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Embedded Services verhelfen Banken zu mehr Wachstum

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Klug gedacht, dient Embedded Finance als Trigger für Ideen und Maßnahmen rund um neues Wachstum im Bankensektor. Kreditinstitute können von der Euphorie um integrierte Finanzdienstleistungen profitieren - allen voran im E-Commerce. 

Um sich für die Zukunft optimal zu positionieren, sollten Banken gezielt Chancen für neues Wachstum abseits des Kerngeschäfts nutzen. Dazu gehören auf Plattformen integrierte Finanzdienstleistungen oder die Kooperation etwa mit einem E-Commerce-Anbieter.


Der Hype um Embedded Finance ist ungebrochen: Amazon oder Ikea bieten Kunden eigene Konten mit Kreditkarten an, ähnlich geht Uber bei seinen FahrerInnen vor. Shopify ermöglicht es in Online-Shops, die Zahlung der gekauften Ware gleich mit abzuwickeln. Besonders gefragt sind aktuell "Buy now, pay later" (kurz: BNPL)-Angebote, mit denen E-Commerce-Anbieter ihre Customer Journey erweitern und gleichzeitig den Wert des Warenkorbs steigern. Die Vorteile integrierter Finanzdienstleistungen für E-Commerce-Anbieter liegen auf der Hand: Sie steigern die Kundenloyalität, sorgen für zusätzliche Einnahmequellen, generieren mehr Kundenendaten und ermöglichen ein nahtloses digitales Shopping-Erlebnis. Doch was bedeuten Embedded Services für die Bankenwelt? 

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01.07.2021 | IT

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Rückläufige Interaktionen verringern Cross-Selling-Chancen

Parallel zum Siegeszug der Embedded Services entfernen sich Kunden immer mehr von ihren Banken. Die Zahl der Interaktionen nimmt ab, weil sich Zahlungen ohne Bankkonto abwickeln lassen. Wenn das Finanzielle durch Embedded Services direkt beim Shopping geklärt wird, verwirken die Banken Chancen für Cross-Selling und riskieren eine sinkende Kundenloyalität. Im schlimmsten Fall verlieren Finanzinstitute Kunden, weil diese bei der Nutzung der Embedded Services direkt zur Bank des jeweiligen eCommerce-Anbieters wechseln. Das führt für Banken auch zu Einbußen bei Einnahmen über Gebühren durch Karten und Kredite. Ein düsteres Szenario.

Faktisch treffen Kunden allerdings selten eine Entweder/Oder-, sondern eher eine So-wohl-als-auch-Entscheidung. Der Trend geht zu mehreren Konten. Und darin liegt die Chance der Banken. Sie müssen Antworten finden, wie sie bei diesem Trend nicht nur Schritt halten, sondern ihn aktiv mitgestalten können. Im besten Fall dient Embedded Finance als Trigger für Gedanken und Maßnahmen rund um neues Wachstum für die eigene Bank. 

Embedded Services treiben Digitalisierung 

Schlechte Erfahrungen in digitalen Banking-Prozessen ist einer der drei wesentlichen Wechselgründe von Bankkunden. Gleichzeitig schraubt das E-Commerce-Segment die Erwartungen an digitale Services in die Höhe. Direkt- und Neo-Banken können hier gerade noch mithalten. Mehr Aufholbedarf haben meist die klassischen Filialbanken. Daher gilt: Her mit den intuitiven digitalen Prozessen, auf die Kunden schon so lange warten und die sie von den Amazons und Apples dieser Welt gewohnt sind. 

Wie kundenorientierte digitale Prozesse im Bereich Financial Services aussehen können, zeigt Klarna. Als einer der aktuell führenden BNPL-Anbieter auf dem deutschen Markt gestaltet das Unternehmen die Zahlungsabwicklung simpel und intuitiv - bei einem frischen, optisch ansprechenden UX-Design. 

Banken sollten auf Kooperationen setzen

Der Markt für Embedded Services wird Berechnungen zufolge von 22,5 Milliarden Euro 2020 auf 230 Milliarden Euro im Jahr 2025 anwachsen. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 60 Prozent. Mit einem weiteren Geschäftsfeld, das auf "Banking as a Service", kurz: BaaS, setzt, könnten weitere Erlösquellen erschlossen werden. 

Wandeln sich E-Commerce-Anbieter zu Finanzinstituten? Nein, denn dafür ist die Regulatorik zu hoch. Umso wichtiger ist die Zusammenarbeit von E-Commerce und traditionellen Banken. Beispiele für entsprechende Kooperationen gibt es bislang wenige. Eine Ausnahme machen O2-Banking und Comdirect. Mit der O2 Money App stellen sie gemeinsam ein Produkt bereit, das das Beste aus beiden Welten vereint.

BaaS muss zum Standard werden

Im Bereich Embedded Services müssen sich Banken in ein bestehendes, zum Teil vordefiniertes Ökosystem integrieren. Das ist Neuland für Banken und erfordert daher neben Umdenken auch Mut. Die dafür notwendige Änderung des Mindsets aller Mitarbeitenden ist dabei genauso entscheidend wie die Anpassung der technischen Infrastruktur. Schnittstellen im Sinne eines Open Bankings ermöglichen überhaupt erst die Integration ins Ökosystem des Partners. Einmal erfolgreich aufgesetzt, sprechen die Zahlen jedoch für sich: Banken, die Embedded Services anbieten, erzielen einen zwei- bis dreifach höheren Ertrag auf das Eigenkapitel als der Marktdurchschnitt.

Künftig wird BaaS für Banken und Finanzinstitute genauso selbstverständlich sein, wie Mobile oder Online Banking: ein Kanal wie jeder andere, den es aufzubauen und zu managen gilt. An BaaS führt zwangsläufig kein Weg vorbei - obgleich einige Banken noch zögern. Das liegt darin begründet, dass in diesem Bereich wenig Differenzierungspotenzial besteht. Umso wichtiger ist es, die eigene Produkt- und Service-Landschaft weiterzuentwickeln und damit die Experience für die Kunden noch weiter zu verstärken.

Vertrauenskapital für Investitionen nutzen

Um sich für die Zukunft optimal aufzustellen, sollten Banken gezielt Chancen für neues Wachstum abseits des Kerngeschäfts erarbeiten. Nicht mehr nur Zahlungsverkehr abwickeln oder Konsumentenkredite vergeben. Das Thema der Kyptoassets ist zum Beispiel ein Feld mit großem Potenzial. Denn hier fehlt es genau an dem, wofür Banken stehen: Sicherheit und Risikoeinschätzung. Warum also nicht das mit den Embedded-Service-Kooperationen verdiente Geld reinvestieren, um ein vertrauensvoller Mittler im Bereich der Krypto-Investitionen zu werden? Davon profitierten letztlich Kunden wie Finanzinstitute. 
 

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