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24.03.2015 | Bankvertrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Erste Scharia-Bank startet in Deutschland

Autor:
Eva-Susanne Krah

Die Kuveyt Türk Bank öffnet als erstes islamkonformes Institut ihre Pforten im deutschen Markt. Muslimische Privat- und Geschäftskunden sollen im Fokus stehen.

Nachdem Islamic Banking mit schariagerechten Produkten in Deutschland bisher nur über ausländische Anbieter möglich war, hat die in Istanbul ansässige Kuveyt Türk Bank als erstes Institut in Deutschland von der Bafin eine Vollbanklizenz erhalten. Das Geldinstitut will gezielt den Kreis muslimischer Bankkunden in Deutschland für sich gewinnen. Bereits vor drei Jahren hatte die türkische Bank eine Lizenz beantragt, die jedoch damals nicht erteilt wurde. Im Juli dieses Jahres soll das Filialgeschäft der Kuveyt Türk Bank in Berlin, Frankfurt und in Mannheim starten, wo das Institut bereits seit 2009 aktiv ist, allerdings ohne Vollbanklizenz. Der Standort Köln soll ebenfalls noch in diesem Jahr eröffnet werden, wie das "Handelsblatt" berichtet. Binnen den kommenden drei bis vier Jahren will das Geldhaus laut der Zeitung eine Bilanzsumme im mittleren dreistelligen Millionenbereich erzielen. Hinter dem Geldinstitut steht das Kuwait Finance House, das sich mehrheitlich im Besitz staatlicher kuwaitischer Investoren befindet. Neben Immobilien- und Autofinanzierungen bietet die türkische Bank unter anderem traditionelle Hadsch-Finanzierungen, zinslose Versicherungen sowie Cash Management als Finanzdienstleistungen an.

Zinsverbot für Kreditnehmer

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In Deutschland trifft das Geldhaus theoretisch auf ein riesiges Kundenpotenzial der rund 4,5 Millionen hier lebenden Muslime. Anders als bei herkömmlichen westlichen Kredit- oder Anlagegeschäften gilt für das nach dem Koran ausgerichtete Islamic Banking des Geldhauses ein Zinsverbot, beispielsweise für Kreditnehmer. Im Falle einer Immobilienfinanzierung erhalten Kunden daher selbst keinen Kredit, sondern die Bank erwirbt die Immobilie zunächst und verkauft sie mit einem entsprechenden Aufschlag an den Kunden. Für Anleger sind beispielsweise Anlagegeschäfte, die in Verbindung mit Schweinefleisch, Alkohol oder Tabak in Verbindung stehen, verboten. Das gilt auch für Spekulationsgeschäfte im Bankwesen. Gewinnbeteiligungen sind hingegen erlaubt. Im Islamic Banking müssen jegliche neuen Anlageprodukte von Banken zudem erst durch islamische Gelehrte geprüft werden.

Eine Einführung in die Praxis und das globale Wachstum des Islamic-Finance-Marktes gibt die Springer-Autorin Milena Valeva in ihrem Beitrag "Einblick in Theorie und Praxis einer normativen Bankenlehre: Islamic Banking" (Seite 170-223). Sie beschäftigt sich darin unter anderem mit dem ethischen Ansatz bei Finanzprodukten des Islamic Banking. Darüber hinaus zeigt sie die Herausforderung für das Bankwesen auf, wie durch rechtliche und regulative Rahmenbedingungen für islamische Banken im Vergleich zu konventionellen Kreditinstituten gewährleistet sein kann, dass diese als Finanzmarktteilnehmer nicht benachteiligt werden.

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