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01.06.2015 | Bankvertrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Filialbanken punkten bei Kreditzinsen

Autor:
Eva-Susanne Krah
2:30 Min. Lesedauer

Die Konditionen für Ratenkredite liegen unabhängig vom Vertriebskanal kaum auseinander. Bei den Effektivzinsen gibt es dagegen große Unterschiede, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität zeigt.

Die Effektivzinsen von 15 durch das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) untersuchten marktbedeutenden Filialbanken variieren erheblich. Sie wurden vom DISQ in Vor-Ort-Beratungen und per Mystery-Tests überprüft. Das Ergebnis: Je nach Kreditszenario gab es Zinsdifferenzen von bis zu 5,91 Prozentpunkten. Drei Finanzinstitute erhielten in der Produktanalyse das Qualitätsurteil "sehr gut". Drei weitere waren „gut“, vier "befriedigend", und fünf Unternehmen erzielten bei den Zinssätzen und der Kreditausstattung lediglich ein "ausreichendes" Ergebnis. Insgesamt boten die Retailbanken eine befriedigende Servicequalität. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich die Branche aber deutlich steigern.

Günstige Angebote gibt es in der Filiale

Testsieger im Zinsvergleich wurde die Commerzbank. Sie konnte insbesondere bei der Produktanalyse punkten. So waren laut DISQ etwa die Zinsen für einen Filialkredit über 10.000 Euro mit einer Laufzeit von 48 Monaten um 5,04 Prozentpunkte niedriger als beim teuersten Anbieter. Für Autokredite konnte das Geldhaus mit dem günstigsten Angebot aller untersuchten Filialbanken aufwarten. Pluspunkte sammelte die Bank zudem durch ihre ausführliche Analyse des Kundenbedarfs, ihren Internetauftritt und telefonischen Service. Auf Platz zwei landete die Deutsche Bank. Sie holte sowohl im Gesamtergebnis als auch in der Produktanalyse das Urteil "gut". Den dritten Rang belegte die Sparda-Bank Hamburg. Sie erzielte in der Produktanalyse das beste Ergebnis. Positiv bewerteten die Prüfer des DISQ hier beispielsweise die günstigen Kreditkonditionen und die Tatsache, dass Kredite bonitätsunabhängig vergeben wurden.

Beratung kann nicht überzeugen

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DISQ-Geschäftsführer Markus Hamer kann hinsichtlich des Abschlusskanals für Kredite keine Unterschiede zwischen der Vor-Ort-Beratung in Filialbanken und dem Abschluss im Internet ausmachen. "Die Online-Konditionen erbrachten häufig keinen Kostenvorteil", lautet seine Schlussfolgerung aus dem DISQ-Test. Kritik gab es von seinem Institut aber für die Beratungsstrategien von Bankmitarbeitern. So bemängelten die Tester, dass in jedem fünften Kundengespräch für einen Ratenkredit eine Restschuldversicherung mitverkauft wurde und die dadurch entstehenden Mehrkosten für den Kredit zum Teil verschwiegen wurden.

Volumen bei Webkrediten wächst

Die nach wie vor große Bedeutung des Kreditgeschäfts für Deutschlands Banken bestätigen die Springer-Autoren Marcel Seidel und Axel Liebetrau in ihrem Buch "Banking & Innovation 2015". Sie stellen vor allem eine deutliche Zunahme bei Konsumenten- und Ratenkrediten fest. Im Nachbarland Österreich hingegen sei das Kreditvolumen im Ratenkreditmarkt seit Jahren rückläufig. Hier sollen die Abschlüsse über den Online-Kanal stark wachsend sein. Laut Bankenfachverband erreicht der Internetkredit inzwischen einen Anteil von etwa 18 Prozent am Neugeschäft der Banken. Das durchschnittliche Volumen der Webkredite ist mittlerweile höher als die über klassische Vertriebswege aufgenommenen Kredite und liegt aktuell bei 10.000 Euro pro Kunde.

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