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01.11.2017 | Bankvertrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Mehr Komfort für Kunden in den verbleibenden Filialen

Autor:
Barbara Bocks

Der Filialabbau in der deutschen Bankenlandschaft geht zwar stetig weiter. Aber verbleibende Geschäftsstellen werden technisch aufgerüstet. Wie die Kreditinstitute dabei vorgehen.

Die Zahlen klingen dramatisch: Allein im Jahr 2016 wurden 6.939 Bankfilialen von 2.290 Kreditinstituten in Europa geschlossen. 2015 waren es noch 2.379 Geldhäuser. Das sind die Ergebnisse eines Berichts der Europäischen Zentralbank zu den Finanzinfrastrukturen in der Eurozone, der am 23. Oktober 2017 veröffentlicht wurde. Geschuldet ist die Entwicklung vor allem dem zunehmenden Kostendruck bei den Instituten, den veränderten Kundenanforderungen und dem digitalen Wandel im Bankgeschäft. Die Bundesbank gewährt in ihrem Monatsbericht vom September 2017 einen noch detaillierteren Blick auf den umfassenden Filialabbau bei deutschen Kreditinstituten. Über alle Bankengruppen betrachtet gab es ihr zufolge 2014 noch 35.264 Filialen. Die Anzahl der Zweigstellen sank dann im Jahr 2015 auf 34.001 und im Jahr 2016 schließlich auf 31.974. Spitzenreiter waren im Jahr 2016 die Sparkassen mit 10.555 Zweigstellen, knapp vor den Kreditgenossenschaften mit 10.156 und den Kreditbanken mit 9.406 Bankstellen. Am stärksten haben die Sparkassen von 2015 auf 2016 mit knapp 7,9 Prozent ihre Anzahl an Filialen verringert, gefolgt von den Kreditgenossenschaften mit knapp 6,2 Prozent.

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Am wenigsten haben die Kreditbanken mit einem Minus von nur knapp drei Prozent von 2015 auf 2016 ihre Zahl an Zweigstellen reduziert. Das passt zu den Ergebnissen einer Studie von KfW-Research und der Universität Siegen. Demnach bauen alle Bankengruppen vor allem in ländlichen Regionen Filialen ab, unter anderem, um Kosten zu senken. Im Jahr 2035 könnten laut Berechnungen der KfW-Experten, wenn es mit dem Tempo des Filialabbaus so weitergeht, über die Hälfte der noch vor 17 Jahren existierenden Filialen geschlossen sein.

Zahl der Zweigstellen201420152016
Alle Bankengruppen35.26434.00131.974
Kreditbanken9.9549.6979.406
Sparkassen11.95111.45910.555
Kreditgenossenschaften11.26910.82210.156

Quelle: Deutsche Bundesbank-Monatsbericht September 2017

Doch das muss nicht zwangläufig der Fall sein. Denn obwohl die Zahl der Bankfilialen stetig abnimmt, informieren sich 2017 beispielsweise weiterhin 47 Prozent der Verbraucher in ihrer Bankfiliale zu Ratenkrediten, im Vergleich zu 52 Prozent im Vorjahr 2016. Das zeigen Zahlen aus einer repräsentativen Studie, die das Markforschungsinstitut Gfk für den Bankenfachverband durchgeführt hat. Damit liegt die Filiale in ihrer Bedeutung für Ratenkredite noch vor dem Internetauftritt einer Bank mit 30 Prozent und vor Online-Vergleichsportalen mit 20 Prozent.

Gerade diesen Servicegedanken hebt Ralf Fleischer, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse München, im Bankmagazin-Titelinterview  (Seite 18) in der September-Ausgabe 2016 der Fachzeitschrift beim neuen Vertriebskonzept seines Hauses hervor. "In allen Filialen bieten wir nun wieder alle Leistungen für unsere Privatkunden. Dazu haben wir die Berater unserer vormals bestehenden Betreuungscenter für vermögende Privatkunden wieder in unsere Filialen integriert", erklärt Fleischer. So will das Institut nach seinen Angaben Kundenlösungen wieder aus einer Hand ermöglichen. In den durchgehend geöffneten Beratungscentern können Kunden Fleischer zufolge neben Mitarbeitern, Versicherungs-Experten und Immobilien-Maklern von Tochterunternehmen auch Kollegen von Verbundpartnern wie der LBS Bayern um Rat fragen.

Technische Ausstattung wird modernisiert

Ein weiterer wichtiger Aspekt, um Filialen für Kunden attraktiver zu gestalten, besteht darin, die technische Ausstattung zu modernisieren. So wird die Apobank im Frühjahr 2018 zum Beispiel eine neue Zweigstelle in Bochum eröffnen, die Modell-Charakter für eine weitere Handvoll Standorte haben soll, schreibt Springer-Autor Stefan Terliesner in seinem Beitrag "Mit viel Raum und Technik beim Kunden punkten" in der November-Ausgabe 2017 des "Bankmagazins". Jeder Arbeitsplatz in der Apobank-Filiale werde technisch, räumlich und dekorativ auf Kommunikation ausgerichtet. Angedacht ist eine Kombination aus Open Space und geschützten Räumen. Zu mehr Kommunikation in den Geschäftsstellen der Bank soll laut Terliesner auch beitragen, dass die Räumlichkeiten kostenlos für Veranstaltungen genutzt werden können. Das ist laut Terliesner bei großen Niederlassungen schon heute fast jeden Tag der Fall.

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