinstitute hier mithalten können. So suchten Finanzhäuser vor allem digitale Lösungen für Abteilungen, Prozesse und Services, für die sie hohe Investitionen einsetzen, heißt es in der Untersuchung. Das Potenzial, das in der Digitalisierung steckt, werde von den Banken jedoch noch nicht ausgeschöpft. Die Ergebnisse zeigen außerdem:

  • Retail- und Direktbanken sind in der Digitalisierung am weitesten fortgeschritten, die Regionalbanken am wenigsten.
  • Retailbanking und Private-Wealth-Management sind mit 91 und 81 Prozent die wichtigsten genannten Bereiche, in denen digitale Möglichkeiten genutzt werden. Der Kapitalmarkt ist hingegen der Bereich mit der geringsten Nutzung.
  • Die wichtigsten Business-Funktionen, um digitale Möglichkeiten zu realisieren, sind IT, Marketing, Vertrieb und Risikomanagement.

Fast alle befragten Banken sagen, als Erster innovative digitale Technologie einzuführen, bietet "First Mover Advantage". Aber abgesehen von den Direktbanken sieht die Mehrheit sich selbst als so genannter "Second Mover“. 54 Prozent der befragten Geldhäuser geben zudem an, dass sie mit neuen Marktteilnehmern zusammenarbeiten würden, der Rest empfindet Fintechs als Konkurrenz. Dabei tragen jedoch eine entsprechende Unternehmenskultur, die Einbeziehung von Kunden, eine gute Planung der Implementierung sowie ein unternehmensweites digitales Management zum Erfolg von Digitalprojekten bei.

Die Kunden als Treiber von digitaler Entwicklung beschreibt der Springer-Autor Professor Detlef Hellenkamp mit speziellem Blick auf die Zielgruppe der "Generation Y" im Handbuch Bankvertrieb.

Empfehlung der Redaktion

2016 | Buch

Handbuch Bankvertrieb

Theorie und Praxis im Zukunftsdialog

In diesem Herausgeberwerk diskutieren hochrangige Experten aus Theorie und Praxis ausgewählte Themenfelder des Vertriebs in der Kreditwirtschaft. Der Leser erhält auf diese Weise sowohl die Möglichkeit der selektiven Erkundung wichtiger Einzelaspekte als auch der ganzheitlichen Erfassung des Themas Bankvertrieb.

Er sieht, dass insbesondere deren digitales Nutzungsverhalten die künftigen Vertriebs- und Kommunikationskanäle der Kreditinstitute maßgeblich beeinflussen wird. Diese Nutzer erwarteten zunehmend eine zielgerichtete Ansprache zu individuellen Produkt- und Dienstleistungsangeboten. Dazu müssten Banken zum einen das Verhalten ihrer Kunden und deren Verhaltensdaten genauer kennen und analysieren. Darüber hinaus könnten Universalbanken ihre Filialen weiterhin als einen wichtigen Vertriebs- und Kommunikationskanal im Kontext ihrer Digitalisierungsstrategie berücksichtigen. Sie können laut Hellenkamp durch den persönlichen Kundenkontakt weiterhin eine Wettbewerbsvorteil generieren, denn die Markteintrittsbarrieren von Filialnetzen der Kreditinstitute seien für viele bankfremde Anbieter zu hoch.

Was Institute tun können

Die Studienherausgeber raten Banken, alle Verknüpfungen der Wertschöpfungskette in der Digitalisierung zu berücksichtigen und mit anderen Marktteilnehmern zusammenarbeiten, "um die Digitalisierung zu fördern und wettbewerbsfähig zu bleiben." Digitale Innovationen sollten dezentralisiert und von einer entsprechenden Unternehmenskultur gestützt werden.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Generation Y: Bankkunden im Zeitalter der Digitalisierung

Herausforderungen einer kundenorientierten Ausrichtung
Quelle:
Handbuch Bankvertrieb

01.10.2015 | Vertrieb | Ausgabe 11/2015

Dem Kunden auf der Spur

01.09.2014 | Titel | Ausgabe 10/2014

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